{"id":85529,"date":"2008-11-02T12:01:06","date_gmt":"2008-11-02T12:01:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.feminissima.de\/?p=85529"},"modified":"2008-11-02T12:01:06","modified_gmt":"2008-11-02T12:01:06","slug":"ilse-aichinger-juedische-oesterreichische-schriftstellerin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/feminissima.de\/index.php\/2008\/11\/02\/ilse-aichinger-juedische-oesterreichische-schriftstellerin\/","title":{"rendered":"ILSE AICHINGER, j\u00fcdische \u00f6sterreichische Schriftstellerin"},"content":{"rendered":"<p>KURZBIOGRAPHIE &#8230;bitte sehr:<br \/>geb. 1921   Ilse Aichinger <br \/>\n Schriftstellerin<\/p>\n<p>1921 <br \/>\n1. November: Ilse Aichinger und ihre Zwillingsschwester Helga werden in Wien als T\u00f6chter einer j\u00fcdischen \u00c4rztin und eines Lehrers geboren. <\/p>\n<p>\n1926 <br \/>\nNach der Scheidung der Eltern w\u00e4chst Aichinger bei der Mutter in Wien auf. <\/p>\n<p>\n1938-1945 <br \/>\nVerfolgung durch die Nationalsozialisten. Die Mutter verliert ihre Stelle als st\u00e4dtische \u00c4rztin. Die Gro\u00dfmutter und die j\u00fcngeren Geschwister der Mutter werden deportiert und ermordet. Ihrer Schwester gelingt 1939 die Flucht nach England.<br \/>\nNach Abschluss des Gymnasiums bekommt Aichinger als Halbj\u00fcdin keinen Studienplatz.<br \/>\nIm Zweiten Weltkrieg werden sowohl Mutter als auch Tochter dienstverpflichtet. <\/p>\n<p>\n1945 <br \/>\nAichinger beginnt ein Medizinstudium, das sie jedoch nach f\u00fcnf Semestern abbricht, um ihren ersten Roman &#8222;Die gr\u00f6\u00dfere Hoffnung&#8220; zu beenden.<br \/>\n1. September: Aichingers Text &#8222;Das vierte Tor&#8220; thematisiert zum ersten Mal in der \u00f6sterreichischen Literatur die Konzentrationslager. <\/p>\n<p>\n1946 <br \/>\nAichinger erregt mit ihrem Essay &#8222;Aufruf zum Misstrauen&#8220; erstmals Aufsehen. Sie ruft dazu auf, &#8222;uns selbst [zu&#8230;] misstrauen. Der Klarheit unserer Absichten, der Tiefe unserer Gedanken, der G\u00fcte unserer Taten! Unserer eigenen Wahrhaftigkeit m\u00fcssen wir misstrauen!&#8220;. <\/p>\n<p>\n1948 <br \/>\nDer Roman &#8222;Die gr\u00f6\u00dfere Hoffnung&#8220; wird ver\u00f6ffentlicht. Inhalt des Werkes ist eine autobiografische Schilderung der Kriegszeit in Wien. Es bleibt ihr einziger Roman. <\/p>\n<p>1949\/50 <br \/>\nT\u00e4tigkeit als Lektorin beim S. Fischer Verlag in Wien und Frankfurt\/Main. <\/p>\n<p>\n1950\/51 <br \/>\nAssistentin bei Inge Aicher-Scholl (1917-1998) an der Ulmer Hochschule f\u00fcr Gestaltung. <\/p>\n<p>\nab 1951 <br \/>\nMitglied der &#8222;Gruppe 47&#8220; . <\/p>\n<p>\n1952 <br \/>\nDer Erz\u00e4hlband &#8222;Rede unter dem Galgen&#8220; erscheint und wird in der \u00d6ffentlichkeit viel beachtet. 1953 wird der Band neu aufgelegt und unter dem Titel &#8222;Der Gefesselte&#8220; herausgegeben.