{"id":86104,"date":"2010-07-01T11:40:02","date_gmt":"2010-07-01T11:40:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.feminissima.de\/?p=86104"},"modified":"2010-07-01T11:40:02","modified_gmt":"2010-07-01T11:40:02","slug":"presseschau-kultur-wider-das-heutige-bauen-und-wir-nennen-diesen-schrott-auch-noch-schoen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/feminissima.de\/index.php\/2010\/07\/01\/presseschau-kultur-wider-das-heutige-bauen-und-wir-nennen-diesen-schrott-auch-noch-schoen\/","title":{"rendered":"PRESSESCHAU-KULTUR &#8211; Wider das heutige Bauen Und wir nennen diesen Schrott auch noch sch\u00f6n"},"content":{"rendered":"<p>faznet:<\/p>\n<p>Und wir nennen diesen Schrott auch noch sch\u00f6n<br \/>\nVon Martin Mosebach<\/p>\n<p>Wider das heutige Bauen<\/p>\n<p>\nUnd wir nennen diesen Schrott auch noch sch\u00f6n<\/p>\n<p>\nGerade hat Deutschland den \u201eTag der Architektur\u201c gefeiert. Wieder wurde das Recht unserer Zeit auf eigenen, unverwechselbaren Ausdruck beschworen. Doch was ist all das in Beton gegossene Millimeterpapier unserer bauw\u00fctigen Epoche gegen die Sch\u00f6nheit der verschwindenden europ\u00e4ischen Stadt?<\/p>\n<p>Von Martin Mosebach<\/p>\n<p>\nDruckenVersendenSpeichernVorherige SeiteKurz-Link kopieren<\/p>\n<p>\nArtikel in Facebook mit anderen TeilenTeilenTwitter diesen ArtikelTwitter<\/p>\n<p>\nlinkfurloneviewyiggwebnewswongdeliciousdigg<\/p>\n<p>\n28. Juni 2010 <\/p>\n<p>Alles hat seine Zeit, und so kann man auch die Jahre, in denen die sch\u00f6nsten b\u00fcrgerlichen Wohnungen gebaut wurden, klar bestimmen. Wie jede gro\u00dfe Zeit in dem unruhigen, ver\u00e4nderungss\u00fcchtigen Europa dauerte sie nicht lang, etwa zwischen 1880 und 1910. Diese Jahre werden Gr\u00fcnderzeit genannt, weil damals die gro\u00dfen deutschen Industrieunternehmen und Banken gegr\u00fcndet wurden, es waren goldene Jahre in der an gl\u00fccklichen Epochen armen deutschen Geschichte.<\/p>\n<p>Chesterton nennt das eigentliche Zeitalter der Demokratie das neunzehnte Jahrhundert. Die Gr\u00fcnderzeitwohnungen sind dann auch die \u00dcbertragung des Schloss-Ideals in b\u00fcrgerliche Verh\u00e4ltnisse. Jeder sollte in einem Schloss wohnen k\u00f6nnen. Nun, nicht jeder, aber doch viele, jedenfalls unvorstellbar viel mehr Menschen als in allen vorangegangenen Jahrhunderten. Was bis dahin nur zu einem Schloss geh\u00f6rte &#8211; die hohen Decken, der reiche Stuck, die Fl\u00fcgelt\u00fcren, das knirschende Parkett, die Enfilade, die Suite der Repr\u00e4sentationsr\u00e4ume und die davon geschiedenen privaten Zimmer -, das wurde nun in gro\u00dfen Wohnvierteln tausendfach f\u00fcr Beamte und Professoren, f\u00fcr \u00c4rzte und Anw\u00e4lte verwirklicht, die bis dahin, auch wenn sie wohlhabend waren, in den beschr\u00e4nkten Kammern und St\u00fcbchen der ehrw\u00fcrdigen dichtgedr\u00e4ngten Altstadth\u00e4user gelebt hatten, in bestrickend sch\u00f6nen und phantasieanregenden Gem\u00e4uern, denen aber die st\u00e4ndische Subalternit\u00e4t deutlich an die schmalbr\u00fcstigen Fassaden geschrieben war.<\/p>\n<p>\nZum AnfangZur\u00fcck 1 | 2 | 3 | 4 | 5 VorZum Ende<\/p>\n<p>\nSkyline von Frankfurt &#8211; im Vordergrund das Westend, dahinter die Innenstadt mit den Bank-Hochh\u00e4usern<\/p>\n<p>\nSkyline von Frankfurt &#8211; im Vordergrund das Westend, dahinter die Innenstadt mit den Bank-Hochh\u00e4usern<\/p>\n<p>Und nun dies herrliche Meer von Platz um die Bewohner. Jeder Raum war in seinen Proportionen genau konzipiert: Die Stuck-Panneux an den W\u00e4nden rahmten die in ihnen geh\u00e4ngten Bilder ein zweites Mal und waren auch ohne Bilder ein Schmuck und eine Gliederung der Fl\u00e4chen; der Stuck akzentuierte die Deckenmitte und bildete einen Sockel f\u00fcr den Kronleuchter. Mit kassettierten T\u00fcren und Lamperien, Holzwerk um die Fenster und kaminf\u00f6rmigen Heizungsverkleidungen waren die Zimmer eingerichtet, ohne dass ein einziges M\u00f6bel in ihnen stand.<\/p>\n<p>\nEindrucksvolle Skulpturen<\/p>\n<p>Aber dies innenarchitektonische Konzept bew\u00e4hrte sich aufs beste in den auf die Gr\u00fcnderzeit folgenden \u00e4sthetischen Moden. Geschaffen waren diese Wohnungen f\u00fcr den teuren Theaterprunk der Makart-Dekorationen, aber in den folgenden schlankeren Zeiten bew\u00e4hrten sie sich wom\u00f6glich erst richtig. Ein Grundgesetz des Bauens offenbarte sich in ihnen: dass sich der architektonische Wert eines Geb\u00e4udes erst erweist, wenn es in vollkommen gewandelten \u00e4sthetischen und politischen Verh\u00e4ltnissen nicht nur standh\u00e4lt, sondern ihnen sogar noch entgegenkommt.<\/p>\n<p>\nBl\u00e4ttern<\/p>\n<p>\nZum Thema<\/p>\n<p>    * Architektenw\u00fcnsche<\/p>\n<p>\n    * Neue Aussichten<\/p>\n<p>\n    * Dresdner Albertinum wiederer\u00f6ffnet: Zur\u00fcck in der ersten Reihe<\/p>\n<p>\n    * Im Ostend noch ein Doppelturm der Macht: EZB-Neubau<\/p>\n<p>\n    * Verzichtet auf die futuristischen Pickel<\/p>\n<p>In unserer Gegenwart will ja eigentlich niemand eine andere als eine Gr\u00fcnderzeitwohnung haben; selbst ehrgeizige Architekten, die ihrer Klientel millionenteure Villen hinsetzen, ziehen f\u00fcr sich selbst eine Gr\u00fcnderzeitwohnung vor. Die Matratzenlager studentischer Wohngemeinschaften, die Chintzsofas und Ahnenportr\u00e4ts der Aristokraten, die drei\u00dfig Meter langen B\u00fccherw\u00e4nde asketischer Intellektueller und die schwarzen Ledersofas von Cy-Twombly-Sammlern f\u00fcgen sich bestens in Gr\u00fcnderzeitwohnungen ein.