{"id":86189,"date":"2011-01-05T02:45:48","date_gmt":"2011-01-05T02:45:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.feminissima.de\/?p=86189"},"modified":"2011-01-05T02:45:48","modified_gmt":"2011-01-05T02:45:48","slug":"wie-entstehen-dioxine-und-pcbs-und-wie-gelangen-sie-in-umwelt-und-nahrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/feminissima.de\/index.php\/2011\/01\/05\/wie-entstehen-dioxine-und-pcbs-und-wie-gelangen-sie-in-umwelt-und-nahrung\/","title":{"rendered":"Wie entstehen Dioxine und PCBs und wie gelangen sie in Umwelt und Nahrung"},"content":{"rendered":"<p>Umweltamt, 2011 : <br \/>3. Wie entstehen Dioxine?<\/p>\n<p>Dioxine wurden nie im technischen Ma\u00dfstab produziert. Sie entstehen unerw\u00fcnscht bei allen Verbrennungsprozessen in Anwesenheit von Chlor und organischen Kohlenstoff unter bestimmten Bedingungen, z. B. bei bestimmten Temperaturen. Dioxin entsteht bei 300 \u00b0C und mehr und wird bei 900 \u00b0C und h\u00f6her zerst\u00f6rt. Dioxine k\u00f6nnen auch bei Waldbr\u00e4nden und Vulkanausbr\u00fcchen entstehen. Man fand Dioxine (keine Furane) auch in etwa 200 Mill. Jahre alten Kaolinitb\u00f6den.<\/p>\n<p>Auch bei allen chemischen Produktionsverfahren, in denen Chlor verwendet wird, werden mehr oder weniger Dioxine gebildet, die dann auch als Verunreinigung in den Produkten enthalten sein k\u00f6nnen. So weisen vor allem Chlorphenole hohe Verunreinigungen mit Dioxinen auf, z.B. das seit 1989 in Deutschland verbotene Pentachlorphenol (PCP).<br \/>\nAnklicken und zum Anfang der Seite springen4. Wo kommen dioxin\u00e4hnliche PCBs vor?<\/p>\n<p>PCB wurden bis in die 1980\u00b4er Jahre als technische Gemische der 209 Kongenere produziert und vor allem in Transformatoren, elektrischen Kondensatoren, in Hydraulikanlagen als Hydraulikfl\u00fcssigkeit, sowie als Weichmacher in Lacken, Dichtungsmassen, Isoliermitteln und Kunststoffen verwendet. In diesen Gemischen sind auch immer unterschiedlich gro\u00dfe Anteile dioxin\u00e4hnlicher PCB enthalten. PCB ist in Deutschland seit 1989 verboten, die fachgerechte Entsorgung, ohne die Umwelt zu belasten, ist jedoch ein gro\u00dfes weltweites Problem.<br \/>\nAnklicken und zum Anfang der Seite springen5. Was sind die Hauptquellen f\u00fcr die Dioxine in der Umwelt?<\/p>\n<p>\u00dcber dioxinbelastete Chemikalien, wie Pentachlorphenol, polychlorierte Biphenyle (PCB), bestimmte Herbizide wurden in den 80er Jahren Dioxine j\u00e4hrlich im Kilogrammbereich in die Umwelt eingetragen. Diese Stoffe sind mittlerweile durch Verbotsverordnungen reglementiert. F\u00fcr den Eintrag in die Luft waren fr\u00fcher Metallgewinnung und die Abfall-Verbrennungsanlagen die wichtigsten Quellen. Dank anspruchsvoller Grenzwerte und Technik konnte der Dioxinaussto\u00df aus den Abfall-Verbrennungsanlagen drastisch gesenkt werden. Heute sind thermische Prozesse der Metallgewinnung und -verarbeitung und Kleinquellen in den Vordergrund der Dioxinemissionen getreten.<\/p>\n<p>Die folgende Tabelle zeigt eine \u00dcbersicht \u00fcber die Emissionsquellen in Deutschland und die Menge an emittiertem Dioxin.<\/p>\n<p>Dioxin-Emissionsquellen in Deutschland, j\u00e4hrliche Menge an Dioxin in g I-TEQ<br \/>\nQuellen \t<br \/>\nEmissionen pro Jahr in g I-TEQ<\/p>\n<p>1990<\/p>\n<p>1994<\/p>\n<p>2004<br \/>\nMetallurgische Industrie \t<br \/>\n737<\/p>\n<p>270<\/p>\n<p>55<br \/>\nSinteranlagen \t<br \/>\n576<\/p>\n<p>168<\/p>\n<p>41,5<br \/>\n\u00fcbrige Eisen- + Stahlproduktion \t<br \/>\n38<\/p>\n<p>10<\/p>\n<p>11,5<br \/>\nNE-Metalle \t<br \/>\n123<\/p>\n<p>92<\/p>\n<p>2<br \/>\nThermische Abfallbehandlung \t<br \/>\n400<\/p>\n<p>32<\/p>\n<p>2<br \/>\nHausm\u00fcll \t<\/p>\n<p>\n30<\/p>\n<p>1<br \/>\nIndustrie-\/Sonderm\u00fcll \t<\/p>\n<p>\n21<\/p>\n<p>12<br \/>\nKl\u00e4rschlamm \t<\/p>\n<p>\n< 0,1\n\n\n<0,1<br \/>\nZementherstellung \t<br \/>\nNE<\/p>\n<p>NE<\/p>\n<p>0,8<br \/>\nZellstoff- und Papierindustrie \t<br \/>\nNE<\/p>\n<p>NE<\/p>\n<p>0,3<br \/>\nKoks- und Anodenproduktion \t<br \/>\nNE<\/p>\n<p>3<\/p>\n<p>2<br \/>\nKraftwerke und industrielle Feuerungsanlagen (GFA, TA-Luft) \t<br \/>\n15<\/p>\n<p>11<\/p>\n<p>8<br \/>\nKleinfeuerungsanlagen \t<br \/>\n30<\/p>\n<p>7<\/p>\n<p>22<br \/>\nVerkehr \t<br \/>\n10<\/p>\n<p>5<\/p>\n<p>4<br \/>\nKrematorien \t<br \/>\n4<\/p>\n<p>2<\/p>\n<p>0,1<br \/>\nGesamtemission Luft \t<br \/>\n1196<\/p>\n<p>330<\/p>\n<p>94<br \/>\n1 Sonderm\u00fcll, Klinikm\u00fcll<br \/>\n2 Inkl. Altholz<\/p>\n<p>Quelle 1990 und 1994<br \/>\nDetzel, A., Patyk, A., Fehrenbach, H., Franke, B., Giegrich, J., Lell, M., Vogt, R. (1998): Ermittlungen von Emissionen und Minderungsma\u00dfnahmen f\u00fcr persistente organische Schadstoffe in der Bundesrepublik Deutschland, Forschungsbericht 295 44 365, UBA-FB 98-115, UBA-Texte 74\/98, Umweltbundesamt.<br \/>\nBerdowski, J.J.M., Baas, J., Bloos, J.P.J., Visschedijk, A.J.H., (1997): The European Atmospheric Emission Inventory of Heavy Metals and Persistent Organic Pollutants for 1990, Forschungsbericht 104 02 672\/03, Umweltbundesamt.<\/p>\n<p>Quelle 2004<br \/>\nRentz, O., Karl, U., Haase, M., Koch, M. (2008): Nationaler Durchf\u00fchrungsplan unter dem Stockholmer Abkommen zu persistenten organischen Schadstoffen (POPs) -, Forschungsbericht 205 67 444, Umweltbundesamt.<br \/>\nAnklicken und zum Anfang der Seite springen6. Welche Ma\u00dfnahmen wurden ergriffen, um die Dioxinbelastung zu senken?<\/p>\n<p>Die Umweltbelastung, aber auch die Belastung von Lebensmitteln und des Menschen durch Dioxine sind in Deutschland seit Ende der 80er Jahre deutlich zur\u00fcckgegangen. Grund daf\u00fcr war eine F\u00fclle technischer und rechtlicher Ma\u00dfnahmen vor allem bei Verbrennungsprozessen Emissionsbeschr\u00e4nkungen und in der Chemikalienproduktion Verbotsverordnungen.<\/p>\n<p>Dioxine und PCB sind persistente organische Schadstoffe (&#8222;persistent organic pollutants\u201c bzw. POPs). Als solche werden organische Chemikalien bezeichnet, die sich in den K\u00f6rpern von Menschen, Tieren und Pflanzen anreichern und das Potential zum weitr\u00e4umigen Transport aufweisen. Um den resultierenden Gefahren f\u00fcr Mensch und Umwelt durch POPs zu begegnen, wurden in der Vergangenheit verschiedene internationale Umwelt-Abkommen getroffen. Die Verhandlungen zu dem POPs Protokoll unter der UNECE &#8211; Konvention \u00fcber weitr\u00e4umige grenz\u00fcberschreitende Luftverunreinigung (CLRTAP) wurden am 24. Juni 1998 abgeschlossen. Es trat am 23.Oktober 2003 in Kraft. Das Stockholmer \u00dcbereinkommen zu POPs wurde im Mai 2001 geschlossen und trat am 17. Mai 2004 in Kraft. Im Gegensatz zum regionalen UNECE Protokoll \u00fcber POPs ist es ein globales Abkommen zur Beendigung oder Einschr\u00e4nkung der Produktion, Verwendung und Freisetzung von POPs. Die Bundesrepublik Deutschland hat beide Abkommen als einer der ersten Zeichnerstaaten bereits im April des Jahres 2002 ratifiziert und die Inhalte in einem separaten nationalen Gesetz umgesetzt (Gesetz zu dem Stockholmer \u00dcbereinkommen vom 23. Mai 2001 \u00fcber persistente organische Schadstoffe (POPs-\u00dcbereinkommen) und zu dem Protokoll vom 24. Juni 1998 zu dem \u00dcbereinkommen von 1979 \u00fcber weitr\u00e4umige grenz\u00fcberschreitende Luftverunreinigung bestreffend persistente organische Verbindungen (POPs-Protokoll) vom 9. April 2002  &#8211;  BGBl II S. 803 vom 16. April 