<br \/>\nMai: Aichinger wird auf der dritten Tagung der &#8222;Gruppe 47&#8220; f\u00fcr ihre &#8222;Spiegelgeschichte&#8220; zur Preistr\u00e4gerin des j\u00e4hrlich vergebenen Literaturpreises ernannt. <\/p>\n<p>\n1953 <br \/>\nHeirat mit dem Schriftsteller G\u00fcnther Eich. Aus der Ehe gehen die Kinder Clemens und Mirjam hervor.<br \/>\nAichinger ver\u00f6ffentlicht ihr erstes H\u00f6rspiel &#8222;Kn\u00f6pfe&#8220;. Es folgen weitere H\u00f6rspiele, die Aichinger auch in diesem Bereich als Autorin bekannt machen. <\/p>\n<p>\n1955 <br \/>\nAuszeichnung mit dem Immermann-Preis der Stadt D\u00fcsseldorf. <\/p>\n<p>\nab 1956 <br \/>\nMitglied der Berliner Akademie der K\u00fcnste. <\/p>\n<p>\n1957 <br \/>\nAichinger erh\u00e4lt den Literaturpreis der freien Hansestadt Bremen.<br \/>\nMitglied des deutschen PEN-Zentrums.<br \/>\nVer\u00f6ffentlichung von &#8222;Zu keiner Stunde. Szenen und Dialoge&#8220;.<br \/>\nSie dramatisiert das H\u00f6rspiel &#8222;Kn\u00f6pfe&#8220;, das in Berlin uraufgef\u00fchrt wird. <\/p>\n<p>\n1963 <br \/>\nAichinger zieht mit ihrer Familie nach Gro\u00df-Gmain bei Salzburg. <\/p>\n<p>\n1963-1970 <br \/>\nDer Erz\u00e4hlband &#8222;Wo ich wohne&#8220; (1963) wird ver\u00f6ffentlicht. Wie auch Aichingers H\u00f6rspiele, l\u00f6sen sich ihre Erz\u00e4hlungen immer mehr vom herk\u00f6mmlichen Wirklichkeitsbegriff. Es dominieren Irrealit\u00e4t und Traumerfahrungen.<br \/>\nIn den Folgejahren erscheinen der Band mit Erz\u00e4hlungen &#8222;Eliza Eliza&#8220; (1965), vier H\u00f6rspiele im Sammelband &#8222;Auckland&#8220; (1969) und der Erz\u00e4hlband &#8222;Nachricht vom Tag&#8220; (1970). <\/p>\n<p>\n1971 <br \/>\nAuszeichnung mit dem Nelly-Sachs-Preis. <\/p>\n<p>\n1976 <br \/>\nDer Sammelband &#8222;Schlechte W\u00f6rter&#8220;, in dem Erz\u00e4hlungen, Kurzprosa und das H\u00f6rspiel &#8222;Gare maritime&#8220; zusammengestellt sind, zeigt eine Ver\u00e4nderung in Aichingers Schreibstil von der Wahrheitssuche zur subversiven Sprachkritik. <\/p>\n<p>\nab 1977 <br \/>\nAichinger ist korrespondierendes Mitglied der Deutschen Akademie f\u00fcr Sprache und Dichtung. <\/p>\n<p>\n1978 <br \/>\nUnter dem Titel &#8222;Verschenkter Rat&#8220; erscheint eine Gedichtsammlung aus den Jahren 1955 bis 1978.<br \/>\nIn dem Band &#8222;Meine Sprache und ich&#8220; fasst Aichinger einen Gro\u00dfteil der zwischen 1949 und 1968 entstandenen Erz\u00e4hlungen zusammen. Der Titelessay thematisiert die Unzul\u00e4nglichkeit der Sprache als Ausdrucksmittel. <\/p>\n<p>\n1982 <br \/>\nAichinger erh\u00e4lt den Petrarca-Preis. <\/p>\n<p>\n1983 <br \/>\nAuszeichnung mit dem Franz-Kafka-Preis. <\/p>\n<p>\n1984 <br \/>\nUmzug nach Frankfurt\/Main.