<\/p>\n<p>Ich habe diese Wohnungen, diese H\u00e4user zweimal im Zustand der Zerst\u00f6rung gesehen. Das erste Mal in meinen Kinderjahren zwischen 1955, als wir von K\u00f6nigstein nach Frankfurt zogen, und 1965. Das Frankfurter Westend hatte w\u00e4hrend der Bombardierungen einige schlimme Treffer abbekommen, geh\u00f6rte im Ganzen aber zu den weniger zerst\u00f6rten Stadtvierteln. In unserem Haus wohnte im Souterrain eine verwachsene Putzfrau, die vom Hauseigent\u00fcmer ein lebenslanges Wohnrecht zum Dank daf\u00fcr erhalten hatte, dass sie w\u00e4hrend der Angriffe auf dem Dach herumgekrochen war und gel\u00f6scht hatte. So hatte dies Haus den Krieg \u00fcberstanden, ein gro\u00dfer neugotisch dekorierter Kasten, dessen kupferne Wetterfahne die Jahreszahl 1897 zeigte.<\/p>\n<p>Mit seinen Zweihundert-Quadratmeter-Wohnungen war es w\u00e4hrend dieser Angriffe noch nicht einmal f\u00fcnfzig Jahre alt gewesen, aber schien aus weit zur\u00fcckliegenden Epochen zu stammen. In seiner Nachbarschaft lagen einige Ruinen, die in den mehr als zehn Jahren nach dem Krieg das Verletzte, Verbrannte, Schockierende aber verloren hatten. Die Steinhaufen hinter den Fassaden mit den leeren Fensterh\u00f6hlen waren bewachsen, B\u00e4umchen und kr\u00e4ftig wucherndes Unkraut bedeckten die Verwundungen, es war sogar schon eine d\u00fcnne Erdschicht entstanden. Aus den Schutthalden ragten prachtvolle Buntsandsteinquader in dem dunklen Rot, das f\u00fcr die \u00e4lteren Frankfurter H\u00e4user bezeichnend ist. Die h\u00e4ufig erhaltenen Eingangstore, die nun ins Leere f\u00fchrten, waren zu eindrucksvollen Skulpturen geworden. Erhaltene St\u00fccke des Backsteinmauerwerks zeigten sorgf\u00e4ltig gemauerte B\u00f6gen und Lisenen, Kunstwerke des Maurerhandwerks. Hier zu spielen war, als klettere man im Gem\u00e4uer einer verfallenen Ritterburg herum.<\/p>\n<p>\nEtwas Sakrilegisches<\/p>\n<p>Die zweite Zerst\u00f6rung der erhaltenen gebliebenen Westend-H\u00e4user begann in den sechziger Jahren. Die von der Stadtregierung angeheizte Bodenspekulation bediente sich der willigen Hilfe der Kunsthistoriker, um das innenstadtnahe Wohnviertel in ein \u201eCity-Erweiterungsgebiet\u201c zu verwandeln. Der Landeskonservator durfte die H\u00e4user f\u00fcr \u201ek\u00fcnstlerisch wertlos\u201c erkl\u00e4ren, einer \u201eeklektischen, geschmacksunsicheren Epoche\u201c entstammend, eine b\u00fcrgerlich r\u00fcckst\u00e4ndige Gesinnung bef\u00f6rdernd &#8211; das schwatzte sich gegen den Augenschein Begriffsklumpen zusammen, die in Deutschland immer ein leichtes Spiel gegen die Evidenz haben. W\u00e4hrend die Feuersbrunst den H\u00e4usern einen w\u00fcrdigen Tod beschert hatte, pr\u00e4gte die gro\u00dfe Abrissphase mir Bilder der Sch\u00e4ndung ein: Erst standen die zum Verschwinden bestimmten H\u00e4user noch jahrelang verwahrlost herum, mit herausgerissenen Fenstern und T\u00fcren, ein \u00fcbler Geruch drang aus ihnen. Dann schlie\u00dflich wurden sie auseinandergerissen wie ein Aas, \u00fcber das sich die Hy\u00e4nen hermachen.<\/p>\n<p>Meine Schule war das Lessing-Gymnasium, im Krieg schwer getroffen, aber ein Fl\u00fcgel mit kirchenhohen Klassenzimmern, deren Fenster denen eines Malerateliers glichen, im Sommer von einer dichten Reihe alter Kastanien beschattet, war erhalten und auch die Eingangshalle mit elefantendicken graupolierten Granits\u00e4ulen stand noch. Alfred Hrdlicka erz\u00e4hlte mir, dass er in den Nachkriegsjahren eine Reihe solcher S\u00e4ulen aus kriegszerst\u00f6rten Ringstra\u00dfenpalais f\u00fcr seine Arbeit bekam; die gotisch qualvoll verdrehte Form seiner Skulpturen erkl\u00e4rte sich auch aus der S\u00e4ule, in der sie gesteckt und aus der heraus er sie hervorgeholt hatte. Jede sch\u00f6ne geschwungene S\u00e4ule mit ihrer Bauchigkeit und ihrem Kapitell ist eine Menschenstatue &#8211; Karyatiden sind im Grunde eine eigentlich unn\u00f6tige Verdeutlichung dieser Tatsache; das h\u00e4tte ich mit vierzehn Jahren, als ich Zeuge wurde, wie die Granits\u00e4ulen dieser Schulhalle von Baumaschinen umgeworfen wurden, nicht so benennen k\u00f6nnen, aber das Gef\u00fchl, dass mit dieser Zertr\u00fcmmerung etwas Sakrilegisches geschah, beherrschte mich. Ich erinnere mich, damals erste Stimmen der Emp\u00f6rung geh\u00f6rt zu haben.<\/p>\n<p>Das brave B\u00fcrgertum, das von wissenschaftlicher Seite doch so nachhaltig \u00fcber die Wertlosigkeit dieser Architektur aufgekl\u00e4rt worden war, sah immer mehr billige Betonh\u00e4user an die Stelle der f\u00fcr Jahrhunderte gebauten Geb\u00e4ude r\u00fccken und konnte sich \u00fcber die Erb\u00e4rmlichkeit, die die Stra\u00dfen zu s\u00e4umen begann, mit allen sch\u00f6nen Fortschrittsdevisen nicht mehr hinwegt\u00e4uschen. Wie es immer in der Geschichte ist: Winzige Fortschritte in durch Erkenntnis ver\u00e4ndertem Handeln m\u00fcssen mit gewaltigen Opfern erkauft werden; Hoffnung auf die angemessene Wertsch\u00e4tzung darf nur das beinahe schon Verschwundene, noch nicht Ausradierte pflegen. Wenn die verbliebenen Reservate der Gr\u00fcnderzeit-Mietsh\u00e4user aber jetzt auch Schonung genie\u00dfen und als Geldanlage weit mehr gefragt sind als das luxuri\u00f6seste Apartmenthaus &#8211; eine Konsequenz haben Architekten und Bauherren aus ihrer neuen Liebe nicht gezogen.<\/p>\n<p>Die alten hohen R\u00e4ume erscheinen unseren zeitgen\u00f6ssischen Plutokraten als geradezu s\u00fcndhaft, sollten sie selber solche bauen. Die letzten bewohnbaren gro\u00dfz\u00fcgigen Gr\u00fcnderzeitwohnungen wurden unter Stalin von deutschen Kriegsgefangenen hingestellt: In Moskauer Wohnt\u00fcrmen der f\u00fcnfziger Jahre findet man Intarsien-Parkett, Empire-Stuck und Fl\u00fcgelt\u00fcren mit Spiegeln und Kassetten. Zur selben Zeit lie\u00dfen die Stadtplaner der westdeutschen bombenzerst\u00f6rten St\u00e4dte Schneisen durch die Altst\u00e4dte schlagen und s\u00e4umten sie mit den Schuhschachteln, in die gedr\u00fcckte Fensterl\u00f6cher geschnitten waren. W\u00e4re es die schiere Not der Kriegsverlierer gewesen, die sich in diesen Nach-Verw\u00fcstungen, diesen unfeurigen Fl\u00e4chen-Bombardements ge\u00e4u\u00dfert h\u00e4tte, wer wollte dar\u00fcber richten. Aber wir w\u00e4ren nicht in Deutschland, wenn wir uns das Verst\u00fcmmeln unserer St\u00e4dte und Wohnungen nicht eine Zeitlang zu etwas Sch\u00f6nem, Notwendigem und auf jeden Fall Zeitgem\u00e4\u00dfem hochgeredet h\u00e4tten.