2002). Die Europ\u00e4ische Union hat in der ersten H\u00e4lfte des Jahres 2004 mit der Anpassung und Erg\u00e4nzung geltender Gemeinschaftsvorschriften in Form einer POPs-Verordnung (Verordnung (EG) Nr. 850\/2004 des Europ\u00e4ischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 \u00fcber persistente organische Schadstoffe und zur \u00c4nderung der Richtlinie 79\/117\/EWG. &#8211;  Abl. L 229\/5 vom 29.06.2004)  die rechtliche Voraussetzung zur Ratifikation beider Vertragswerke geschaffen. Die Inhalte und Vorgaben dieser Verordnung stellen in den Mitgliedstaaten unmittelbar g\u00fcltiges Recht dar.<br \/>\n\u00dcbersicht \u00fcber wichtige rechtliche Regelungen in Deutschland<br \/>\nRechtliche Regelungen zu Emissionsbeschr\u00e4nkungen<\/p>\n<p>Gesetz\/Verordnung \tvom \tRegelung f\u00fcr Dioxine<br \/>\nBundes-Immissionsschutzgesetz<br \/>\nBImSchG \tin der Fassung vom 26.09.2002<br \/>\nletzte \u00c4nderung:<br \/>\n11.08.2009 \tGeregelt in den Bundesimmissionsschutzverordnungen (BImSchV)<br \/>\n13. BImSchV: Gro\u00dffeuerungs- und Gasturbinenanlagen \t20.07.2004 \tEmissiongrenzwert f\u00fcr Dioxine: 0,1 ng I-TEQ\/Nm3<br \/>\n17. BImSchV: Verbrennungsanlagen f\u00fcr Abf\u00e4lle und \u00e4hnliche brennbare Stoffe \t23.11.1990<br \/>\nletzte \u00c4nderung: 27.01.2009 \tDie Anlagen sind so zu errichten und zu betreiben, dass die Mittelwerte, die \u00fcber die jeweilige Probenahmezeit gebildet werden, den Emissionsgrenzwert f\u00fcr die im Anhang genannten Dioxine und Furane &#8211; angegeben als I-TEQ &#8211; von 0,1 ng\/Nm3 nicht \u00fcberschreiten.<br \/>\n19. BImSchV<br \/>\nChlor- und Bromverbindungen als Kraftstoffzusatz \t17.01.1992<br \/>\nletzte \u00c4nderung: 21.12.2000 \tScavenger Verbot &#8211; verbleites Benzin<br \/>\nVerbot von Chlor- und Bromzus\u00e4tzen in Benzin<br \/>\n27. BImSchV<br \/>\nKrematorien \t19.03.1997<br \/>\nletzte \u00c4nderung: 03.05.2000 \tGrenzwert f\u00fcr Dioxin im Abgas 0,1 ng I-TEQ\/Nm3<br \/>\nTechnische Anleitung zur Reinhaltung der Luft nach BImSchG (TA Luft) \t24.07.2002<br \/>\n\tGrenzwert f\u00fcr Dioxin im Abgas 0,1 ng TEQ\/Nm3<br \/>\nBei Anlagen f\u00fcr Stahl, Eisen und sonstige Metalle soll eine Konzentration  von 0,1 ng\/Nm3 im Abgas angestrebt, 0,4 ng\/Nm3 d\u00fcrfen nicht \u00fcberschritten werden.  <\/p>\n<p>Die europ\u00e4ischen RICHTLINIE 2000\/76\/EG DES EUROP\u00c4ISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES \u00fcber die Verbrennung von Abf\u00e4llen vom 4. Dezember 2000 enth\u00e4lt Grenzwerte f\u00fcr Verbrennungsanlagen, die in Deutschland bereits durch die oben dargestellten Bundesimmissionsschutzverordnungen geregelt sind. Durch diese Regelungen konnte die Emission von Dioxinen von 1200 g seit 1990 auf unter 70 g gesenkt werden.<br \/>\nRechtliche Regelungen zum Verbot der Produktion, des Vertriebs und der Verwendung bestimmter Chemikalien und Produkte<\/p>\n<p>Gesetz\/Verordnung \tVom \tRegelung f\u00fcr Dioxine<br \/>\nGesetz zum Schutz vor gef\u00e4hrlichen Stoffen (Chemikaliengesetz &#8211; ChemG) \tin der Fassung vom 02.07.2008 \t <br \/>\nPCB-, PCT-, VC-Verbotsverordnung \t18.07.1989 \tVerbot der Produktion, Vertrieb und Verwendung von polychlorierten Biphenylen, Terphenylen (PCB, PCT) ab 50 ppm und VC (Vinylchlorid) als Treibgas<br \/>\nPentachlorphenol-verbotsverordnung (PCP-V) \t12.12.1989 \tVerbot der Produktion, Vertrieb und Verwendung von PCP, von Zubereitungen mit mehr als 100 ppm PCP, und Artikeln mit mehr als 5 ppm PCP<br \/>\nChemikalien-Verbotsverordnung ChemVerbotsV \t13.06.2003<br \/>\nletzte \u00c4nderung 21.07.2008 \tGrenzwerte f\u00fcr Dioxine und Furane, auch f\u00fcr bromierte Dioxine und Furane, keine TEQ-Summe, sondern nach Toxizit\u00e4t und Persistenz in Gruppen eingeteilt<br \/>\nvon 1 bis 100 \u00b5g\/kg Stoff\/Erzeugnis<\/p>\n<p>Durch das Verbot und die Einschr\u00e4nkungen von bestimmten Stoffen, Zubereitungen und Erzeugnissen nach dem Chemikaliengesetz konnte eine j\u00e4hrliche Belastung der in diesen Produkten enthaltenen Dioxin-Verunreinigungen im Kilogrammbereich gestoppt werden.