<br \/>\nAichinger erh\u00e4lt den Marie-Luise-Kaschnitz-Preis. <\/p>\n<p>\nab 1985 <br \/>\nAichinger ver\u00f6ffentlicht immer weniger. Von Zeit zu Zeit fasst sie ihre Gedanken in pr\u00e4gnanten S\u00e4tzen zusammen, wie &#8222;Zum Kranklachen w\u00e4re alles, wenn es nicht zum Totlachen w\u00e4re&#8220;. <\/p>\n<p>\n1987 <br \/>\nDer Europalia-Literatur-Preis der Europ\u00e4ischen Gemeinschaft wird an Aichinger verliehen. <\/p>\n<p>\n1991 <br \/>\nZu ihrem 70. Geburtstag erscheint Aichingers Gesamtwerk in acht B\u00e4nden, herausgegeben von Richard Reichensperger (1961-2004).<br \/>\nVerleihung des Gro\u00dfen Literaturpreises der Bayerischen Akademie der Sch\u00f6nen K\u00fcnste an Aichinger. <\/p>\n<p>\n1995 <br \/>\nAichinger erh\u00e4lt f\u00fcr ihr Lebenswerk den Gro\u00dfen \u00d6sterrreichischen Staatspreis f\u00fcr Literatur. <\/p>\n<p>\n1996 <br \/>\nOktober: Aichinger geh\u00f6rt zu den \u00fcber 100 Unterzeichnern der &#8222;Frankfurter Erkl\u00e4rung&#8220; gegen die f\u00fcr 1998 geplante Rechtschreibreform.<br \/>\nVer\u00f6ffentlichung von &#8222;Kleist, Moos, Fasane&#8220;; ein Sammelband kleinerer Arbeiten aus mehreren Jahren.<br \/>\nNovember: In einem ZEIT-Interview zu ihrem 75. Geburtstag sagt Aichinger: &#8222;Aber die gr\u00f6\u00dfte Begabung ist doch die, auf der Welt sein zu k\u00f6nnen. Es auszuhalten, mit einem gewissen Frohsinn.&#8220;<br \/>\nUrauff\u00fchrung der dramatischen Fassung von &#8222;Zu keiner Stunde&#8220; am Wiener Volkstheater. <\/p>\n<p>\n1997 <br \/>\nJuni: Eine &#8222;Interessengemeinschaft \u00f6sterreichischer Autoren&#8220; k\u00e4mpft dagegen, dass literarische Texte in Schulb\u00fcchern entsprechend der Rechtschreibreform ver\u00e4ndert werden. Neben Elfriede Jelinek (geb. 1946), Johannes Mario Simmel (geb. 1924), Ernst Jandl (geb. 1925) und anderen, unterschreibt auch Aichinger eine \u00f6ffentliche Untersagungserkl\u00e4rung. <\/p>\n<p>\n1998 <br \/>\nIhr Sohn, Clemens Aichinger, kommt bei einem Unfall ums Leben. <\/p>\n<p>\n2000 <br \/>\nAuszeichnung mit dem Joseph-Breitbach-Preis. <\/p>\n<p>\n2001 <br \/>\nNach 14j\u00e4hriger Schreibpause erscheint ihre Autobiografie &#8222;Film und Verh\u00e4ngnis. Blitzlichter auf ein Leben&#8220;. <\/p>\n<p>\n2005 <br \/>\nVer\u00f6ffentlichung des Buches &#8222;Unglaubw\u00fcrdige Reisen&#8220;. <\/p>\n<p>\n(mf\/sw) <\/p>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>KURZBIOGRAPHIE &#8230;bitte sehr:<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[],"class_list":["post-85529","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-fembcher","entry"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v21.0 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>ILSE AICHINGER, j\u00fcdische \u00f6sterreichische Schriftstellerin - Feminissima<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/feminissima.de\/index.php\/2008\/11\/02\/ilse-aichinger-juedische-oesterreichische-schriftstellerin\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"ILSE AICHINGER, j\u00fcdische \u00f6sterreichische Schriftstellerin - 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