<\/p>\n<p>\nDas hat die Sch\u00f6nheit so an sich<\/p>\n<p>Die Sprache ist aber m\u00e4chtiger als jedes Bild, ihre Suggestionen schieben verformende Linsen vor die Ph\u00e4nomene. Wir sehen, was wir geh\u00f6rt haben. Der ber\u00fchmte Turiner Autodesigner Giugiaro hat es mir einmal so erkl\u00e4rt: \u201eMein Vater war Dekorationsmaler; er malte den Leuten herrliche Architekturen, marmorne S\u00e4ulen, reiche Ornamente, raffinierte Farben in die Salons ihrer Villen. Das war teuer, aber es entsprach hohen \u00e4sthetischen Anspr\u00fcchen einer gar nicht so kleinen, gebildeten, den Handwerksk\u00fcnsten ein \u00c4u\u00dferstes abverlangenden B\u00fcrgerschicht, und es sollte ein Leben lang oder mehrere Leben halten. Dann nahm das industrielle Zeitalter Fahrt auf, es entstanden andere Systeme, Kosten zu berechnen, und nun wurde das Teure zu teuer. Weil der \u00e4sthetische Anspruch der Bourgeoisie aber fortdauerte, setzte man die Theoretiker einfach daran, die Leere, die wei\u00dfe Wand, die Schmucklosigkeit, die Industriefertigung f\u00fcr Emanationen der h\u00f6chsten Sch\u00f6nheit zu erkl\u00e4ren. Wir ertragen nicht, uns einzugestehen, dass Sch\u00f6nheit uns zu teuer ist, und nennen deshalb den Wegwerfplunder, die Kiste, die Null-L\u00f6sung sch\u00f6n.\u201c<\/p>\n<p>Aus diesen Worten des erfolgreichen, mit der industriellen Kultur bestens zurechtkommenden Autodesigners sprach noch etwas von der Verzweiflung des Handwerker-K\u00fcnstlers, der sein Vater war; der alte Giugiaro konnte den Mentalit\u00e4tswechsel nach dem Sieg der industriellen Revolution nur als Riesen-Betrugsman\u00f6ver begreifen. Wir wissen, dass es sich wohl etwas komplizierter verh\u00e4lt, aber die Empfindungen vieler Menschen, die auf den Ruin unserer St\u00e4dte blicken, dessen Zwangsl\u00e4ufigkeit in einer auf Reichtum, ja \u00dcberfluss gerichteten Wirtschaft sie nicht akzeptieren wollen, gehen in eine \u00e4hnliche Richtung. Was ist es nur gewesen, das uns die Wertlosigkeit als h\u00f6chsten Wert, die Formlosigkeit als h\u00f6chste Form, die Unbrauchbarkeit als h\u00f6chste Funktionst\u00fcchtigkeit, die Lumpigkeit als Kostbarkeit verkauft hat? Wie konnte die europ\u00e4ische Menschheit eine ihrer hervorstechendsten Begabungen verlieren: das St\u00e4dte- und H\u00e4userbauen?<\/p>\n<p>Dass die industrielle Architektur des zwanzigsten Jahrhunderts unf\u00e4hig ist, mit den Bauwerken eines anderen Jahrhunderts ein Ensemble zu bilden, ist offensichtlich &#8211; und zwar vollst\u00e4ndig unabh\u00e4ngig von der Qualit\u00e4t des jeweiligen Baus. Es ist immer dasselbe: Neben einem Mietshaus von 1880, einer Barockkirche oder auf einem Platz mit H\u00e4usern aus mehreren Jahrhunderten &#8211; die Sparkasse, das Apartmenthaus, das Verwaltungsgeb\u00e4ude aus Stahl und Beton wirken hier stets als St\u00f6rung, als Loch im Gewebe. Die zornigen Gemeinpl\u00e4tze, die diese Evidenz hervorruft, pflegen sich in folgende emp\u00f6rte Fragen zu kleiden: Ob nicht in jeder Epoche unbek\u00fcmmert um den Wert der vorangegangenen Leistungen weitergebaut worden sei? Ob man nicht bedenkenlos einen barocken Turm auf die romanische Kathedrale gesetzt habe? Ob nicht jede Zeit das Recht haben m\u00fcsse, am Ensemble einer Stadt weiterzubauen? Ob etwa alle Bauten der Vergangenheit von h\u00f6chstem, ergo sch\u00fctzenswertem Niveau gewesen seien, ob nicht vielmehr auch viel verbautes Pfuschwerk aus der Vergangenheit auf die Gegenwart gekommen sei? Ob die wom\u00f6glich sogar gelungenen Ensembles der Vergangenheit nun auf ewig museal eingefroren werden sollten? Ob man die Willk\u00fcr nicht bemerke, nach der das Sch\u00fctzenswerte und zur Konservierung bestimmte Alte gegen\u00fcber den Gegenwartsentw\u00fcrfen definiert wurde? Ob man glaube, die Gegenwart sei zu einer Sch\u00f6nheit der Architektur unf\u00e4hig?<\/p>\n<p>Es ist f\u00fcr zur Ungeduld neigende Temperamente zur qu\u00e4lenden Pflicht\u00fcbung geworden, alle diese Fragen in der \u00f6ffentlichen Diskussion \u00fcber das Verh\u00e4ltnis \u00fcberlieferter Ensembles zu Neubauten industrieller Herstellungsweise stets aufs Neue abzuarbeiten: Ja, jede baugeschichtliche Epoche hat mehr oder weniger sorglos Vorangegangene ver\u00e4ndert, abgerissen, versch\u00f6nert oder umgewidmet; ja, jede Gegenwart hat ihr eigenes Recht, sich nach ureigenem Gusto auszutoben, es gibt keine Instanz, die das verhindern k\u00f6nnte; ja, auch in der Vergangenheit gab es schlechte Architektur, Unbegabtheit und l\u00e4cherliche Ambition. Nein, das sogenannte museale Einfrieren von historischen Ensembles hat etwas Trauriges &#8211; obwohl der pejorative Gebrauch des Begriffs \u201emuseal\u201c in einer Zeit \u00fcberraschen muss, die unabl\u00e4ssig neue Museen gr\u00fcndet und sogar das eben Fertiggewordene, noch nicht ganz Getrocknete in Museen stellt. Ja, auch die Gegenwart kennt sch\u00f6ne Architektur, wenn auch nicht eben viel, aber das hat die Sch\u00f6nheit so an sich.