<br \/>\nRechtliche Regelungen und Empfehlungen zu Boden und Kl\u00e4rschlamm<\/p>\n<p>Gesetz\/Verordnung \tVom \tRegelung f\u00fcr Dioxine<br \/>\nBundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) \t17.03.1998<br \/>\nge\u00e4ndert 09.12.2004 \t <br \/>\nBundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung<br \/>\n(BBodSchV) \t12.07.1999<br \/>\nge\u00e4ndert 23.12.2004 \tMa\u00dfnahmenwerte<br \/>\nDioxine und Furane: [ng TEQ\/kg Trockenmasse],<br \/>\nF\u00fcr Kinderspielfl\u00e4chen: 100<br \/>\nF\u00fcr Wohngebiete: 1.000<br \/>\nF\u00fcr Park-und Freizeitanlagen: 1.000<br \/>\nF\u00fcr Industrie- und Gewerbegrundst\u00fccke: 10.000<br \/>\nAbfKl\u00e4rV<br \/>\nKl\u00e4rschlammverordnung \t15.04.1992<br \/>\nge\u00e4ndert 20.10.2006 \tGrenzwert f\u00fcr die Aufbringung auf landwirtschaftlich und g\u00e4rtnerisch genutzte B\u00f6den:<br \/>\n100 ng I-TEQ\/kg Trockensubstanz Kl\u00e4rschlamm<\/p>\n<p>Die Bund\/L\u00e4nder Arbeitsgruppe Dioxine hat in ihrem 2. Bericht 1993 Richtwerte und Handlungsempfehlungen zur Bodennutzung vorgeschlagen:<br \/>\nPCDD\/F-Kontamination<br \/>\nng I-TEQ\/kg Boden-Trockenmasse \tHandlungsempfehlungen<br \/>\n<5<br \/>\n\tZielgr\u00f6\u00dfe; jegliche Nutzung ungepr\u00fcft m\u00f6glich<br \/>\n5 &#8211; 40<br \/>\n\tPr\u00fcfauftr\u00e4ge und Handlungsempfehlungen f\u00fcr die landwirtschaftliche und g\u00e4rtnerische Bodennutzung<br \/>\n> 40<br \/>\n\tEinschr\u00e4nkung auf bestimmte landwirtschaftliche und g\u00e4rtnerische Bodennutzung,  &#8211; uneingeschr\u00e4nkte Nutzung bei minimalem Dioxintransfer<br \/>\nRechtliche Regelungen zu Futtermitteln und Lebensmitteln<\/p>\n<p>Seit Juli 1998 gelten in der Europ\u00e4ischen Union H\u00f6chstgehalte f\u00fcr Dioxine in Zitrustrester (Richtlinie 98\/60\/EG). Mit Richtlinie 2001\/102\/EG wurden Dioxinh\u00f6chstgehalte f\u00fcr weitere Futtermittel festgelegt. Seit Juli 2002 gelten in der Europ\u00e4ischen Union H\u00f6chstgehalte f\u00fcr Dioxine in Lebensmitteln und in Futtermitteln.<\/p>\n<p>Bei der Erstellung dieser Lebensmittel-Grenzwerte wurde ber\u00fccksichtigt, welche Konzentrationen an Dioxinen und PCB normalerweise in den jeweiligen Lebensmitteln vorkommen. (Hintergrundkontamination). H\u00f6chstgehalte f\u00fcr Dioxine und dioxin\u00e4hnliche PCB in Lebensmitteln sind geeignet, eine unannehmbar hohe Exposition der Bev\u00f6lkerung und den Vertrieb unannehmbar stark kontaminierter Lebensmittel &#8211; beispielsweise durch versehentliche Verunreinigung oder Exposition &#8211; zu vermeiden (Erw\u00e4gungsgrund 10 der Verordnung (EG) Nr. 2375\/2001. Ein solcher Grenzwert sagt nichts \u00fcber die Giftigkeit aus.<\/p>\n<p>Neben H\u00f6chstgehalten sind auch Ausl\u00f6sewerte festgesetzt worden, die etwa 25 % niedriger sind als die korrespondierenden H\u00f6chstgehalte. Beim \u00dcberschreiten dieser Werte muss nach den Ursachen der Kontamination gesucht werden. Als Zielwerte gelten Konzentrationen, bei deren Einhaltung keine gesundheitlichen Risiken zu erwarten sind. Sie sollten von der Europ\u00e4ischen Kommission Ende 2008 festgesetzt werden, sind aber noch in der Diskussion. Der f\u00fcr die tolerierbare t\u00e4gliche Aufnahme abgeleitete Wert (TDI) beinhaltet neben den Dioxinen alle Stoffe, die aufgrund ihrer chemischen Struktur eine dioxin\u00e4hnliche Wirkung haben. Daher werden die dioxin\u00e4hnlichen PCB bei der Grenzwertfestsetzung mit ber\u00fccksichtigt. H\u00f6chstgehalte f\u00fcr die Summe aus Dioxinen und dioxin\u00e4hnlichen PCB in Futtermitteln gelten seit Februar 2006 (Richtlinie 2006\/13\/EG). F\u00fcr die Summe aus Dioxinen und dioxin\u00e4hnlichen PCB in Lebensmitteln gelten H\u00f6chstgehalte seit Dezember 2006 (Verordnung (EG) Nr. 1881\/2006).