{"id":86086,"date":"2010-02-27T17:24:51","date_gmt":"2010-02-27T17:24:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.feminissima.de\/?p=86086"},"modified":"2010-02-27T17:24:51","modified_gmt":"2010-02-27T17:24:51","slug":"marc-aurel-denken-rhetorik-stoizismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/feminissima.de\/index.php\/2010\/02\/27\/marc-aurel-denken-rhetorik-stoizismus\/","title":{"rendered":"Marc Aurel, Denken, Rhetorik, Stoizismus"},"content":{"rendered":"<p>Ausschnitt aus Wikipedia.<br \/>Mark Aurel[1] (* 26. April 121 in Rom; \u2020 17. M\u00e4rz 180 in Vindobona oder eventuell Sirmium) war von 161 bis 180 r\u00f6mischer Kaiser und der letzte bedeutende Vertreter der j\u00fcngeren Stoa. Als Princeps und Nachfolger seines Adoptivvaters Antoninus Pius nannte er sich selbst Marcus Aurelius Antoninus Augustus.[2] Mit seiner Regierungszeit endete eine Phase gro\u00dfer Prosperit\u00e4t f\u00fcr das R\u00f6mische Reich, die durch weitgehende innere und \u00e4u\u00dfere Stabilit\u00e4t gekennzeichnet war. Auch war Mark Aurel der letzte der sogenannten Adoptivkaiser, denn mit Commodus, der ein dem Regierungsstil des Vaters entgegengesetztes Willk\u00fcrregime errichtete, stand ein leiblicher Erbe der Herrscherfunktion bereit.<\/p>\n<p>Innenpolitische Akzente setzte Mark Aurel in Gesetzgebung und Rechtsprechung bei der Erleichterung des Loses von Benachteiligten der damaligen r\u00f6mischen Gesellschaft, vor allem der Sklaven und Frauen. Au\u00dfergew\u00f6hnlichen Herausforderungen hatte er sich hinsichtlich einer katastrophalen Tiber\u00fcberschwemmung zu stellen sowie in der Konfrontation mit der Antoninischen Pest und angesichts spontaner Christenverfolgungen innerhalb des R\u00f6mischen Reiches. An den Reichsgrenzen musste er nach einer l\u00e4ngeren Friedenszeit wieder an mehreren Fronten gegen eindringende Feinde vorgehen. Insbesondere waren der Osten des Reiches durch die Parther und der Donauraum durch diverse Germanen-St\u00e4mme bedroht. Sein letztes Lebensjahrzehnt verbrachte Mark Aurel daher vorwiegend im Feldlager. Hier verfasste er die Selbstbetrachtungen, die ihn der Nachwelt als Philosophenkaiser \u00fcberliefert haben und die zur Weltliteratur z\u00e4hlen.[3]<br \/>\nInhaltsverzeichnis<br \/>\n[Verbergen]<\/p>\n<p>    * 1 Leben bis zum Herrschaftsantritt<br \/>\n          o 1.1 Herkunft und Jugend<br \/>\n          o 1.2 Philosophische Orientierung<br \/>\n          o 1.3 Einarbeitung in die Regierungsgesch\u00e4fte<br \/>\n    * 2 Der Prinzipat des Mark Aurel<br \/>\n          o 2.1 Politische Leits\u00e4tze<br \/>\n          o 2.2 Innenpolitik<br \/>\n          o 2.3 Milit\u00e4rische Herausforderungen<br \/>\n          o 2.4 Die Gesandtschaft nach China<br \/>\n          o 2.5 Christenverfolgungen<br \/>\n          o 2.6 Die Usurpation des Avidius Cassius und das Nachfolgeproblem<br \/>\n    * 3 Tod und Nachwirkung<br \/>\n    * 4 Quellen<br \/>\n    * 5 Literatur<br \/>\n    * 6 Weblinks<br \/>\n    * 7 Anmerkungen<\/p>\n<p>Leben bis zum Herrschaftsantritt [Bearbeiten]<br \/>\nHerkunft und Jugend [Bearbeiten]<br \/>\nMark Aurel als Knabe<\/p>\n<p>Der Urgro\u00dfvater Mark Aurels war aus den hispanischen Provinzen nach Rom gekommen. Unter Kaiser Vespasian hatte er es bis zum Praetor gebracht. Sein Sohn Marcus Annius Verus, der Gro\u00dfvater Mark Aurels, bekleidete bereits dreimal das Amt des Konsuls. Er verheiratete seinen Sohn Annius Verus, Mark Aurels Vater, mit Domitia Lucilla, einer Verwandten Kaiser Hadrians, deren Familie durch den Besitz von Ziegeleien reich geworden war. Nach dem fr\u00fchen Tod des Vaters 128 wuchs Marcus im Haus seines Gro\u00dfvaters auf.<\/p>\n<p>Das in der \u00c4mterlaufbahn erworbene Ansehen der Familie und das ernsthafte Naturell des jungen Marcus verschafften ihm fr\u00fchzeitig die Beachtung Kaiser Hadrians,[4] der ihn wegen seiner Wahrheitsliebe scherzhaft mit dem Spitznamen Verissimus (\u201eder Wahrhaftigste\u201c) belegte und den Achtj\u00e4hrigen in das Priesterkollegium der Salier aufnehmen lie\u00df.[5] Im Zuge seiner Nachfolgeregelung adoptierte er im Februar 138 Antoninus Pius mit der Ma\u00dfgabe, dass dieser wiederum seinen Neffen Marcus zu adoptieren hatte.[6] Nach dem Tode Hadrians im Juli desselben Jahres zog der nun siebzehnj\u00e4hrige Mark Aurel zu Antoninus Pius, seinem Adoptivvater und neuen Kaiser, in den Regierungspalast. Schwerpunkte der Ausbildung waren zun\u00e4chst Studien zur griechischen und lateinischen Rhetorik bei den Lehrern Herodes Atticus und Marcus Cornelius Fronto. Mit letzterem f\u00fchrte er einen regen Briefwechsel, der in Teilen erhalten ist. Erneut weit vorfristig, n\u00e4mlich schon mit 18 Jahren, bekleidete Mark Aurel sein erstes Konsulat. Anscheinend ging es Antoninus Pius darum, Mark Aurel so fr\u00fch wie m\u00f6glich in eine unangreifbare Position zu bringen.[7]<br \/>\nPhilosophische Orientierung [Bearbeiten]<br \/>\nDeutsche \u00dcbersetzung der Selbstbetrachtungen, Hamburg 1727<\/p>\n<p>Die stoischen Philosophen unter seinen Lehrern, denen Mark Aurel zeitlebens dankbar war, m\u00f6gen entscheidend zu einer Wendung beigetragen haben, die er bereits als Zw\u00f6lfj\u00e4hriger genommen hat, als er sich in den Mantel der Philosophen kleidete und fortan auf unbequemer Bretterunterlage n\u00e4chtigte, nur durch ein von der Mutter noch mit M\u00fche verordnetes Tierfell gepolstert.[8] Hier hat offenbar eine Lebenshaltung ihren Anfang genommen, die in den auf Griechisch verfassten Selbstbetrachtungen (ta eis heaut\u00f2n) der sp\u00e4ten Jahre festgehalten wurde. Dabei d\u00fcrften die Grundlagen der dort formulierten \u00dcberzeugungen bereits fr\u00fchzeitig gegolten haben, denn sie fu\u00dften auf einer bald 500-j\u00e4hrigen und gleichwohl lebendigen Tradition stoischen Philosophierens. Qualifizierungsprozess und Herrschaftspraxis sind gerade darum in engem Zusammenhang mit seinen Selbstbetrachtungen zu sehen, weil die Einheit von Denken und Handeln, von Wort und Tat f\u00fcr seine Daseinsauffassung vorrangig war:<\/p>\n<p>    \u201eEs kommt nicht darauf an, \u00fcber die notwendigen Eigenschaften eines guten Mannes dich zu besprechen \u2013 vielmehr ein solcher zu sein.