<\/p>\n<p>\nEin unertr\u00e4glicher Missklang<\/p>\n<p>Hier ist vielleicht ein Punkt erreicht, an dem sich die Gewalt dieses vorwurfsvollen Frage-und-Antwort-Rituals erstmals unterbrechen l\u00e4sst: weil es n\u00e4mlich bei der F\u00e4higkeit der neuzeitlich-industriellen Architektur zur Erg\u00e4nzung historisch gewachsener Ensembles gar nicht in erster Linie um Sch\u00f6nheit im Sinne der Eigenschaft eines einzelnen Kunstwerks geht. In einem Ensemble vermag auch ein weniger sch\u00f6nes, sogar ein unsch\u00f6nes Geb\u00e4ude eine vorz\u00fcglich Funktion zu \u00fcbernehmen. Es sind sogar F\u00e4lle vorstellbar, wo herausragende individuelle Sch\u00f6nheit die Ausgewogenheit eines Ensembles vernichten k\u00f6nnte. Und weil es bei der Bewahrung und wom\u00f6glich gar Erweiterung von Ensembles nicht in erstes Linie um Sch\u00f6nheit geht, l\u00e4sst sich nun auch die einzige bisher nicht beantwortete Frage ins Auge fassen: Nach welchen Gesichtspunkten denn entschieden werden solle, welches Bauwerk f\u00e4hig sei, sich in das Ensemble einzuf\u00fcgen, da die Sch\u00f6nheit als Ma\u00dfstab nun einmal ausfalle.<\/p>\n<p>Die Frage beantwortet sich, wenn wir an die Ensembles einer gro\u00dfen alten Stadt denken, die nicht in rothenburghafte Geschichtslosigkeit gesunken ist, sondern deren Vitalit\u00e4t andauert. Paris ist daf\u00fcr ein einleuchtendes Beispiel, weil hier das Bauen und Umbauen der Stadt, gelegentlich in das alte Geflecht bis zur Brutalit\u00e4t einschneidend, nie ein Ende hatte. Aber der ber\u00fchmte Stein von Paris, hellgrau in vielen T\u00f6nen spielend, schmilzt die Zeugnisse der verschiedenen Epochen zu einem gro\u00dfen Bild zusammen, und auch die einheitliche Traufh\u00f6he sorgt f\u00fcr eine Harmonie, in der Gotik und Klassizismus, Belle Epoque und Art d\u00e9co bis zu den neoklassizistischen Bauten der drei\u00dfiger Jahre zusammenklingen.<\/p>\n<p>Gerade hier wird aber auch einzigartig deutlich, wann die Architektur diese F\u00e4higkeit zum epochen\u00fcbergreifenden Zusammenklang verliert &#8211; vielleicht sogar unwiederbringlich verloren hat. Warum f\u00fcgt sich ein Art-d\u00e9co-Wohnblock m\u00fchelos neben eine gotische Kirche, warum stellt der Siebziger-Jahre-Wohnblock an derselben Stelle einen fast unertr\u00e4glichen Missklang dar? Auch der Art-d\u00e9co-Wohnblock ist ja kein Meisterwerk, wenngleich nicht ganz so mies wie der Siebziger-Jahre-Wohnblock, der einfach nur in Beton gegossenes Millimeterpapier ist. Nein, die \u00e4sthetische Qualit\u00e4t soll hier nicht die entscheidende Rolle spielen &#8211; ich behaupte, dass auch der bestgelungene Beton-Wohnblock der Welt, den Zeitschriften abbilden und feiern, neben der gotischen Kirche versagen wird, sie k\u00fcmmerlicher aussehen lassen wird, sie zu armem Ger\u00fcmpel macht.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen uns endlich an den Gedanken gew\u00f6hnen, dass die Architektur durch das Bauen mit Stahl und Beton eine Revolution im Sinne eines scharfen und endg\u00fcltigen Schnitts zwischen zwei Menschheitsepochen erlebt hat. Die eine davon dauerte vom Anbeginn der Welt von H\u00fctten und Pfahlbauten und Trulli und Iglus bis in die zwanziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts, die andere hat danach begonnen, und zwischen ihnen gibt es keine Verbindung, weil diese beiden Epochen des Bauens auf vollkommen verschiedenen Prinzipien aufbauen.<\/p>\n<p>\nMit ungef\u00fcgen F\u00f6rmchen Kuchen backen<\/p>\n<p>Aus Steinen gemauerte W\u00e4nde auf der einen, in ein Pfeilerger\u00fcst gesetzte Beton-, Glas- oder Metall-Tafeln auf der anderen Seite. Hier gemauerte Gew\u00f6lbe, da gegossene Platten. Ein erkennbares System von Tragen und Lasten auf der einen, eine Unsichtbarkeit der Lasten, k\u00f6rperlich nicht nachvollziehbare Lastenverteilung auf der anderen Seite. Bauen unter dem Gesetz des Materials, in vom Material erzwungenen, aus der Materialit\u00e4t herauswachsenden Proportionen, Grenzen der Gestaltungsm\u00f6glichkeiten, die durch das Material gezogen werden, das war die alte Welt. Scheinhafte Befreiung von jeder Materialgesetzlichkeit, theatralische Aufhebung von physikalischen Gesetzen &#8211; das ist das Prinzip in der Luft schwebender Riesenmassen, die von unsichtbaren Trossen gehalten werden. Architektur der R\u00e4ume, der Hallen und Geh\u00e4use, das war einmal &#8211; Aufhebung der R\u00e4umlichkeit, der Grenzen zwischen innen und au\u00dfen, das sind die Ziele der neuen Architektur. Ihre illusion\u00e4re Grenzenlosigkeit, ihre Befreiung von den Gesetzen des Materials, kennt auch keine notwendige Proportion mehr; am besten kommt sie in Riesenvolumina zur Geltung.<\/p>\n<p>Man kann die Freiheitsempfindung der neuen Architektur eine Ideologie nennen, man kann ihre Formen sensationistisch, illusionistisch, zwanghaft innovativ, modisch, willk\u00fcrlich nennen, aber man wird nicht leugnen k\u00f6nnen, dass sie durch die neuen Materialien Beton und Stahl und Glas tats\u00e4chlich weitgehend von einer Notwendigkeit der Form befreit ist und zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte jedes erdenkliche Modell realiter bauen kann: Bauwerke wie zerkn\u00fclltes Butterbrotpapier oder zerknautschte Bierb\u00fcchsen oder G\u00fcrteltierpanzer sind nun keine Phantasiegebilde mehr. Man mag sich \u00fcber deren Monstrosit\u00e4t und L\u00e4cherlichkeit am\u00fcsieren, gegen die jede Schrebergartenh\u00fctte ein gro\u00dfes episches Denkmal der Menschheitsgeschichte darstellt &#8211; aber man wird anerkennen m\u00fcssen, dass die vollkommene Freiheit uns auf eine Probe stellt, auf die wir nicht vorbereitet sind und f\u00fcr die wir wahrscheinlich noch lange nicht ger\u00fcstet sein werden: Sch\u00f6nheit unserer Willk\u00fcr abverlangen zu m\u00fcssen, anstatt sie den naturgegebenen Materialien abzulauschen.