<br \/>\nAnklicken und zum Anfang der Seite springen7. Wie gelangen Dioxine in die Umwelt?<\/p>\n<p>Dioxine gelangen in die Umwelt \u00fcber<\/p>\n<p>    * die Luft<br \/>\n    * Produkte (Chemikalien, Papier)<br \/>\n    * feste R\u00fcckst\u00e4nde (Asche, Schlacke, Kl\u00e4rschlamm)<br \/>\n    * das Abwasser (Zellstoffm\u00fchlen, Deponiesickerwasser)<\/p>\n<p>Obwohl Dioxine nie im industriellen Ma\u00dfstab produziert wurden, sind sie in der Umwelt verbreitet und haben sich im Boden angereichert. In den Boden gelangt das Dioxin haupts\u00e4chlich \u00fcber die Luft, aber auch \u00fcber die Bewirtschaftung, z.B. \u00fcber die D\u00fcngung mit Kl\u00e4rschlamm oder anderen Sekund\u00e4rrohstoffd\u00fcngern. Eine wichtige Quelle f\u00fcr lokale Dioxinkonzentrationen kann auch das unkontrollierte Verbrennen von lackiertem oder behandeltem Holz oder anderen Abf\u00e4llen sein. Mit einer Halbwertszeit von mehreren Jahrzehnten ist Dioxin im Boden sehr langlebig und wird kaum verlagert. Durch Untersuchungen wei\u00df man, dass Dioxine mit wenigen Ausnahmen (Zucchini) kaum im Gem\u00fcse zu finden sind, sondern durch Bodenpartikel au\u00dfen am Gem\u00fcse oder Gras anhaften. Die Dioxine aus dem Boden gelangen haupts\u00e4chlich \u00fcber diese anhaftenden Bodenpartikel in die Nahrungskette. Daher ist bei belasteten B\u00f6den eine Nutzung als Weide oder H\u00fchnerauslaufgebiet besonders problematisch. In den Tieren und im Menschen werden die Dioxine lange Zeit im Fett gespeichert und k\u00f6nnen sich so dort anreichern.<\/p>\n<p>\u00dcber Abwasser und Fl\u00fcsse gelangten Dioxine jahrzehntelang in hohen Konzentrationen in die Meere. Dioxine reichern sich hier \u00fcber die Nahrungskette besonders im Fett von Fischen, S\u00e4ugetieren und V\u00f6geln an.<br \/>\nAnklicken und zum Anfang der Seite springen8. Wie sieht die Dioxinbelastung in der Umwelt aus?<\/p>\n<p>Um die \u00d6ffentlichkeit \u00fcber die Kontamination von Mensch und Umwelt mit Dioxinen zu informieren, werden beim Umweltbundesamt Messdaten zu Konzentrationen von Dioxinen und anderen POPs in der Dioxin-Datenbank des Bundes und der L\u00e4nder mit den dazugeh\u00f6rigen Zusatzinformationen wie z.B. Ort der Probenahme, Probenahmemethode, Analysemethode, Labordaten u.a. gesammelt. Allgemeine Informationen und Auswertungen dieser Daten werden im Internet \u00fcber einen Webservice zur Verf\u00fcgung gestellt. Die Daten zu Umweltkonzentrationen und Trends in Deutschland sind im 5. Bericht der Bund\/L\u00e4nder Arbeitsgruppe Dioxine ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Der Neueintrag von Dioxinen in die Umwelt ist aufgrund der dioxinmindernden Ma\u00dfnahmen seit 1990 erheblich gesunken. Der R\u00fcckgang hat sich in den letzten Jahren verlangsamt und zwischendurch auch wieder kleine Anstiege verzeichnet. Durch die Langlebigkeit der Dioxine hat sich das Problem von der Emissionsseite verst\u00e4rkt auf die Umweltseite verlagert. Es m\u00fcssen daher neben Ma\u00dfnahmen zur Emissionsminderung auch geeignete Vorsorgema\u00dfnahmen getroffen werden, um den Eintrag von Dioxinen aus der Umwelt in die Nahrungskette zu vermindern.