\u201c (X, 16)<\/p>\n<p>    \u201eDu kannst nicht im Schreiben und Lesen unterrichten, wenn du es nicht selber kannst; viel weniger lehren, wie man recht leben soll, wenn du es nicht selber tust.\u201c (XI, 29)<\/p>\n<p>Ebenso deutlich akzentuiert hat Mark Aurel das Bewusstsein f\u00fcr Wahrheit und Wirklichkeit, das schon Hadrian an ihm gesch\u00e4tzt hatte:<\/p>\n<p>    \u201eKann mir jemand \u00fcberzeugend dartun, dass ich nicht richtig urteile oder verfahre, so will ich\u2019s mit Freuden anders machen. Suche ich ja nur die Wahrheit, sie, von der niemand je Schaden erlitten hat. Wohl aber erleidet derjenige Schaden, der auf seinem Irrtum und auf seiner Unwissenheit beharrt.\u201c (VI, 21)<\/p>\n<p>    \u201eSo oft du an der Unversch\u00e4mtheit jemandes Ansto\u00df nimmst, frage dich sogleich: Ist es auch m\u00f6glich, da\u00df es in der Welt keine unversch\u00e4mten Leute gibt? Das ist nicht m\u00f6glich. Verlange also nicht das Unm\u00f6gliche.\u201c (IX, 42)<\/p>\n<p>Der Stellenwert dieser Notate f\u00fcr die Lebenspraxis Mark Aurels erschlie\u00dft sich aus dem Entstehungszusammenhang der Selbstbetrachtungen. Es handelte sich um eine Form geistiger \u00dcbungen, die darauf zielten, eine mit den Grunds\u00e4tzen der Stoa \u00fcbereinstimmende Lebensf\u00fchrung im Bewusstsein wachzuhalten und zu aktualisieren (Adrogans) sowie abweichende Emotionen zu kontrollieren. Darum ging es u.a. auch in der Einstellung zu den Mitmenschen:<\/p>\n<p>    \u201eDie Menschen sind f\u00fcreinander da. Also belehre oder dulde sie.\u201c (VIII, 59)<\/p>\n<p>    \u201eWillst du dir ein Vergn\u00fcgen machen, so betrachte die Vorz\u00fcge deiner Zeitgenossen, so die Tatkraft des einen, die Bescheidenheit des andern, die Freigebigkeit eines Dritten und so an einem Vierten wieder eine andere Tugend. Denn nichts erfreut so sehr wie die Muster der Tugenden, die aus den Handlungen unserer Zeitgenossen uns in reicher F\u00fclle in die Augen fallen. Darum habe sie auch stets vor Augen.\u201c (VI, 48)<\/p>\n<p>Vielerlei Unangenehmes zu verarbeiten, Schicksalsschl\u00e4ge durchzustehen und mit der eigenen Unvollkommenheit auszukommen, auch dazu qualifizierten ihn Reflexionen im Geiste der Stoa in besonderem Ma\u00dfe:<\/p>\n<p>    \u201eR\u00fchrt ein \u00dcbel von dir selbst her, warum tust du\u2019s? Kommt es von einem andern, wem machst du Vorw\u00fcrfe? Etwa den Atomen oder den G\u00f6ttern? Beides ist unsinnig. Hier ist niemand anzuklagen. Denn, kannst du, so bessere den Urheber; kannst du das aber nicht, so bessere wenigstens die Sache selbst; kannst du aber auch das nicht, wozu frommt dir das Anklagen? Denn ohne Zweck soll man nichts tun.\u201c (VIII, 17)<\/p>\n<p>    \u201eEmpfinde keinen Ekel, la\u00df deinen Eifer und Mut nicht sinken, wenn es dir nicht vollst\u00e4ndig gelingt, alles nach richtigen Grunds\u00e4tzen auszuf\u00fchren; fange vielmehr, wenn dir etwas mi\u00dflungen ist, von neuem an und sei zufrieden, wenn die Mehrzahl deiner Handlungen der Menschennatur gem\u00e4\u00df ist, und behalte das lieb, worauf du zur\u00fcckkommst.\u201c (V, 9)<\/p>\n<p>Mitunter ist kritisch gegen Mark Aurels Selbstbetrachtungen eingewandt worden, dass sie der philosophischen Originalit\u00e4t entbehrten. Dabei wurde in der Regel au\u00dfer Acht gelassen, dass ein Anspruch auf Originalit\u00e4t im gemeinten Sinne mit den Aufzeichnungen Mark Aurels zweifellos gar nicht verbunden war. Der Kaiser hat sie f\u00fcr sich geschrieben, nicht f\u00fcr die Philosophiegeschichte.<br \/>\nEinarbeitung in die Regierungsgesch\u00e4fte [Bearbeiten]<\/p>\n<p>Eine bessere Vorbereitung auf politische Verantwortungs\u00fcbernahme, als sie Mark Aurel durchlaufen hat, ist kaum vorstellbar. Bis zum Antritt der eigenen Herrschaft hatte er 23 Jahre lang (138-161) die umfassend genutzte Gelegenheit, sich auf die Anforderungen des Amtes einzustellen, sich in die Verwaltungsstrukturen des R\u00f6mischen Reiches einzuarbeiten und alle wichtigen Bewerber und Inhaber einflussreicher \u00c4mter kennenzulernen. Er erlangte dabei einen so sicheren Blick f\u00fcr die menschliche und aufgabenbezogene Eignung der Amtstr\u00e4ger und Postenkandidaten, dass Antoninus Pius sich schlie\u00dflich in allen Stellenbesetzungsfragen auf das Urteil des Marcus st\u00fctzte. Die von Hadrian aufeinander Verwiesenen harmonierten auch von ihrem ganzen Naturell her. Die Charakterisierung des Antoninus, die Mark Aurel im Ersten Buch der Selbstbetrachtungen gibt, d\u00fcrfte sowohl die Vorbildfunktion wie auch die Wesensverwandtschaft zum Ausdruck bringen, die den J\u00fcngeren mit seinem Adoptivvater verbunden hat:<\/p>\n<p>    \u201eAn meinem Vater bemerkte ich Sanftmut, verbunden mit einer strengen Unbeugsamkeit in seinen nach reiflicher Erw\u00e4gung gewonnenen Urteilen. Er verachtete den eitlen Ruhm, den beanspruchte Ehrenbezeigungen verleihen, liebte die Arbeit und die Ausdauer, h\u00f6rte bereitwilligst gemeinn\u00fctzige Vorschl\u00e4ge anderer, behandelte stets jeden nach Verdienst, hatte das richtige Gef\u00fchl, wo Strenge oder Nachgiebigkeit angebracht ist, verzichtete auf unnat\u00fcrliche Liebe und lebte nur dem Staatswohl. (\u2026) Niemand konnte sagen, er sei ein Sophist, ein Einf\u00e4ltiger, ein Pedant, sondern jeder erkannte in ihm einen reifen und vollkommenen Mann, erhaben \u00fcber Schmeicheleien, f\u00e4hig, sowohl seine eigenen Angelegenheiten als die der andern zu besorgen. Dazu ehrte er die wahren Philosophen und zeigte sich nichtsdestoweniger nachsichtig gegen diejenigen, die es nur zum Scheine waren. Im Umgang war er h\u00f6chst angenehm, er scherzte gern, jedoch ohne \u00dcbertreibung.\u201c (I, 16)<\/p>\n<p>Angesichts dieser engen inneren Bindung Mark Aurels an Antoninus Pius h\u00e4tte es der zus\u00e4tzlichen verwandtschaftlichen Bande kaum bedurft, die dadurch hergestellt wurden, dass Mark Aurel eine bestehende Verlobung zu l\u00f6sen hatte, um Faustina, die Tochter des Antoninus zu heiraten. Aus dieser Ehe gingen insgesamt 13 Kinder hervor, die in der Mehrzahl allerdings noch im Kindesalter starben.