<\/p>\n<p>Vielleicht, hoffentlich gelingt es der Menschheit in ferner Zukunft, auch mit den neuen Materialien, den gegossenen, die sich jedem Formeinfall anverwandeln, zu jenem in der Vergangenheit so fruchtbaren Kampf mit dem Material zu gelangen, der der Ursprung unseres \u00fcberlieferten und in uns immer noch lebendigen Sch\u00f6nheitsbegriffs war. Doch noch befinden wir uns im Kleinkindalter der neuen nachrevolution\u00e4ren Epoche, wo wir im Schlamm spielen und im sterilen Unrat mit ungef\u00fcgen F\u00f6rmchen Kuchen backen. Deswegen kommt es bei einem Gegeneinandersetzen von vorrevolution\u00e4ren und nachrevolution\u00e4ren Geb\u00e4uden immer zu diesem kreischenden, verletzenden Gegensatz: Entwickelte kollektive Form steht gegen formlose Willk\u00fcr; materialgebundene Proportion gegen leere Voluminosit\u00e4t, eine \u00c4sthetik der humanen K\u00f6rperlichkeit mit ihrem physisch nachvollziehbaren Spiel aus Tragen und Lasten st\u00f6\u00dft auf Luftballons aus Beton, die sich m\u00fcde von den Fundamenten heben.<\/p>\n<p>Beim Aufeinanderprallen dieser beiden Architekturen geschieht beiden Unrecht: Die alte wird in ihrer zartgliedrigen Verletzlichkeit, die neue in ihrer toten Gewaltt\u00e4tigkeit sichtbar. Wo solch ein Nebeneinander nicht zu vermeiden war, ist es schon schlimm genug &#8211; aber auch noch ein Prinzip daraus zu machen, das hei\u00dft, die psychopathologischen Kategorien des Sadismus und des Masochismus im \u00f6ffentlichen Raum verankern zu wollen. Sollten wir nicht versuchen, uns diesen bedr\u00fcckenden und beunruhigenden \u00dcbergang, in dem das Neue nur in seiner verw\u00fcstenden Gewalt erlebbar ist, so wenig qualvoll wie m\u00f6glich zu machen?<\/p>\n<p>\nEin Crescendo des Schreckens<\/p>\n<p>Herr Mosebach, wo bleibt das Positive? Das ewige Schimpfen dar\u00fcber, wie es falsch gemacht wird und worden ist, macht nicht satt. Das Kind ist in den Brunnen gefallen, nun sitzt es tief unten im stinkenden Schlamm und f\u00fchlt sich, wie es der infantilen Mentalit\u00e4t entspricht, sogar noch ganz wohl. Wer diesen geistigen Status erreicht hat, mag keine kritischen Worte dar\u00fcber mehr h\u00f6ren. Tats\u00e4chlich ist gegenw\u00e4rtig nichts so verp\u00f6nt wie Skepsis gegen\u00fcber unserer Lebensform. Jede Erinnerung an die Verluste, die sie gekostet hat, wird als Sentimentalit\u00e4t und Nostalgie gebrandmarkt; die Erforschung dessen, was wir sind, woher wir kommen, welche Gesetze unsere St\u00e4dte geformt haben, steht unter dem Verdacht \u00fcbelster Reaktion, wenn nicht von Schlimmerem.<\/p>\n<p>Die an Borniertheit un\u00fcberbietbare Selbstzufriedenheit wird inzwischen von begr\u00fcndeter Zukunftsangst unterwandert, die aber nicht Revision des eigenen Standpunktes zur Folge hat, sondern ein verkrampftes Festhalten am Status quo. Jetzt darf nicht mehr ausgesprochen werden, wie gnadenlos unsere St\u00e4dte seit den Kriegsbombardements verhunzt worden sind. In der Perversion historischer Gesinnung legen wir uns mitten in einer grunds\u00e4tzlichen rauschhaften Geschichtsvergessenheit eine eigene hochwissenschaftliche Kunstgeschichte f\u00fcr jedes einzelne Jahrf\u00fcnft des Wiederaufbau-Jammers zu; wir f\u00fchren penibel Buch \u00fcber jedes theorienabgest\u00fctzte, in Wahrheit aber von Habsucht und Politikunf\u00e4higkeit gezeichnete St\u00e4dtebauprojekt. Die Verzerrung des wissenschaftlichen Blicks, die jede \u00e4sthetische Wertung \u00e4chtet, erhebt jeden hohlen armseligen Pappkarton, der trotz seiner Nichtigkeit wie eine Bombe in die gewachsenen Kataster eingeschlagen ist, zumBaudenkmal. Die verspielten M\u00e4tzchen der F\u00fcnfziger-Jahre-Bauten mit ihren schr\u00e4gen D\u00e4chern, ihren versch\u00e4mten kleinen Gespreiztheiten, die von der D\u00fcrftigkeit des Grundentwurfs kaum ablenken, werden mit der Akribie untersucht, die Renaissance-Portalen zuk\u00e4me.<\/p>\n<p>Als das wiederaufstrebende Deutschland in die verbliebenen H\u00e4user des Barock und der Gotik riesige Schaufensterl\u00f6cher f\u00fcr Raiffeisenkassen und Waschmaschinengesch\u00e4fte baute, entstanden zugleich diese zahmen mickrigen Neubauten, die das Grau in unsere St\u00e4dte brachten: die Gleichf\u00f6rmigkeit, von allen Geschichtslasten befreit, um der schieren Notdurft zu dienen &#8211; und deshalb auch nicht einmal dazu in der Lage.<\/p>\n<p>Inzwischen wird jeder Appell an das Geschichtsbewusstsein, sei es bei der Erhaltung, sei es bei der Wiedergewinnung f\u00fcr das Gemeinwesen unersetzlicher Bauwerke, mit dem h\u00f6hnischen Hinweis auf die unbestreitbare Geschichtlichkeit dieser Elendsepoche unterlaufen. Als sei es selbst bei entfesselter Bauwut und unbegrenzten Mitteln jemals m\u00f6glich, die Zeugnisse der f\u00fcnfziger, sechziger, siebziger Jahre &#8211; ein Crescendo des Schreckens &#8211; s\u00e4mtlich wieder auszul\u00f6schen! Diese Zeit wird noch in Jahrhunderten sichtbar sein, ja sogar den vorherrschenden Eindruck unserer St\u00e4dte darstellen, auch wenn sich ihre Bauwerke dann im traurigsten Verfall befinden.<\/p>\n<p>\nDer St\u00e4dtebau braucht Vorschriften<\/p>\n<p>Und weil das so ist, d\u00fcrfen die W\u00fcnsche frei schweifen, unbeschwert von der Verantwortung f\u00fcr ohnehin nicht zu \u00e4ndernde Realit\u00e4ten. In diese W\u00fcnsche soll sich das erw\u00fcnschte Positive meiner kurzen Ausf\u00fchrungen nun kleiden. Es sind s\u00e4mtlich unerf\u00fcllbare W\u00fcnsche, weil in unserer Lage die erf\u00fcllbaren W\u00fcnsche keine L\u00f6sung mehr bringen.<\/p>\n<p>So w\u00fcnsche ich mir als Erstes Bauherren und Architekten, die die Stadt, f\u00fcr die sie bauen und planen, als beseeltes Lebewesen erkennen, als einzigartige aus Geschichte und Landschaft geborene Individualit\u00e4t. Die in ihrem Bewusstsein das R\u00f6merlager oder die fr\u00e4nkische Pfalz oder das slawische Wehrdorf oder die Adelsresidenz oder den Marktflecken tragen, aus dem die gegenw\u00e4rtige Stadt hervorgegangen ist. Die das Gesetz erforschen, unter dem die Stadt in die Welt getreten ist. Die die Stadt als ein Werk vieler Generationen begreifen, als Werk zahlloser Namenloser, die gemeinsam diese st\u00e4dtische Individualit\u00e4t zu immer gr\u00f6\u00dferer Deutlichkeit ausgebildet haben. Die wissen, dass nicht sie es sind, die diese Stadt erfunden haben. Die die Lage der Stadt in der Landschaft analysiert haben, ihr An-einen-Fluss-geschmiegt-Sein, ihr Thronen auf H\u00fcgeln, ihr Lagern in Ebenen. Die die Genialit\u00e4t der Stadtgr\u00fcnder verstanden haben, die Stadt gerade an diesen und keinen anderen Ort gesetzt zu haben. Architekten, die bewundern, wie die alte Stadt gleichsam aus sich selbst erbaut wurde: aus den Steinen ihres Bodens, aus den H\u00f6lzern der nahe gelegenen W\u00e4lder, aus Backsteinen in den Farben, die der Lehm der Landschaft hervorbrachte. Architekten, die in einer rheinischen oder hessischen oder bayrischen Stadt deshalb keinen Marmor aus Brasilien oder Sibirien verwenden, selbst wenn das ihr gefeiertes Markenzeichen ist.