<br \/>\nFettreiche Fische wie Heringe und Lachse sind besonders in der \u00f6stlichen Ostsee durch jahrelangen Eintrag \u00fcber Abw\u00e4sser und Deposition zum Teil hoch mit Dioxinen belastet. Aus diesem Grund d\u00fcrfen diese Fische nur f\u00fcr den einheimischen Markt in Finnland und Schweden verwendet und nicht in andere EU-L\u00e4nder exportiert werden.<br \/>\nAnklicken und zum Anfang der Seite springen9. Wie gelangen Dioxine in den Menschen?<\/p>\n<p>Vom Menschen werden 90-95 % der Dioxine \u00fcber die Nahrung aufgenommen. Nahezu zwei Drittel dieser Aufnahme erfolgt \u00fcber den Verzehr von Fleisch und Milchprodukten. Fische sind zwar &#8211; je nach Fettgehalt &#8211; h\u00f6her mit Dioxinen belastet, werden jedoch nur in kleinen Mengen in Deutschland konsumiert.<\/p>\n<p>Die Aufnahme \u00fcber die Atemluft ist im Vergleich zur Nahrung f\u00fcr nicht beruflich exponierte Personen vernachl\u00e4ssigbar gering.<\/p>\n<p>Dioxine reichern sich in Lebewesen vor allem in Fettgewebe an und bauen sich nur langsam ab. Die Halbwertszeit des giftigsten Dioxins (2,3,7,8 TCDD) betr\u00e4gt im K\u00f6rperfett des Menschen etwa 7 Jahre, das sich am langsamsten abbauende 2,3,4,7,8 Pentachlordibenzofuran ist erst nach fast 20 Jahren zur H\u00e4lfte eliminiert.<br \/>\nAnklicken und zum Anfang der Seite springen10. Wie hoch ist die Dioxinbelastung des Menschen in Deutschland?<\/p>\n<p>Ein erwachsener Mensch nimmt in Deutschland durch Dioxine (berechnet mit den Daten aus 2000-2003) durchschnittlich etwa 0,7 pg (ein Pikogramm = ein Billionstel Gramm) WHO-TEQ pro Kilogramm K\u00f6rpergewicht und Tag auf. Einschlie\u00dflich der dioxin\u00e4hnlichen polychlorierten Biphenyle mit 1,3 pg WHO-TEQ pro Kilogramm K\u00f6rpergewicht und Tag kommt es zu einer t\u00e4glichen Aufnahme von durchschnittlich 2 pg WHO-TEQ pro Kilogramm K\u00f6rpergewicht. Ausgehend von einer sich weiter fortsetzenden Belastungsminderung liegen derzeit in Deutschland allerdings etwas niedrigere Belastungen vor. Es ist dabei zu ber\u00fccksichtigen, dass diese Sch\u00e4tzung der Dioxinaufnahme auf durchschnittlich belastete Lebensmittel bei durchschnittlichen Verzehrsgewohnheiten der Menschen beruht. Abweichende Ern\u00e4hrungsgewohnheiten k\u00f6nnen zu erheblichen Unterschieden f\u00fchren.<\/p>\n<p>Tabelle: T\u00e4gliche Aufnahme von Dioxin und dioxin\u00e4hnlichen PCB eines Erwachsenen in Deutschland \u00fcber die Nahrung, Quelle Mathar, BfR 2003<\/p>\n<p>WHO-TEQ-Aufnahme<br \/>\nDioxine\/ Furane<\/p>\n<p>Dioxin\u00e4hnliche PCB<\/p>\n<p>Summe<\/p>\n<p>Anteil<br \/>\npg\/Person und Tag<\/p>\n<p>%<br \/>\nFleisch<br \/>\n   Schwein<br \/>\n   Rind<br \/>\n   Gefl\u00fcgel \t<\/p>\n<p>4,8<br \/>\n4,9<br \/>\n2,2<\/p>\n<p>\n2,4<br \/>\n12,2<br \/>\n2,2<\/p>\n<p>\n7,2<br \/>\n17,1<br \/>\n4,4<\/p>\n<p>\n5,2<br \/>\n12,4<br \/>\n3,2<br \/>\nMilch \t<br \/>\n17,0<\/p>\n<p>40,7<\/p>\n<p>57,7<\/p>\n<p>41,8<br \/>\nEier \t<br \/>\n4,5<\/p>\n<p>6,0<\/p>\n<p>10,5<\/p>\n<p>7,6<br \/>\nPfl. Fette \t<br \/>\n5,2<\/p>\n<p>5,2<\/p>\n<p>10,4<\/p>\n<p>7,5<br \/>\nFisch \t<br \/>\n6,0<\/p>\n<p>17,9<\/p>\n<p>23,9<\/p>\n<p>17,3<br \/>\nObst\/Gem\u00fcse \t<br \/>\n3,9<\/p>\n<p>3,9<\/p>\n<p>7,8<\/p>\n<p>5,6<br \/>\nLebensmittel pro Tag \t<br \/>\n48<\/p>\n<p>90<\/p>\n<p>138<\/p>\n<p>Lebensmittel pro kg K\u00f6rpergewicht und Tag \t<br \/>\n0,7<\/p>\n<p>1,3<\/p>\n<p>2,0<\/p>\n<p>\nDie Dioxinaufnahme vor und nach der Geburt ist &#8211; je nach der m\u00fctterlichen Belastung sehr hoch. Studien zeigen, dass \u00fcber die Plazenta eine Belastung des Kindes mit Dioxin entsteht, die etwa der H\u00e4lfte der m\u00fctterlichen Fettkonzentration entspricht. \u00dcber die Muttermilch werden ebenfalls Schadstoffe an den S\u00e4ugling weitergegeben. So lag z.B. 1998 die Dioxinaufnahme bei einem S\u00e4ugling, der in den ersten 4 Monaten gestillt wird, bei t\u00e4glich durchschnittlich 57 pg I-TEQ pro kg K\u00f6rpergewicht. Noch im Alter von 11 Jahren hatten bei Untersuchungen in Baden W\u00fcrttemberg gestillte Kinder etwa 20 % mehr Dioxin im Blut als nicht gestillte Kinder (4. Bericht AG Dioxine, BMU 2002). Gleichwohl wird das Stillen von der WHO und der Nationalen Stillkommission empfohlen, da die positiven Effekte des Stillens \u00fcberwiegen.