<\/p>\n<p>Mit dem Tode des Antoninus Pius ging das Kaisertum auf Mark Aurel \u00fcber, der sogleich eine Probe seines reflektierten Verh\u00e4ltnisses zur eigenen Machtvollkommenheit gab, indem er seinen Adoptivbruder Lucius Verus zum gleichberechtigten Mitkaiser erhob. An auctoritas freilich war Marcus \u00fcberlegen, zumal er auch das Amt des Pontifex maximus f\u00fcr sich behielt. Verus hat sich zeitlebens in dieses Arrangement gef\u00fcgt; 164 heiratete er die Tochter Mark Aurels, Lucilla.<\/p>\n<p>Beide Kaiser standen binnen kurzem einer im Vergleich zu den vorhergehenden Jahrzehnten des \u00e4u\u00dferen Friedens ver\u00e4nderten Situation gegen\u00fcber, als ab 161 die Parther die Ostgrenze des R\u00f6mischen Reiches in Frage stellten und die Germanen im Donauraum von 168 an ernsthaft die Nordgrenze bedr\u00e4ngten. Die Aufgabenteilung der beiden Kaiser ergab, dass Mark Aurel faktisch das Reich regierte, w\u00e4hrend Lucius Verus bis zu seinem Tode die Durchf\u00fchrung wichtiger Milit\u00e4roperationen oblag.<br \/>\nDer Prinzipat des Mark Aurel [Bearbeiten]<br \/>\nPolitische Leits\u00e4tze [Bearbeiten]<br \/>\nMark Aurel als Imperator<\/p>\n<p>Das \u00fcber alle geschichtlichen Epochen hinweg fortwirkende Charisma Mark Aurels liegt sicher nicht zuletzt begr\u00fcndet im Bilde des Philosophen auf dem Thron, in der mit ihm auch Gestalt gewordenen Verkn\u00fcpfung von politischer Philosophie und Herrschaftspraxis. Die Belege f\u00fcr das politische Denken Mark Aurels sind ebenfalls seinen Selbstbetrachtungen zu entnehmen. Manches davon erscheint wie zeitlos und in der Gegenwart keineswegs \u00fcberholt.<\/p>\n<p>    \u201eSeverus war mir ein Beispiel in der Liebe zu unseren Verwandten wie auch in der Wahrheits- und Gerechtigkeitsliebe (\u2026), durch ihn bekam ich einen Begriff, was zu einem freien Staate geh\u00f6rt, wo vollkommene Rechtsgleichheit f\u00fcr alle ohne Unterschied herrscht und nichts h\u00f6her geachtet wird als die Freiheit der B\u00fcrger.\u201c (I, 14)<\/p>\n<p>Freiheit und Gerechtigkeit, vor allem im Sinne gleichen Rechts f\u00fcr alle, geh\u00f6rten also zu den fr\u00fch angeeigneten und stets beibehaltenen politischen Leitvorstellungen Mark Aurels. Gegen die Versuchungen absolutistischen Machtmissbrauchs, denen er in seiner Stellung unvermeidlich ausgesetzt war, sch\u00fctzten ihn sein philosophischer Reflexionshintergrund und Selbstermahnungen wie die folgende:<\/p>\n<p>    \u201eH\u00fcte dich, dass du nicht ein tyrannischer Kaiser wirst! Nimm einen solchen Anstrich nicht an, denn es geschieht so leicht. [\u2026] Ringe danach, dass du der Mann bleibest, zu dem dich die Philosophie bilden wollte.\u201c (VI, 30)<\/p>\n<p>Nur zu bewusst war Mark Aurel sich der Grenzen seiner politischen Gestaltungsm\u00f6glichkeiten und der Hinf\u00e4lligkeit utopischer Gesellschaftsmodelle:<\/p>\n<p>    \u201eHoffe auch nicht auf einen platonischen Staat, sondern sei zufrieden, wenn es auch nur ein klein wenig vorw\u00e4rts geht, und halte auch einen solchen kleinen Fortschritt nicht f\u00fcr unbedeutend. Denn wer kann die Grunds\u00e4tze der Leute \u00e4ndern? Was ist aber ohne eine \u00c4nderung der Grunds\u00e4tze anders zu erwarten als ein Knechtsdienst unter Seufzen, ein erheuchelter Gehorsam?\u201c (IX, 29)<\/p>\n<p>Dass Mentalit\u00e4ten nicht ohne weiteres formbar und disponibel sind und daher im politischen Handeln ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen, war f\u00fcr Mark Aurel klar, weil er der B\u00fcrgerfreiheit auch in der Meinungs\u00e4u\u00dferung Priorit\u00e4t einr\u00e4umte.<\/p>\n<p>Worauf es ihm ankam, war ein vernunftgeleiteter und gemeinwohlorientierter Machtgebrauch, der mit den Grenzen der eigenen Kompetenz rechnete und dem gr\u00f6\u00dferen Sachverstand den Vortritt lie\u00df bzw. die Probleml\u00f6sung \u00fcbertrug:<\/p>\n<p>    \u201eReicht mein Verstand zu diesem Gesch\u00e4ft hin oder nicht? Reicht er hin, so verwende ich ihn dazu als ein von der Allnatur mir verliehenes Werkzeug. Im entgegengesetzten Falle \u00fcberlasse ich das Werk dem, der es besser ausrichten kann, wenn anders es nicht zu meinen Pflichten geh\u00f6rt, oder ich vollbringe es, so gut ich\u2019s vermag, und nehme dabei einen andern zu Hilfe, der, von meiner Geisteskraft unterst\u00fctzt, vollbringen kann, was dem Gemeinwohl gerade jetzt dienlich und zutr\u00e4glich ist.\u201c (VII, 5)<\/p>\n<p>In der Rechtspflege lag f\u00fcr Mark Aurel der Kern der guten gesellschaftlichen Ordnung und der Bereich, f\u00fcr den er sich pers\u00f6nlich am meisten verantwortlich f\u00fchlte:<\/p>\n<p>    \u201eWenn du Scharfsinn besitzest, so zeige ihn in weisen Urteilen.\u201c (VIII, 38)<\/p>\n<p>Mark Aurel hat seinem Dasein auch eine kosmopolitische Komponente zugeordnet und sogar bereits ein \u00f6kologisches Bewusstsein aufscheinen lassen:<\/p>\n<p>    \u201eMeine Natur aber ist eine vern\u00fcnftige und f\u00fcr das Gemeinwesen bestimmte; meine Stadt und mein Vaterland aber ist, insofern ich Antonin hei\u00dfe, Rom, insofern ich ein Mensch bin, die Welt. Nur das also, was diesen Staaten frommt, ist f\u00fcr mich ein Gut.\u201c (VI, 44)<\/p>\n<p>    \u201eDie Allnatur aber hat au\u00dferhalb ihres eigenen Kreises nichts. Das ist gerade das Bewundernswerte an ihrer Kunstfertigkeit, da\u00df sie in ihrer Selbstbegrenzung alles, was in ihr zu verderben, zu veralten und unbrauchbar zu werden droht, in ihr eigenes Wesen umwandelt und eben daraus wieder andere neue Gegenst\u00e4nde bildet. Sie bedarf zu diesem Zweck ebensowenig eines au\u00dfer ihr befindlichen Stoffes, als sie eine St\u00e4tte n\u00f6tig hat, um das Morsche dorthin zu werfen. Sie hat vielmehr an ihrem eigenen Raum, ihrem eigenen Stoff und an ihrer eigenen Kunstfertigkeit genug.\u201c (VIII, 50)<\/p>\n<p>Innenpolitik [Bearbeiten]<br \/>\nDenar des Mark Aurel<\/p>\n<p>Innere Belastungen f\u00fcr das R\u00f6mische Reich ergaben sich bereits in der Anfangsphase der Regierungszeit Mark Aurels aus einer verheerenden Tiber\u00fcberschwemmung und vor allem aus einer Pestepidemie (so genannte Antoninische Pest), die 166\/167 von den aus dem Osten zur\u00fcckkehrenden Truppen eingeschleppt worden war und nahezu das ganze R\u00f6mische Reich und auch die dicht besiedelte Hauptstadt Rom heimsuchte.