<\/p>\n<p>Ich ersehne Architekten, die nach Vorbild des gro\u00dfen Ruskin, der keineswegs, wie so gern behauptet wird, gescheitert ist, blo\u00df weil die Zeitgenossen seinen richtigen Einsichten nicht gefolgt sind &#8211; es sind vielmehr die Zeitgenossen, die durch ihre Dummheit und Geldgier gescheitert sind -, Architekten, die wie Ruskin das Wetter der Gegend, in der sie bauen wollen, pr\u00fcfen, um zu den f\u00fcr diese Region genau passenden Gesims-Form zu gelangen &#8211; was nat\u00fcrlich voraussetzt, dass sie \u00fcberhaupt Gesimse bauen und gebildet genug sind, die Notwendigkeit von Gesimsen an einem Bauwerk zu erkennen. Architekten und Stadtplaner ersehne und beschw\u00f6re ich, die sich in den Kataster unserer alten St\u00e4dte versenken und die einsehen, dass die Kleinteiligkeit dieses Katasters, diese H\u00e4userfronten, die so breit sind wie ein kr\u00e4ftiger langer Holzbalken, der Stra\u00dfe etwas von der fl\u00fcssigen Beweglichkeit eines Kettenpanzers geben, der sich an den K\u00f6rper schmiegt. Die wissen, dass ein Eingriff in diesen Kataster ein Angriff auf das organische Stra\u00dfengeflecht ist, und die deshalb sogar wagen, solche Angriffe in der Wiederaufbauzeit, solche Gef\u00fchllosigkeiten r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen.<\/p>\n<p>Ganz besonders aussichtslos ist die Forderung nach Stadtplanern und Politikern, die f\u00fcr ihre Stadt ein striktes Materialgebot aufstellen: die begreifen, dass das kollektive Kunstwerk Stadt eine rigide Vorschrift, was das Material angeht, braucht. Wir bestaunen die Backsteinst\u00e4dte Siena und Toulouse, die Kalksteinstadt Paris, den istrischen Travertin von Venedig, den gelben Sandstein von Bath. Warum sind die Frankfurter Stadtv\u00e4ter etwa, die in ihren Ferien bewundernd in diesen St\u00e4dten herumlaufen, nicht imstande, zu befehlen, dass in Frankfurt nur mit rotem Sandstein gebaut werden darf? In Jerusalem steht kein einziges bauk\u00fcnstlerisch bemerkenswertes Haus, aber das englische Besatzungsstatut, in Jerusalem d\u00fcrfe ausschlie\u00dflich mit wei\u00dfem Kalkstein gebaut werden, hat eine staunenswert sch\u00f6ne Stadt hervorgebracht.<\/p>\n<p>\nDie Liebe des Architekten<\/p>\n<p>Es ist eine schreckliche Einsicht f\u00fcr Architekten, aber eine Wahrheit: Im kollektiven Kunstwerk Stadt ist das richtige Material, der zur Region geh\u00f6rende Stein bei weitem wichtiger als gute Architektur. Es bedarf ohnehin f\u00fcr eine Stra\u00dfe keiner Meisterwerke, sondern vor allem die Demut, sich dem Vorhandenen bescheiden einzuf\u00fcgen und die vorgegebene Atmosph\u00e4re m\u00f6glichst wenig zu st\u00f6ren. Ich ersehne Architekten, die ihren Geschmack bis zu dieser Demut entwickelt haben.<\/p>\n<p>Stadtplaner und Bauaussch\u00fcsse betragen sich heute wie die zu verr\u00fccktem Geld gekommenen Investmentbanker, die von New York bis Moskau alle einen Damien Hirst oder einen Andy Warhol haben m\u00fcssen, und verschreiben ihren St\u00e4dten in diesem Geist einen Gehry, einen Libeskind, einen Foster oder Meier, anstatt zu begreifen, dass es nicht die Solit\u00e4re sind, die die Stadt machen, sondern das Ensemble und dass ein x-beliebiges Backsteinhaus einer Stadt einen gr\u00f6\u00dferen Dienst erweisen kann als die tollste auf dem gr\u00fcnen Rasen gelandete fliegende Untertasse.<\/p>\n<p>Ich fordere die Architekten auf, sich mit der Geschichte ihres Fachs zu besch\u00e4ftigen und bei der Betrachtung der bedeutendsten Bauten der Vergangenheit zu studieren, unter wie viel Vorgaben und Beschr\u00e4nkungen aller Art sie zustande gekommen sind, wie diese Vorgaben und Beschr\u00e4nkungen sie anspornten und zu geradezu unm\u00f6glichen L\u00f6sungen f\u00fchrten. Eines der sch\u00f6nsten Geb\u00e4ude der Weltgeschichte, das Erechtheion auf der Akropolis, war mit so vielen religi\u00f6sen und liturgischen Auflagen belegt, dass dem Architekten, einem der gr\u00f6\u00dften Meister seines Faches, beinahe kein Planungsspielraum blieb &#8211; und deshalb sollen die Architekten die Hindernisse und Auflagen, die ihnen das Gemeinwesen auferlegt, nicht als Last empfinden, sondern lieben lernen.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich w\u00fcnsche ich mir, dass die Liebe \u00fcberhaupt im Baugesch\u00e4ft die entscheidende Rolle spiele: dass der Architekt die Stadt, f\u00fcr die er bauen darf, f\u00fcr ihre Lebenden und Toten und f\u00fcr die Ungeborenen, von ganzem Herzen liebt und es als h\u00f6chste Ehre empfindet, ihrem Organismus etwas hinzuzuf\u00fcgen, und deshalb von Anfang an im Bewusstsein an seine Aufgabe geht, f\u00fcr die Jahrhunderte zu bauen, und wenn es auch nur ein Zeitungskiosk ist, den er entwerfen darf, weil etwas, das nicht in der Absicht gebaut wird, f\u00fcr die Jahrhunderte zu gelten, \u00fcberhaupt nicht das Recht hat, gebaut zu werden.