<\/p>\n<p>Das Essverhalten von Kleinkindern unterscheidet sich von den Erwachsenen. Kinder essen mehr im Verh\u00e4ltnis zu ihrem K\u00f6rpergewicht als Erwachsene und nehmen mehr Milchprodukte zu sich, die \u00fcber die tierischen Fette mit organischen Schadstoffen belastet sind. Studien zeigen, dass Kleinkinder zwei- bis dreimal mehr Dioxine mit der Nahrung aufnehmen als Erwachsene.<\/p>\n<p>Die Frauenmilch gilt auch als Indikator f\u00fcr die Belastung des Menschen mit Dioxinen. Frauenmilch ist sehr fettreich und eignet sich daher sehr gut dazu, die R\u00fcckst\u00e4nde von Dioxinen im menschlichen Fettgewebe anzuzeigen. Langj\u00e4hrige Untersuchungsreihen haben gezeigt, dass sich der Erfolg der getroffenen Reduzierungsma\u00dfnahmen auch in der Frauenmilch widerspiegelt. Der Dioxingehalt von Frauenmilch in Deutschland ist seit Ende der 80er Jahre um 60 % zur\u00fcckgegangen.<\/p>\n<p>Die tolerierbare t\u00e4gliche Aufnahme gibt an, wie hoch die t\u00e4gliche Aufnahme lebenslang sein kann, ohne dass es vermutlich zu sch\u00e4dlichen Auswirkungen kommt. Die WHO hat als t\u00e4gliche tolerierbare Aufnahme eine Spanne von 1 bis 4 pg WHO-TEQ pro Kilogramm K\u00f6rpergewicht ermittelt, betont aber, dass aus Vorsorgegr\u00fcnden ein Wert unter 1 pg WHO-TEQ pro Kilogramm K\u00f6rpergewicht und Tag angestrebt werden soll. Dies entspricht auch der deutschen Position. Das Scientific Committee on Food (SCF) hat f\u00fcr die Aufnahme von Dioxin und dioxin\u00e4hnlichen PCB eine w\u00f6chentliche Aufnahme von 14 pg WHO-TEQ pro Kilogramm K\u00f6rpergewicht abgeleitet, was einer t\u00e4glichen tolerierbaren Aufnahme von 2 pg entspricht. Das Umweltbundesamt hat dazu seine Kritikpunkte in einer Stellungnahme (englischer Text) dargestellt.<br \/>\nAnklicken und zum Anfang der Seite springen11. Wie ist die Wirkung der Dioxine auf den Menschen?<\/p>\n<p>Das 2,3,7,8 TCDD (Seveso-Gift) ist bereits in kleinsten Mengen extrem giftig. Die akute Giftigkeit dieser Substanz wird nur noch von einigen Naturstoffen \u00fcbertroffen, in Tierversuchen zeigt sich das Diphterie-Toxin dreimal so toxisch, Tetanus-Toxin 10.000fach und das Botulinus-Toxin A 30.000fach). Das Seveso-Dioxin ist 10mal toxischer als das Mycotoxin aus Schimmelpilzen, 500mal toxischer als Strychnin und Curare und 1000mal toxischer als das reine Nikotin.<\/p>\n<p>Ein Vergleich der Dosis, bei der 50 % der Tiere sterben (LD 50) zeigt sehr unterschiedliche Empfindlichkeiten der Versuchstiere (Daten aus EPA-Report 2000).<\/p>\n<p>LD 50 von 2,3,7,8 TCDD<br \/>\nMeerschweinchen \t0,6 &#8211; 2,1 \u00b5g\/kg K\u00f6rpergewicht<br \/>\nRatte \t10 &#8211; 340 \u00b5g\/kg K\u00f6rpergewicht<br \/>\nRhesusaffe \t70 \u00b5g\/kg K\u00f6rpergewicht<br \/>\nHamster \t1160 &#8211; 5050 \u00b5g\/kg K\u00f6rpergewicht<\/p>\n<p>Eine akute Wirkung von Dioxin ist beim Menschen nur bei sehr hohen Mengen, z. B. durch Vergiftungen zu erwarten. Dabei zeigt sich in Tierversuchen, dass es zu dem sogenannten Auszehrungssyndrom (wasting syndrome) kommt, mit einem starken Gewichtsverlust und mit massiven Lebersch\u00e4den und Stoffwechselentgleisungen, die verz\u00f6gert, nach mehreren Tagen bis Wochen zum Tod f\u00fchren k\u00f6nnen. Durch Dioxine k\u00f6nnen Hautsch\u00e4digungen (Chlorakne), St\u00f6rungen des Immunsystems, des Nervensystems, des Hormonhaushalts, der Reproduktionsfunktionen und der Enzymsysteme mit all ihren Folgen hervorgerufen werden. In Seveso hat sich nach der Dioxinkatastrophe das Geschlechterverh\u00e4ltnis bei den Geburten verschoben. M\u00e4nner, die zum Zeitpunkt der Dioxinkatastrophe sehr jung waren, zeugten sp\u00e4ter  mehr M\u00e4dchen.