<\/p>\n<p>Seinen philosophischen \u00dcberzeugungen entsprechend, konzentrierte Mark Aurel sein Regierungshandeln, solange ihm dies m\u00f6glich war, auf die inneren Strukturen des Reiches. Das besondere Augenmerk galt dabei den Schwachen und Benachteiligten der r\u00f6mischen Gesellschaft, den Sklaven, Frauen und Kindern, deren Situation er zu erleichtern suchte. Mehr als die H\u00e4lfte der \u00fcberlieferten Gesetzgebungsakte des \u201ePhilosophen auf dem Kaiserthron\u201c zielten auf Verbesserung der Rechtsstellung und Freiheitsf\u00e4higkeit dieser Bev\u00f6lkerungsgruppen. In gleicher Richtung hat er auch als oberstes Rechtsprechungsorgan des Reiches gewirkt, ein Amt, das er mit musterg\u00fcltiger Sorgfalt und beispielloser Hingabe ausge\u00fcbt hat. Die Anzahl der Gerichtstage pro Jahr wurde auf seine Anordnung erh\u00f6ht, so dass schlie\u00dflich 230 Tage f\u00fcr Verhandlungen und Schlichtungstermine vorgesehen waren. Als er 168 selber gegen die Germanen ins Feld zog \u2013 mit Lucius Verus zun\u00e4chst noch, nach dessen Tod 169 aber ganz auf sich gestellt \u2013, hat er seine richterliche T\u00e4tigkeit vor Ort fortgesetzt. Die Prozessbeteiligten mussten ggf. zur Verhandlung im Feldlager anreisen. Der Historiker Cassius Dio berichtet dar\u00fcber:<\/p>\n<p>    \u201eSooft ihm der Krieg etwas freie Zeit lie\u00df, sprach er Recht. Den Rednern lie\u00df er die Wasseruhren [wie sie bei Gericht gebr\u00e4uchlich waren] reichlich f\u00fcllen, und er besch\u00e4ftigte sich sehr ausf\u00fchrlich mit den einleitenden Untersuchungen und Vernehmungen, um ein allseits gerechtes Urteil zu f\u00e4llen. So verwandte er oft bis zu elf oder zw\u00f6lf Tage auf die Verhandlung eines einzigen Falles, obwohl er manchmal sogar nachts Sitzungen abhielt. Denn er war flei\u00dfig und widmete sich den Aufgaben seines Amtes mit der gr\u00f6\u00dften Sorgfalt. Nie sprach, schrieb oder tat er etwas, als ob es sich um etwas Unwichtiges handle, sondern verbrachte bisweilen ganze Tage \u00fcber irgend einer winzigen Kleinigkeit, weil er glaubte, es stehe einem Kaiser nicht an, etwas nur obenhin zu tun. Er war n\u00e4mlich davon \u00fcberzeugt, da\u00df schon das geringste Versehen ein schlechtes Licht auch auf all seine \u00fcbrigen Handlungen werfen werde.\u201c[9]<\/p>\n<p>Tiber\u00fcberschwemmung, Pestepidemie, Kriegskosten: Es war in einer \u00e4u\u00dferst bedr\u00e4ngten Lage, dass Mark Aurel sich auch in der F\u00fchrung des Staatshaushalts zu bew\u00e4hren hatte. Eine mit der Verminderung des Edelmetallgehalts der M\u00fcnzen verbundene verdeckte Inflation war unter solchen Umst\u00e4nden wohl kaum vermeidbar. Ansonsten aber trug der Kaiser durch vorbildliche Zur\u00fcckhaltung in der eigenen Lebensf\u00fchrung dazu bei, dass Ausgabenbegrenzungen etwa im Bereich der Zirkusspiele dem Volk vermittelbar waren. Auch zur Kriegsfinanzierung leistete das Kaiserhaus seinen Beitrag, indem eine Vielzahl wertvoller Gegenst\u00e4nde aus kaiserlichen Besitzst\u00e4nden auf dem Forum zur Versteigerung gebracht wurden. Der Historiker Cassius Dio (Senator unter Commodus; unter Severus Alexander Statthalter der Provinzen Africa, Dalmatien und Oberpannonien) zeigte sich besonders beeindruckt von Mark Aurels Auftreten gegen\u00fcber den im Felde siegreichen Soldaten, die als Siegpr\u00e4mie eine Sonderzahlung verlangten. Der Kaiser lehnte dies strikt ab und verwies darauf, dass jede solche Zahlung u.a. den Eltern und Verwandten der Legion\u00e4re abgepresst werden m\u00fcsste.<br \/>\nMilit\u00e4rische Herausforderungen [Bearbeiten]<br \/>\nMark-Aurel-S\u00e4ule, Piazza Colonna, Rom<\/p>\n<p>Schon zur Regierungszeit des Antoninus Pius hatte der Partherk\u00f6nig Vologaeses IV. wohl einen Krieg gegen Rom vorbereitet, um den r\u00f6mischen Einfluss in Armenien zur\u00fcckzudr\u00e4ngen. Vielleicht haben ihn der Thronwechsel und das noch unerprobte Doppelkaisertum von Mark Aurel und Lucius Verus dann ermutigt, unverz\u00fcglich loszuschlagen. Als der r\u00f6mische Statthalter von Kappadokien eine Niederlage erlitt, wurde Lucius Verus mit einem Heer in den Osten entsandt. Verus, den noch vor der Einschiffung eine l\u00e4ngere Erkrankung bei Canusium festhielt, gelangte erst Ende 162\/Anfang 163 nach Antiochia am Orontes und widmete sich dort zun\u00e4chst der Reorganisation des demoralisierten Heeres und der Koordination des Nachschubs (siehe auch Partherkrieg des Lucius Verus). Wie Mark Aurel hatte er pers\u00f6nlich keinerlei milit\u00e4rische Erfahrung. Die operative F\u00fchrung der r\u00f6mischen Gegenoffensive, die 163 begann, oblag daher haupts\u00e4chlich erfahrenen Offizieren wie dem aus Syrien stammenden Avidius Cassius. Die R\u00f6mer drangen schlie\u00dflich nach Armenien vor, wo der pro-r\u00f6mische Arsakidenprinz Sohaemus als K\u00f6nig eingesetzt wurde. 164 begann die r\u00f6mische Hauptoffensive in Mesopotamien; die Osrhoene wurde besetzt, und schlie\u00dflich fiel 165 die parthische Doppelhauptstadt Seleukia-Ktesiphon in r\u00f6mische Hand, wobei die K\u00f6nigsburg zerst\u00f6rt wurde. R\u00f6mische Truppen drangen sogar bis nach Medien vor. Der Krieg konnte im Jahr darauf erfolgreich beendet werden, wobei Rom aufgrund der Pestepidemie (siehe oben) aber keinen gr\u00f6\u00dferen Gewinn aus dem Sieg ziehen konnte.<\/p>\n<p>War bis zum Sieg \u00fcber die Parther die Lage im Donau-Grenzraum zwar auch bereits angespannt, aber doch im Wesentlichen beherrschbar geblieben, so \u00e4nderte sich dies 167\/168, als in Pannonien gegen die einfallenden Langobarden und Obier eine erste Schlacht geschlagen werden musste. Dies geschah auch im Zeichen einer Schw\u00e4chung durch die Antoninische Pest, vermutlich eine Form der Pocken, die die vom \u00f6stlichen Kriegsschauplatz zur\u00fcckgekehrten Legion\u00e4re eingeschleppt hatten. Der Statthalter von Oberpannonien trat danach in Verhandlungen mit den Germanen, erreichte aber nur eine vor\u00fcbergehende Beruhigung der Lage mit Hilfe des Markomannenk\u00f6nigs Ballomar. Denn bereits 169 drangen Ballomars Markomannen gemeinsam mit den Quaden bis \u00fcber die Alpen nach Norditalien vor und zerst\u00f6rten die Stadt Opitergium. Noch auf Ammianus Marcellinus, den gro\u00dfen Historiker der Sp\u00e4tantike, verfehlte der Einbruch der Germanen nicht seine Wirkung. [10] Aus sp\u00e4terer Perspektive konnten diese Ereignisse wie Vorboten der gro\u00dfen V\u00f6lkerwanderung wirken.