<\/p>\n<p>\nH\u00e4user zu Kraftbatterien<\/p>\n<p>Genug des Schwelgens im Utopischen. F\u00fcgen wir uns der nicht erst marxistischen Erkenntnis, dass auch die geistvollste \u00c4sthetik durch die \u00d6konomie bestimmt wird. Wie w\u00e4re es denn, wenn der Fiskus sich zum \u00e4sthetischen Erzieher entwickeln w\u00fcrde? Gegenw\u00e4rtig k\u00f6nnen die Baukosten eines Gesch\u00e4ftshauses h\u00f6chstens zwanzig Jahre lang abgeschrieben werden, danach ist das Geb\u00e4ude im Grunde abbruchreif und rei\u00dft jedenfalls ein Riesenloch in die Bilanz. M\u00fcsste es in einem Gemeinwesen, das auf sich stolz ist, nicht eigentlich so sein, dass billiges auf die n\u00e4chsten zwei Jahrzehnte berechnetes Bauen steuerlich nicht nur nicht ermutigt werden sollte, sondern eigentlich bestraft werden m\u00fcsste? Was gesch\u00e4he, wenn es sich einfach nicht mehr lohnte, Wegwerf-Architektur zu bauen oder besser, weil bauen daf\u00fcr ein viel zu edles Wort ist, hinzurotzen? W\u00e4re es vielleicht doch noch m\u00f6glich, durch blo\u00dfe finanzielle Erpressung zu menschenw\u00fcrdigeren St\u00e4dten zu gelangen?<\/p>\n<p>Lohnt es sich \u00fcberhaupt noch, sich \u00fcber die Rettung der europ\u00e4ischen, besonders der deutschen St\u00e4dte den Kopf zu zerbrechen? Ist da in der Substanz noch etwas zu retten, mehr als nette kleine Schminkungen der schlimmsten Greuel? Sind wir in der Lage, f\u00fcr die Stadt der Zukunft noch irgendetwas Sinnvolles beizutragen, die wir in unserem Begriff von der Stadt, der gelungenen sch\u00f6nen Stadt doch ganz und gar an St\u00e4dtebilder gebunden sind, die ihre Entstehung vorindustriellen Zeiten verdanken? Es besteht doch gar kein Zweifel, dass die Sch\u00f6nheit der alten St\u00e4dte sich gerade auch einem Bauwerk verdankt, das f\u00fcr uns heute das allerundenkbarste, das allerl\u00e4stigste w\u00e4re: der Stadtmauer, die die Stadt nicht nur in Form hielt, sondern sie geradezu zusammenpresste, unter Hochdruck hielt.<\/p>\n<p>Jeder Platz in der ummauerten, vom Land streng geschiedenen Stadt war eine Sensation, ein Luxus f\u00fcr jedermann bis hin zum \u00c4rmsten. Im engen Raum ballten sich die H\u00e4user zu Kraftbatterien, sie schossen in die H\u00f6he und verdunkelten den Himmel, w\u00e4hrend in ihren stillen Innenh\u00f6fen ein reines Himmelsviereck herunterschien. In diesen \u00fcberf\u00fcllten St\u00e4dten waren Riesenbauwerke nur die Kirchen. Ihre von Kunstwerken erf\u00fcllten Hallen standen jedermann offen, sie waren dem Bodenschacher f\u00fcr alle Zeiten entzogen. Hier herrschte eine Raumverschwendung, die den kostbarsten Besitz des Gemeinwesens bildete.<\/p>\n<p>Die weltliche Macht verk\u00f6rperte sich in Schl\u00f6ssern und Pal\u00e4sten, Rath\u00e4usern und Zunfth\u00e4usern, sie war anschaubar, kein gespensterhaftes B\u00fcrokratieungeheuer mit Tausenden Funktion\u00e4ren, deren Verantwortung ins Gestaltlose verdampft. Der Fall der Stadtmauern, der den Stadtbrei ins Grenzenlose flie\u00dfen lie\u00df, war der erste gro\u00dfe Anschlag auf die Stadt, der zweite war die Erfindung der Eisenbahn, die den Kreis der Vorst\u00e4dte ins Uferlose wachsen lie\u00df. Nicht einmal die Verwaltungsgrenzen verm\u00f6gen seitdem mehr die Linie zu bezeichnen, an der die Stadt aufh\u00f6rt.<\/p>\n<p>\nSchluss mit der Selbstzufriedenheit<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfer Teil der Leute, die heute in einer Stadt arbeiten, haben mit dieser Stadt gar nichts mehr zu tun, sie wohnen an weit entfernten Orten, an die sie ebenso wenig gebunden sind. Das sind grob gesprochen die jedermann bekannten Bedingungen, unter denen sich unsere alten St\u00e4dte ver\u00e4ndern. Wir erleben den Zerfall dieser stolzen politischen K\u00f6rperschaft Stadt, die f\u00fcr ihre einstigen Bewohner den einzigen denkbaren Ort ihres Lebens darstellte. Jede alte Stadt war eine Urbs, f\u00fcr ihre B\u00fcrger die Stadt schlechthin, eine ganze geschlossene Welt, eine Societas perfecta &#8211; aber was die neue Stadt sein wird, das wissen wir nicht, und weil wir es nicht wissen, k\u00f6nnen wir es eigentlich auch nicht unternehmen, da noch irgendetwas zu planen.<\/p>\n<p>Zugleich sehen wir auf die Riesenmetropolen Asiens und Afrikas, in denen nichts geplant wird, mit Grausen, obwohl man in ihren Elendsvierteln manchmal mit Staunen organisch wachsende echt st\u00e4dtische Zellen entdecken kann: die ineinander verfilzten, wie Spatzennester aus hunderterlei Abfall zusammengesteckten und geflochtenen H\u00fctten, die Treffpunkte um die wenigen \u00f6ffentlichen Wasserh\u00e4hne, die Tempel und Kirchen, die aussehen wie unfertige Autoreparaturwerkst\u00e4tten, die ein gl\u00e4nzend lackiertes G\u00f6tterbild oder eine Muttergottes aus Zement umgeben. Es ist wahrlich keine Sozialromantik, wenn der Betrachter beim Anblick solcher Siedlungen, die von ger\u00e4uschvollem gemeinsamem Leben erf\u00fcllt sind, sich nicht sicher ist, ob den Erbauern dieser sp\u00e4tzeitlichen und zugleich fr\u00fchzeitlichen Organismen wirklich ein Gefallen getan wird, wenn ihr selbstgeschaffenes Riesendorf dann eines Tages von Planierraupen zusammengeschoben wird und die Bewohner in Betonkasernen verfrachtet werden, die von ferne durchaus den Neubausiedlungen in unseren Vorst\u00e4dten \u00e4hneln m\u00f6gen. Es ist ergreifend zu sehen, wie diese Menschen auch in den Zwangskorsetts dieser Siedlungen alsbald wieder beginnen, ihre Fuchsbauten anzulegen und sie zu humanisieren.<\/p>\n<p>Um es kurz zu sagen: Meine Ratlosigkeit in der Frage, was mit unseren St\u00e4dten geschehen soll, kommt aus der \u00dcberzeugung, dass ihre Zerst\u00f6rung sich irreversiblen industriellen, \u00f6konomischen und politischen Prozessen verdankt, die zu gigantischen Verlusten gef\u00fchrt haben, ohne dass ihr \u00e4sthetischer Gewinn sich mir schon andeutete. Sich gegen das Irreversible aufzub\u00e4umen gilt als unweise &#8211; ist es nicht kl\u00fcger, angesichts der kurzen Lebenszeit lieber daf\u00fcr zu sorgen, so viel Geld zu akkumulieren, damit man viel Zeit in noch unzerst\u00f6rten Erdenwinkeln und in noch nicht verw\u00fcsteten, wom\u00f6glich sogar liebevoll gesch\u00fctzten halb musealen, jedenfalls aus der Zeit gefallenen St\u00e4dtchen zubringen kann?