<\/p>\n<p>Die Gefahren des Dioxins liegen darin, dass es im K\u00f6rperfett gespeichert wird, sich dort anreichert und nur sehr langsam eliminiert wird. 2,3,7,8 TCDD ist von der Weltgesundheits\u00adorganisation WHO im Februar 1997 als humankanzerogen (krebserzeugend f\u00fcr den Menschen) eingestuft worden. Andere Dioxine stehen im Verdacht krebserzeugend zu sein. Aus Tierversuchen sind St\u00f6rungen des Immunsystems und der Reproduktion schon bei sehr niedrigen Dioxinkonzentrationen bekannt. Das Dioxin gelangt \u00fcber Plazenta und Muttermilch in die Kinder. Mutter-Kind-Studien zeigen, dass h\u00f6here Dioxinbelastungen der M\u00fctter; die aber noch im &#8222;Normalbereich&#8220; liegen, bei Kindern zu vielf\u00e4ltigen St\u00f6rungen oder Verz\u00f6gerungen der kindlichen Entwicklung f\u00fchren k\u00f6nnen.<br \/>\nAnklicken und zum Anfang der Seite springen12. Was muss in der Zukunft getan werden, um die Dioxinbelastung weiter zu senken?<\/p>\n<p>Die Dioxinbelastung der Menschen und der Umwelt m\u00fcssen noch weiter gesenkt werden, da immer noch gro\u00dfe Teile der Bev\u00f6lkerung mehr Dioxin t\u00e4glich zu sich nehmen, als die WHO als Vorsorgewert empfiehlt. In Schweden wird daher M\u00e4dchen und jungen Frauen geraten, nur einmal im Monat fetten Fisch aus der Ostsee zu essen, damit bei einer Schwangerschaft noch nicht so viel Dioxin im K\u00f6rperfett gespeichert ist und das Kind nicht zu hoch belastet wird. Die europ\u00e4ische Kommission hat in ihrer Strategie zu Dioxinen, Furanen und polychlorierten Biphenylen kurzfristige und langfristige Ma\u00dfnahmen zu einer Verringerung vorgeschlagen. \u00dcber die bereits eingetretenen Erfolge hinaus m\u00fcssen Ma\u00dfnahmen getroffen werden, um weitere Dioxinquellen zu identifizieren und an der Quelle die Emissionen zu senken.<\/p>\n<p>Da die bereits in der Umwelt vorhandenen Dioxine weltweit verbreitet sind und sich nur sehr langsam abbauen, muss Vorsorge getroffen werden, dass diese Stoffe m\u00f6glichst nicht in die Nahrungskette gelangen. Wie Dioxinskandale in der Vergangenheit zeigen, sind verunreinigte Futtermittel h\u00e4ufig die Ursache f\u00fcr die Kontamination von Lebensmitteln. Daher m\u00fcssen Futtermittel verst\u00e4rkt kontrolliert und Produktionsverfahren so geregelt werden, dass eine Kontamination m\u00f6glichst gering gehalten wird. Die Grenzwerte in Futtermitteln und in Lebensmitteln m\u00fcssen langfristig so weit gesenkt werden, dass die gesamte Bev\u00f6lkerung den von der WHO empfohlenen Vorsorgewerts einhalten kann.<\/p>\n<p>\nStartseite | Presse | Publikationen | Das Umweltbundesamt | Service &#038; Kontakt | Daten | Stellenangebote | Termine | Impressum | English | Sitemap<br \/>\n\u00a9 2011 Umweltbundesamt Dessau-Ro\u00dflau<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Umweltamt, 2011 : <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[10],"tags":[],"class_list":["post-86189","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-femgesundheit","entry"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v21.0 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Wie entstehen Dioxine und PCBs und wie gelangen sie in Umwelt und Nahrung - 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