<\/p>\n<p>In Rom suchte Mark Aurel der nun neben der Pestdepression zus\u00e4tzlich um sich greifenden Kriegsfurcht mit religi\u00f6sen Mitteln beizukommen: \u201eDie Opferalt\u00e4re rauchten, man schlachtete inmitten der Hungersnot in Massen ausgesuchte Tiere. [\u2026] Gleich eine Woche lang wurden die Statuen der G\u00f6tter als Festg\u00e4ste mit K\u00f6stlichkeiten bewirtet und zugleich um Erbarmen angefleht.\u201c[11] Mark Aurel machte sich nun auch selbst bereit, mit den Truppen ins Feld zu ziehen. Hatte seit den Zeiten Trajans kein Kaiser mehr an der Spitze der Armee im Krieg gestanden, so kam nun die Milit\u00e4rmonarchie als Ursprung des Prinzipats wieder deutlich zum Vorschein.<\/p>\n<p>Beide Augusti, Mark Aurel und Lucius Verus, fanden sich 168 an der Donaufront ein, um Truppeninspektionen durchzuf\u00fchren und die Lage zu sondieren. Als Ergebnis wurde in der Folge eine spezifische Milit\u00e4rverwaltungszone mit gro\u00dfen Verteidigungsst\u00fctzpunkten eingerichtet, die \u201epraetentura Italiae et Alpium\u201c. Das Hauptquartier befand sich zu dieser Zeit unweit \u00f6stlich von Opitergium in Aquileia. Als auch hier die Pest sich ausbreitete, reisten die Imperatoren auf Anraten von Mark Aurels Leibarzt Galen nach Rom ab. Auf diesem Wege verstarb Lucius Verus Anfang 169, vermutlich infolge eines Schlaganfalls. Seine nun verwitwete Tochter Lucilla verm\u00e4hlte Mark Aurel auch gegen deren Widerstand mit Tiberius Claudius Pompeianus, einem besonders f\u00e4higen Offizier syrischer Herkunft, den er f\u00fcr die Germanenkriege an sich binden wollte.<\/p>\n<p>Die Datierung der milit\u00e4rischen Operationen im Zuge der Markomannenkriege steht unter dem Vorbehalt einer nicht sehr ergiebigen Quellenlage, deren Deutung eher auf \u2013 mehr oder minder gro\u00dfe \u2013 Wahrscheinlichkeiten hinausl\u00e4uft als auf gesichertes Wissen.<\/p>\n<p>170 \u00fcberrannten Germanen und Jazygen das strategisch exponierte Dakien und stie\u00dfen anschlie\u00dfend bis nach Obermoesien vor. Wohl ebenfalls in dieser Zeit scheiterte eine Offensive unter Mark Aurel \u00e4u\u00dferst verlustreich: 20 000 Legion\u00e4re kamen dabei ums Leben. Auch zwei neu ausgehobene Legionen konnten zun\u00e4chst nicht verhindern, dass die gesamte Donaufront bedenklich br\u00f6ckelte; in anderen Teilen des Reiches kam es zu Aufst\u00e4nden und R\u00e4ubereinf\u00e4llen. Im S\u00fcdwesten erhoben sich die Mauren, \u00fcberwanden die Grenzkastelle und verw\u00fcsteten die spanischen Provinzen, sodass S\u00fcdspanien f\u00fcr zwei Jahre Kriegsgebiet blieb.[12] Der Osten wurde zu einem gro\u00dfen Milit\u00e4rdistrikt zusammengefasst und Avidius Cassius unterstellt.<br \/>\nMarkomannenkriege: Mark Aurel begnadigt Germanenh\u00e4uptlinge<\/p>\n<p>Nur mit bedeutenden Anstrengungen auch hinsichtlich der Kriegsfinanzierung (s.o.) und unter tempor\u00e4rer Ausweitung der Rekrutierungsbasis des Heeres z.B. auf Gladiatoren-Sklaven gelang es den R\u00f6mern in der Folge, auch im germanischen Vorfeld jenseits der Donau wieder Fu\u00df zu fassen, die Angreifer zur\u00fcckzuschlagen und die verschiedenen germanischen St\u00e4mme je nach Einsch\u00e4tzung ihrer Zuverl\u00e4ssigkeit durch unterschiedlich bevorzugte Behandlung bei Vertragsschl\u00fcssen gegeneinander auszuspielen. In Teilen wurden sie nun auch als Hilfstruppen der R\u00f6mer an den jeweils aktuellen Kriegsschaupl\u00e4tzen verwendet. Au\u00dferdem kam es zu allerdings wenig erfolgreichen Versuchen, begrenzte germanische Bev\u00f6lkerungskontingente durch Ansiedlung innerhalb der Reichsgrenzen zu integrieren.<\/p>\n<p>Die Lager im Grenzbereich, von denen aus Mark Aurel die milit\u00e4rischen Operationen leitete, wechselten mit den Erfordernissen der Situation. Als Noricum wieder vollst\u00e4ndig in r\u00f6mischer Hand war, verlegte er sein Hauptquartier nach Carnuntum. Weitere Standquartiere befanden sich in Sirmium und Vindobona. F\u00fcr mehrere im Zuge der Markomannenkriege an der Donau stationierte Legionen wurden neue Lager gegr\u00fcndet, so 179 Castra Regina, das heutige Regensburg.<\/p>\n<p>In einer Offensive eroberten die R\u00f6mer 172 die Region Moravia (M\u00e4hren), womit die ebenfalls feindlich gesinnten Sarmaten von den Quaden abgeschnitten waren, und unterwarfen schlie\u00dflich bis ins Jahr 174 auch die Markomannen und Quaden. Die Gefahr, die von den Jazygen ausgegangen war, wurde gebannt, als Marcus von Sirmium aus gegen sie vorging.<\/p>\n<p>Der wiederholte Hinweis in der Marcusbiographie der Historia Augusta, Mark Aurel habe jenseits der Donau die Einrichtung zweier neuer Provinzen, Marcomannia und Sarmatia, geplant, wird in der Forschung angesichts mangelnder Best\u00e4tigung aus anderen Quellen angezweifelt und kontrovers diskutiert. Einerseits h\u00e4tten Gebirgsz\u00fcge wie das Riesengebirge eine leichter zu verteidigende Grenze ergeben k\u00f6nnen, als es die Donau war; andererseits h\u00e4tten Einrichtung und Ausbau zweier neuer Provinzen Ressourcen erfordert, die in der gegebenen, auf das \u00c4u\u00dferste gespannten Lage kaum zur Verf\u00fcgung standen. Sollte Mark Aurel sich aber tats\u00e4chlich mit solchen Absichten getragen haben, dann wurde er 175 durch den Usurpator Avidius Cassius und 180 durch den eigenen Tod an dem Versuch ihrer Verwirklichung gehindert.<br \/>\nDie Gesandtschaft nach China [Bearbeiten]<\/p>\n<p>In chinesischen Quellen findet man einen Bericht \u00fcber eine r\u00f6mische \u201eGesandtschaft\u201c, die 166 China erreichte. Die M\u00e4nner brachten Geschenke mit und gaben an, von Andongni (chin. &#23433;&#19996;&#23612;, &#257;nd&#333;ngn\u00ed), dem K\u00f6nig von Daqin (Rom), (chin. &#22823;&#31206;, W.