<\/p>\n<p>Als Romanschriftsteller habe ich mir ohnehin abgew\u00f6hnt, mich \u00fcber die Zust\u00e4nde, von denen ich erz\u00e4hle, zu beklagen. Ich habe freilich versucht zu ergr\u00fcnden, wie es zu dem gewaltigen Mentalit\u00e4tswandel kommen konnte, der es m\u00f6glich machte, die aufgrund der industriellen Revolution eingetretenen Stadtvergewaltigungen sogar in b\u00fcrgerlich sch\u00f6nheitssinnigen Kreisen zu begr\u00fc\u00dfen und als wirklichen Fortschritt zu begreifen &#8211; in der ideologischen Definition dieses beliebten Begriffs, der sich das Voranschreiten einer Entwicklung immer nur als ein Erklimmen ges\u00fcnderer und strahlenderer Verh\u00e4ltnisse vorstellen will. Ich bin in der Beschreibung dieses Sinneswandels aber nicht zu einer Erkl\u00e4rung gelangt.<\/p>\n<p>Es scheint mir heute, dass die Sehnsucht der meisten Menschen darin besteht, mit ihrer Zeit in \u00dcbereinstimmung zu sein, und dass die Gesamtheit eines Volkes wie ein gro\u00dfes Tier oder ein Schwarm mit gemeinsamer Seele den sich r\u00e4tselhaft vollziehenden Wandel der Geschichte erlauschen und ertasten kann und sich ihr in Blitzgeschwindigkeit adaptiert, und zwar unabh\u00e4ngig davon, ob der Einzelne zum denkenden oder zum wenig denkenden Teil der Menschheit geh\u00f6rt. Das Einzige, was mir deshalb erstrebenswert scheint, obwohl ich an den Chancen dieses Vorhabens zweifle, w\u00e4re, dass einige Architekten und Stadtplaner aus ihrer Selbstzufriedenheit erwachten; dass es einige Architekten und Stadtplaner gebe, die mit Reue und Abscheu auf das blickten, was sie bis dahin als ihr Lebenswerk zu bezeichnen gewohnt waren. Ich glaube an die Wirksamkeit geistiger Akte &#8211; und ich glaube an die Verwirklichung jedes Einzelnen mit dem gro\u00dfen Ganzen des Volkes und daran, dass das, was ein Einzelner denken kann, auch den vielen anderen nicht grunds\u00e4tzlich verschlossen ist.<\/p>\n<p>Mit diesem Beitrag er\u00f6ffnete Martin Mosebach das internationale Symposium \u201eZwischen Traum und Trauma &#8211; Die Stadt nach 1945\u201c an der Hochschule f\u00fcr Bildende K\u00fcnste in Braunschweig.<\/p>\n<p>\nWider das heutige Bauen: Und wir nennen diesen Schrott auch noch sch\u00f6n<\/p>\n<p>Text: F.A.Z.<\/p>\n<p>\nBildmaterial: H. Keller, Hagmann, Horst und Daniel Zielske, K. Meier-Ude, Michael Hauri<\/p>\n<p>Beitrag kommentieren<\/p>\n<p>\nLesermeinungen zum Beitrag [21]<\/p>\n<p>    * Danke! 30. Juni 2010, 17:08<\/p>\n<p>\n    * St\u00e4dte, seid nicht so feige! 30. Juni 2010, 16:12<\/p>\n<p>\n    * Bei aller Kritik an Mosebachs Artikel 30. Juni 2010, 12:35<\/p>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>faznet:<\/p>\n<p>Und wir nennen diesen Schrott auch noch sch\u00f6n<br \/>\nVon Martin Mosebach<\/p>\n<p><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-86104","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-femkultur","entry"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v21.0 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>PRESSESCHAU-KULTUR - Wider das heutige Bauen Und wir nennen diesen Schrott auch noch sch\u00f6n - Feminissima<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/feminissima.de\/index.php\/2010\/07\/01\/presseschau-kultur-wider-das-heutige-bauen-und-wir-nennen-diesen-schrott-auch-noch-schoen\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"PRESSESCHAU-KULTUR - Wider das heutige Bauen Und wir nennen diesen Schrott auch noch sch\u00f6n - Feminissima\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"faznet: Und wir nennen diesen Schrott auch noch sch\u00f6n Von Martin Mosebach\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/feminissima.de\/index.php\/2010\/07\/01\/presseschau-kultur-wider-das-heutige-bauen-und-wir-nennen-diesen-schrott-auch-noch-schoen\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Feminissima\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2010-07-01T11:40:02+00:00\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"admin\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Verfasst von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"admin\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"29\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/feminissima.de\/index.php\/2010\/07\/01\/presseschau-kultur-wider-das-heutige-bauen-und-wir-nennen-diesen-schrott-auch-noch-schoen\/\",\"url\":\"https:\/\/feminissima.de\/index.php\/2010\/07\/01\/presseschau-kultur-wider-das-heutige-bauen-und-wir-nennen-diesen-schrott-auch-noch-schoen\/\",\"name\":\"PRESSESCHAU-KULTUR - Wider das heutige Bauen Und wir nennen diesen Schrott auch noch sch\u00f6n - Feminissima\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/feminissima.de\/#website\"},\"datePublished\":\"2010-07-01T11:40:02+00:00\",\"dateModified\":\"2010-07-01T11:40:02+00:00\",\"author\":{\"@id\":\"https:\/\/feminissima.de\/#\/schema\/person\/0b901e053624f88e7ecbea289d9d5128\"},\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\/\/feminissima.de\/index.php\/2010\/07\/01\/presseschau-kultur-wider-das-heutige-bauen-und-wir-nennen-diesen-schrott-auch-noch-schoen\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\/\/feminissima.de\/index.php\/2010\/07\/01\/presseschau-kultur-wider-das-heutige-bauen-und-wir-nennen-diesen-schrott-auch-noch-schoen\/\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/feminissima.de\/index.php\/2010\/07\/01\/presseschau-kultur-wider-das-heutige-bauen-und-wir-nennen-diesen-schrott-auch-noch-schoen\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\/\/feminissima.de\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"PRESSESCHAU-KULTUR &#8211; 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