-G. Ta-ts\u2019in ) geschickt worden zu sein. Mit Andongni (Antoninus) k\u00f6nnen nur Antoninus Pius (in diesem Fall h\u00e4tte die Reise jedoch \u00fcber f\u00fcnf Jahre gedauert) oder Mark Aurel gemeint sein. Allerdings d\u00fcrfte es sich bei den \u201eGesandten\u201c nur um herk\u00f6mmliche r\u00f6mische Kaufleute gehandelt haben.<br \/>\nChristenverfolgungen [Bearbeiten]<\/p>\n<p>In der Regierungszeit Mark Aurels kam es zu den h\u00e4rtesten Christenverfolgungen seit Nero. In den Jahren 166\u2013168 \u2013 vermutlich im Zusammenhang mit der Pestepidemie \u2013 waren Christen zun\u00e4chst in dem durch die Partherkriege in Mitleidenschaft gezogenen Ostteil des R\u00f6mischen Reiches Opfer \u00f6rtlichen Volkszorns, nicht jedoch einer staatlich gelenkten Initiative. Mark Aurel hielt gegen\u00fcber den Christen an der Linie fest, die seit Trajan galt: Sie sollten nicht beh\u00f6rdlich belangt werden, solange sie auf \u00f6ffentliche Bekenntnisse zu ihrem Glauben verzichteten. Im Privatleben konnten sie ihr Christentum demnach in der Regel ungest\u00f6rt praktizieren. Unter krisenhaft ver\u00e4nderten \u00e4u\u00dferen und inneren Bedingungen gew\u00e4hrleistete diese Regelung jedoch nicht \u00fcberall die pers\u00f6nliche Sicherheit. So konnten beispielsweise Erlasse mit Aufforderungen an die Bev\u00f6lkerung, die Staatsg\u00f6tter angesichts der Pest durch Opfer zu vers\u00f6hnen, zu Aversionen gegen\u00fcber den Christen f\u00fchren, die solche Opfer aus Glaubensgr\u00fcnden verweigern mussten.<\/p>\n<p>Weitere Christenverfolgungen fanden 177 in Gallien statt. Hierbei waren die bereits erw\u00e4hnten angespannten Staatsfinanzen als miturs\u00e4chlich anzusehen. Gladiatoren f\u00fcr die Veranstaltung von Zirkusspielen wurden zunehmend knapp und teuer, da sie teilweise zu Verst\u00e4rkung der Legionen im Krieg gegen die Germanen verwendet wurden. So stiegen die Kosten f\u00fcr die Veranstaltung derartiger Spiele, die von den Amtsinhabern der st\u00e4dtischen Selbstverwaltungen in den Provinzen zu bestreiten waren, \u00fcber das ertr\u00e4gliche Ma\u00df hinaus. Diesbez\u00fcgliche Beschwerden aus Gallien d\u00fcrften dazu gef\u00fchrt haben, dass Kaiser und Senat ein Dekret erlie\u00dfen, wonach zum Tode verurteilte Verbrecher k\u00fcnftig zu Billigpreisen als Gladiatoren in der Arena eingesetzt werden durften. In Lugdunum (Lyon) machten sich daraufhin Teile der Bev\u00f6lkerung daran, Christen aufzusp\u00fcren und sie im Zusammenwirken mit den \u00f6rtlichen Zust\u00e4ndigen aburteilen zu lassen, sofern sie ihrem Bekenntnis nicht abschworen. Auch eine fremdenfeindliche Komponente k\u00f6nnte zus\u00e4tzlich bei diesen Vorg\u00e4ngen eine Rolle gespielt haben, denn unter den M\u00e4rtyrern waren griechische Namen zahlreich vertreten. Der zust\u00e4ndige Prokurator sicherte die Verurteilung der bekennenden Christen durch eine Anfrage in Rom ab. Das kaiserliche Reskript verwies auf die seit Trajan g\u00e4ngige Regelung. Folglich erlitt die Todesstrafe, wer sich \u00f6ffentlich zum Christentum bekannte.<\/p>\n<p>Nachdem die standhaften Christen in Lugdunum 177 der Sensationsl\u00fcsternheit des Volkes in der Arena zum Opfer gefallen waren, sind weitere Christenverfolgungen in der Regierungszeit Mark Aurels jedenfalls nicht \u00fcberliefert. Vielleicht hat er nach Kenntnisnahme des Geschehensablaufs entsprechende Vorkehrungen getroffen.[13] F\u00fcr den dauerhaften Bestand der christlichen Gemeinden, so F\u00fcndling, waren auf lange Sicht die z\u00e4hen internen Auseinandersetzungen der vielen christlichen Str\u00f6mungen ohnehin die bedrohlichere Gefahr.[14]<br \/>\nDie Usurpation des Avidius Cassius und das Nachfolgeproblem [Bearbeiten]<br \/>\nMark Aurel beim rituellen Opfer an den kapitolinischen Jupiter<\/p>\n<p>Im Jahre 175 erhob sich als Usurpator der syrische Statthalter Avidius Cassius. Die Hintergr\u00fcnde sind nicht ganz klar, doch wird sowohl von Cassius Dio als auch in der (allerdings oft sehr unzuverl\u00e4ssigen) Historia Augusta angef\u00fchrt, Faustina, die Frau des Kaisers, habe in Sorge um die angeschlagene Gesundheit ihres Mannes Kontakt zu Avidius Cassius aufgenommen. Faustina hatte wohl um das Weiterbestehen der Dynastie gef\u00fcrchtet, da der einzig \u00fcberlebende Sohn Commodus noch zu jung war. Wahrscheinlich spielte aber auch Faustinas Furcht vor einem Rangverlust eine Rolle, sollte jemand anders nach dem Tod Mark Aurels Kaiser werden. Eventuell wurde die Rebellion dann durch das Ger\u00fccht ausgel\u00f6st, Mark Aurel sei gestorben; im Osten fand Avidius Cassius, der sich als General im Partherkrieg bew\u00e4hrt hatte, bald gro\u00dfen Zuspruch. Als er jedoch erkannte, dass der Kaiser noch am Leben war, machte er den Fehler, sich ihm nicht zu unterwerfen, und lie\u00df es stattdessen auf einen Kampf ankommen. Angesichts des \u00dcbergewichts der Donaulegionen, bei denen er keine Anerkennung fand, war die Lage f\u00fcr Cassius zwar wenig aussichtsreich, aber auch nicht aussichtslos.<\/p>\n<p>Zu einem B\u00fcrgerkrieg kam es aber gar nicht erst, da Cassius kurz darauf aus den eigenen Reihen ermordet wurde. Noch an der Donaugrenze lie\u00df Mark Aurel seinen Sohn Commodus aus Rom kommen, schloss mit den Sarmaten Frieden und zog in den Osten des Reichs, um die Lage in den dortigen Provinzen nach dem Aufstand des Avidius Cassius zu beruhigen. Bei dieser Reise starb Mark Aurels Ehefrau Faustina im Alter von 46 Jahren. Man hatte ihr Untreue gegen\u00fcber ihrem Gatten nachgesagt. Vielleicht im Wissen darum hatte Mark Aurel sie an die Donaufront kommen lassen und sie zur \u201eMutter des Feldlagers\u201c erhoben. Auch nach ihrem Tod verweigerte er ihr ein ehrendes Andenken nicht, was ihn andererseits nicht hinderte, alsbald eine Konkubine zu erw\u00e4hlen. Die R\u00fcckreise f\u00fchrte den Kaiser \u00fcber Athen, wo er f\u00fcr die vier gro\u00dfen, traditionsreichen Philosophenschulen (die Platonische Akademie, das Aristotelische Lykeion, die Stoa und den Epikureismus) je einen Lehrstuhl stiftete.<\/p>\n<p>Am 23. Dezember des Jahres 176 feierte Mark Aurel zusammen mit seinem Sohn Commodus in Rom den Triumph \u00fcber die Germanen und Sarmaten (siehe oben). Am 1. Januar 177 machte er Commodus (der Zwillingsbruder Titus Aurelius Fulvus Antoninus war als Vierj\u00e4hriger, der ein Jahr j\u00fcngere Bruder Annius Verus Caesar mit sieben Jahren verstorben) zum gleichberechtigten Mitkaiser. Es war das f\u00fcr alle Welt un\u00fcbersehbare Signal: Commodus w\u00fcrde Mark Aurel nachfolgen. Das ist Marcus in der einschl\u00e4gigen Literatur teilweise als gravierende Schw\u00e4che ausgelegt worden. W\u00e4re es nicht gerade an ihm gewesen, die Tradition seiner Amtsvorg\u00e4nger fortzusetzen und vermittels einer Adoption die Geschicke des Reiches in die bestm\u00f6glichen H\u00e4nde zu \u00fcbergeben? Hatte sich Commodus nicht schon in jungen Jahren durch unkalkulierbares, auf Genusssucht angelegtes Verhalten f\u00fcr Herrschaftsaufgaben disqualifiziert?<br \/>\nCommodus<\/p>\n<p>Solche Fragen k\u00f6nnte Mark Aurel sich tats\u00e4chlich als Erster gestellt \u2013 und letztlich mit sich selbst ausgemacht haben. Zweierlei macht seine Entscheidung erkl\u00e4rbar: Keiner der Adoptivkaiser vor ihm besa\u00df einen leiblichen m\u00e4nnlichen Erben, den er h\u00e4tte zum Nachfolger machen k\u00f6nnen. Commodus&#8242; Anspruch \u2013 er war mit dem Titel \u201eCaesar\u201c bereits als F\u00fcnfj\u00e4hriger zum Nachfolgeanw\u00e4rter geworden \u2013 war daher durch die von den Amtsvorg\u00e4ngern Mark Aurels w\u00e4hrend des laufenden Jahrhunderts einge\u00fcbte Adoptionspraxis nicht grunds\u00e4tzlich in Frage gestellt, wobei die Kaiserw\u00fcrde formal aber ohnehin nicht erblich war (siehe Prinzipat). Den endg\u00fcltigen Ausschlag gegeben hat aber wohl \u2013 nach dem Gang der Ereignisse zu urteilen \u2013 der Usurpationsversuch des Avidius Cassius, der zeigte, dass die angeschlagene Gesundheit bzw. das Ableben des Kaisers (175 als Ger\u00fccht bereits gezielt gestreut) bei ungeregelter Nachfolgefrage zum B\u00fcrgerkrieg h\u00e4tte f\u00fchren k\u00f6nnen. Als verbindliche und m\u00f6glichst unanfechtbare L\u00f6sung bot sich in der gegebenen Situation nur Commodus an.<\/p>\n<p>Mark Aurel, der die problematischen Wesensz\u00fcge seines Sohnes registriert haben muss, blieb immerhin die Hoffnung, dass Commodus nach der Pubert\u00e4t in seine Aufgaben hineinwachsen w\u00fcrde. Reisen und Feldz\u00fcge seines Vaters hatte er jedenfalls von Mitte des Jahres 175 an \u2013 und bis zu dessen Ende im M\u00e4rz 180 \u2013 als bereits best\u00e4tigter Thronfolger zu begleiten. Gleichwohl blieben Art und Dauer seiner Vorbereitung auf die Herrscherrolle hinter den M\u00f6glichkeiten, die Mark Aurel zur Verf\u00fcgung gestanden hatten, weit zur\u00fcck. H\u00e4tte Mark Aurel zugunsten z. B. eines seiner Schwiegers\u00f6hne Commodus nicht zum Zuge kommen lassen, w\u00e4re dies nach F\u00fcndling im Sinne der Machtsicherung des neuen Herrschers einem Todesurteil gegen den eigenen Sohn gleichgekommen. Commodus\u2019 alsbald bevorzugte Selbstinszenierung als keulenschwingender Herkules und Gladiator ist f\u00fcr F\u00fcndling weniger abwegig, als es auf den ersten Blick scheint. Demnach firmierte Herkules auch als Sinnbild eines rastlosen Herrschers, der die Welt in \u00dcbereinstimmung mit stoischen Grunds\u00e4tzen von Plagen reinigt: \u201eDas Spektakel des blutbespritzten Commodus mag ein Versuch gewesen sein, aus dem Vorbild etwas Eigenes zu machen, ein auf den Hund gekommener Stoizismus.\u201c[15]<br \/>\nTod und Nachwirkung [Bearbeiten]<br \/>\nReiterstatue Mark Aurels, Kapitolinische Museen, Rom<\/p>\n<p>Am 3. August 178 brachen Mark Aurel und Commodus zum zweiten Markomannenkrieg auf. Auf diesem Feldzug starb der Kaiser am 17. M\u00e4rz 180, vermutlich in Vindobona, dem heutigen Wien (Tertullian nennt allerdings Sirmium als Sterbeort) an einer uns nicht weiter bekannten Krankheit. Einige Wissenschaftler gehen jedoch von der Antoninischen Pest als Todesursache aus[16], andere vermuten ein Krebsleiden. Mit Ausbruch der Krankheit und in Erwartung des nahen Todes lie\u00df der Kaiser seinen Sohn Commodus rufen und mahnte ihn angeblich, den Feldzug bis zum Sieg fortzusetzen. Commodus habe es in dieser Situation \u2013 m\u00f6glicherweise aus Angst vor Ansteckung &#8211; eilig gehabt, sich wieder zu entfernen. Daraufhin soll Mark Aurel, um das eigene Ende zu beschleunigen, das Essen und Trinken verweigert haben und bald darauf verschieden sein. Seinen klagenden Freunden entgegnete er der \u00dcberlieferung nach: \u201eWas weint ihr um mich? Weint um die Pest und das Sterbenm\u00fcssen aller!\u201c[17] Seine Asche wurde in Rom im Mausoleum Kaiser Hadrians, der sp\u00e4teren Engelsburg, beigesetzt. Ihm zur Ehren lie\u00df der Senat von Rom eine Ehrens\u00e4ule (Mark-Aurel-S\u00e4ule) errichten. Diese ist auf der nach ihr benannten Piazza Colonna in Rom zu finden.<\/p>\n<p>Die bekannteste Darstellung Mark Aurels ist sein bronzenes Reiterstandbild, das seit der Renaissance auf dem von Michelangelo gestalteten Platz (Piazza del Campidoglio) des Kapitols in Rom aufgestellt ist (jetzt in Nachbildung, das Original im benachbarten Museum). Dieses Reiterstandbild ist, seit der Einf\u00fchrung des Euro im Jahr 2002, auf der 50-Cent-M\u00fcnze der italienischen Version dieser W\u00e4hrung abgebildet. Ein weiterer Abguss der Reiterstatue steht in Tulln an der Donau. Die Statue soll an die jahrhundertelange Anwesenheit der R\u00f6mer an der Donaugrenze erinnern.<\/p>\n<p>Das Bild, das Mark Aurel als Herrscher geboten hat, sowie seine \u00fcberlieferten philosophischen Reflexionen haben ihm unter Zeitgenossen und Nachgeborenen vielfach Respekt und Bewunderung eingetragen, in breiten Bev\u00f6lkerungskreisen des R\u00f6mischen Reiches wie unter Aristokraten und Herrschern. In seine Nachfolge stellten sich etwa Septimius Severus und in der Sp\u00e4tantike der ebenfalls philosophisch interessierte Julian. Die Mark Aurel speziell bezeugte Verehrung mag noch verst\u00e4rkt worden sein durch die nach seiner Regierungszeit einsetzenden Turbulenzen, die seinen Tod als Z\u00e4sur erscheinen lie\u00dfen \u2013 mit den Worten des Senators und Historikers Cassius Dio als Abstieg in ein Zeitalter von \u201eEisen und Rost\u201c.[18] Den Christen galt er \u2013 trotz der Christenverfolgungen in seiner Regierungszeit \u2013 als guter Kaiser.<\/p>\n<p>Die neuzeitliche Wiederentdeckung Mark Aurels trug ihm erneut breite Verehrung ein: \u201eW\u00e4hrend der Aufkl\u00e4rung wurde er geradezu Modeautor, der besonders Voltaire begeisterte. Vernunft, Humanit\u00e4t, Pflichtgef\u00fchl und ein nichtchristlicher Gottesbegriff: So sollte ein K\u00f6nig sein.\u201c[19] Der ber\u00fchmte Historiker Edward Gibbon vertrat in seinem Werk History of the Decline and Fall of the Roman Empire in Anlehnung an Cassius Dio die Meinung, dass mit dem Tod Mark Aurels ein goldenes Zeitalter endete.[20] Von der Neuzeit bis in die Gegenwart haben sich bedeutende Pers\u00f6nlichkeiten als seine Anh\u00e4nger bekannt, darunter politisch Verantwortliche wie der aufgekl\u00e4rte preu\u00dfische Monarch Friedrich II. oder der deutsche Altbundeskanzler Helmut Schmidt, aber auch z. B. russische Literaten wie Anton Tschechow oder Literaturnobelpreistr\u00e4ger Joseph Brodsky.<\/p>\n<p>Seine eigene Sicht zur Frage des Nachruhms hat Mark Aurel in den Selbstbetrachtungen behandelt:<\/p>\n<p>    \u201eEinst gebr\u00e4uchliche Worte sind jetzt unverst\u00e4ndliche Ausdr\u00fccke. So geht es auch mit den Namen ehemals hochgepriesener M\u00e4nner wie Camillus, Kaeso, Volesus, Leonnatus, und in kurzer Zeit wird das auch mit einem Scipio und Cato, nachher mit Augustus und dann mit Hadrian und Antoninus der Fall sein. Alles vergeht und wird bald zum M\u00e4rchen und sinkt rasch in v\u00f6llige Vergessenheit\u2026\u201c (IV, 33)<\/p>\n<p>Quellen [Bearbeiten]<\/p>\n<p>Neben den Selbstbetrachtungen (siehe unten):<\/p>\n<p>    * Historia Augusta, Vita des Marcus Aurelius, Teil 1 und Teil 2 (lateinischer Text und englische \u00dcbersetzung bei LacusCurtius)<br \/>\n    * Cassius Dio, Buch 71 und 72 (englische \u00dcbersetzung)<br \/>\n    * Fronto, Epistulae<br \/>\n    * Eusebius von Caesarea, Historia ecclesiastica, f\u00fcnftes Buch<\/p>\n<p>Eine detailliertere Darstellung der Quellensituation bietet Birley.[21]<\/p>\n<p>Die Selbstbetrachtungen<\/p>\n<p>    * F. C. Schneider (\u00dcbers.), 1857: Selbstbetrachtungen bei Project Gutenberg; Meditationen bei zeno.org.<br \/>\n    * Wilhelm Capelle (\u00dcbers.): Selbstbetrachtungen. Kr\u00f6ner, Stuttgart 2001, ISBN 3-520-00412-7.<br \/>\n    * Rainer Nickel (\u00dcbers.): Wege zu sich selbst. Piper, M\u00fcnchen 2003, ISBN 3-492-23816-5.<br \/>\n    * Albert Wittstock: Selbstbetrachtungen. Reclam, Stuttgart 1949; Nachdruck 1995, ISBN 3-15-001241-4.<\/p>\n<p>Es sei auch auf die englische Ausgabe mit \u00dcbersetzung und Kommentar von Farquharson hingewiesen:<\/p>\n<p>    * A.S.L. Farquharson: The Meditations of the Emperor Marcus Antoninus. 2 Bde., Oxford 1944 (Zahlreiche Nachdrucke, auch ohne Originaltext und Kommentar.)<\/p>\n<p>Literatur [Bearbeiten]<\/p>\n<p>Historisch-biografische Literatur<\/p>\n<p>    * Anthony R. Birley: Mark Aurel. Kaiser und Philosoph. 2. durchgesehene und erweiterte Auflage. Beck, M\u00fcnchen 1977, ISBN 3-406-06760-3. \u00dcberarbeitete Ausgabe auf Englisch: Marcus Aurelius. A biography. Batsford, London 1987, ISBN 0-7134-5428-8 (Standardwerk).<br \/>\n    * Detlev von der Burg (Hrsg.): Marc Aurel. Der Reiter auf dem Kapitol. Hirmer, M\u00fcnchen 1999, ISBN 3-7774-8340-0 (kunsthistorische Studie zur Reiterstatue).<br \/>\n    * Richard P. Duncan-Jones: The impact of the Antonine plague. In: Journal of Roman Archaeology. Band 9, 1996, S. 108\u2013136.<br \/>\n    * J\u00f6rg F\u00fcndling: Marc Aurel. Kaiser und Philosoph. Primus Verlag, Darmstadt 2008, ISBN 978-3-89678-609-8 (Rezension).<br \/>\n    * Pierre Grimal: Marc Aur\u00e8le. Paris 1991.<br \/>\n    * Richard Klein (Hrsg.): Marc Aurel. Darmstadt 1979, ISBN 3-534-07802-0 (wichtige Aufsatzsammlung).<br \/>\n    * Cornelius Motschmann: Die Religionspolitik Marc Aurels. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-515-08166-6 (Hermes-Einzelschriften, Band 88).<br \/>\n    * Klaus Rosen: Marc Aurel. 3. Auflage. Rowohlt, Reinbek 2004, ISBN 3-499-50539-8 (knappe, aber n\u00fctzliche Einf\u00fchrung).<br \/>\n    * Klaus Rosen: Die angebliche Samtherrschaft von Marc Aurel und Lucius Verus. Ein Beitrag der Historia Augusta zum Staatsrecht der R\u00f6mischen Kaiserzeit. In: Historiae Augustae Colloquia. Nov. Ser. I, Macerata 1991, S. 271\u2013285.<br \/>\n    * Greg R. Stanton: Marcus Aurelius, Lucius Verus, and Commodus. 1962\u20131972. In: Aufstieg und Niedergang der r\u00f6mischen Welt. Band II 2, 1975, S. 478\u2013549 (\u00e4lterer Forschungs\u00fcberblick).<\/p>\n<p>Sekund\u00e4rliteratur zu den Selbstbetrachtungen<\/p>\n<p>    * A. E. Adrogans: Marc Aurel als Kompassnadel. Lebenskunst in der Weltgesellschaft. Norderstedt 2004, ISBN 3-8334-1703-X.<br \/>\n    * Pierre Hadot: Die innere Burg. Anleitung zu einer Lekt\u00fcre Marc Aurels. Eichborn, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-8218-0642-7 (wichtiges Standardwerk).<br \/>\n    * R. B. Rutherford: The meditations of Marcus Aurelius. A study. Clarendon Press, Oxford 1989, ISBN 0-19-814755-4.<\/p>\n<p>\nMarcus Annius Catilius Severus<br \/>\nKURZBESCHREIBUNG \tr\u00f6mischer Kaiser<br \/>\nGEBURTSDATUM \t26. April 121<br \/>\nGEBURTSORT \tRom<br \/>\nSTERBEDATUM \t17. M\u00e4rz 180<br \/>\nSTERBEORT \tVindobona oder Sirmium<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausschnitt aus Wikipedia.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-86086","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-femkultur","entry"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v21.0 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Marc Aurel, Denken, Rhetorik, Stoizismus - Feminissima<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/feminissima.de\/index.php\/2010\/02\/27\/marc-aurel-denken-rhetorik-stoizismus\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Marc Aurel, Denken, Rhetorik, Stoizismus - 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