{"id":84815,"date":"2007-03-19T14:31:57","date_gmt":"2007-03-19T14:31:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.feminissima.de\/?p=84815"},"modified":"2007-03-19T14:31:57","modified_gmt":"2007-03-19T14:31:57","slug":"19-maerz-das-milgram-experiment","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/feminissima.de\/index.php\/2007\/03\/19\/19-maerz-das-milgram-experiment\/","title":{"rendered":"19. M\u00e4rz &#8211; DAS MILGRAM-EXPERIMENT"},"content":{"rendered":"<p>in fem&#038;Bildung, weil Ihr dar\u00fcber informiert sein solltet, was es bedeutet, und warum wir es gerade JETZT in die Rubrik hieven&#8230;angesichts dessen, was bei der Bundeswehr durchgesickert und ans Tageslicht gelangt ist:  Quelle: Wikipedia.<\/p>\n<p>Milgram-Experiment<br \/>\naus Wikipedia, der freien Enzyklop\u00e4die<\/p>\n<p>Der Versuchsleiter (V) \u00fcberzeugt den als Lehrer (L) agierenden Probanden, dem Sch\u00fcler (S) elektrische Schl\u00e4ge zu verabreichen. In Wirklichkeit ist S ein Schauspieler, die Schocks nicht real. L wird aber in dem Glauben der Echtheit gelassen, um seine Reaktionen zu testen. Viele Probanden versetzten auf Gehei\u00df von V jeweils st\u00e4rkere \u201eElektroschocks\u201c, selbst dann, wenn der Schauspieler unter vorget\u00e4uschten Schmerzen den Abbruch des Versuchs verlangte und eine ernsthafte gesundheitliche Gef\u00e4hrdung von S vermutet werden konnte.<br \/>\nDas Milgram-Experiment ist ein erstmals 1962 durchgef\u00fchrtes wissenschaftliches Experiment, das von dem Psychologen Stanley Milgram entwickelt wurde, um die Bereitschaft durchschnittlicher Personen zu testen, autorit\u00e4ren Anweisungen auch dann Folge zu leisten, wenn sie in direktem Widerspruch zu ihrem Gewissen stehen.<\/p>\n<p>Inhaltsverzeichnis [Verbergen]<br \/>\n1 Geschichte und \u00dcberblick <br \/>\n2 Ablauf <br \/>\n3 Ergebnisse <br \/>\n4 Reaktion der Versuchspersonen <br \/>\n5 Folgen und Folgerungen <br \/>\n5.1 Methodische Kritik <br \/>\n6 Psychologische und soziologische Erkl\u00e4rungsversuche <br \/>\n7 Reaktionen <br \/>\n8 K\u00fcnstlerische Umsetzung <br \/>\n9 Siehe auch <br \/>\n10 Literatur <br \/>\n11 Quellen <br \/>\n12 Weblinks <\/p>\n<p> Geschichte und \u00dcberblick  [Bearbeiten]Angeregt wurde Milgram durch den Psychologen Jerome D. Frank, der bereits 1944 der Frage nachging, wovon die Gehorsamsbereitschaft willk\u00fcrlich ausgew\u00e4hlter Personen abh\u00e4ngt (Frank verlangte damals von seinen Probanden den Verzehr von zw\u00f6lf geschmacklosen Keksen. Der Gruppe wurde gesagt, dass der Verzehr salzloser Kekse wissenschaftlich notwendig sei. \u00dcberraschend weigerten sich nur zehn Prozent der Teilnehmer, die Kekse herunterzuw\u00fcrgen). Das Milgram-Experiment sollte urspr\u00fcnglich dazu dienen, Verbrechen aus der Zeit des Nationalsozialismus sozialpsychologisch zu erkl\u00e4ren. Dazu sollte die &#8222;Germans are different&#8220;-These gepr\u00fcft werden, die davon ausging, dass die Deutschen einen besonders obrigkeitsh\u00f6rigen Charakter haben. Nach den Ergebnissen der Untersuchung in New Haven schien dies jedoch nicht mehr notwendig, auch weil die Untersuchung in ihrem Aufbau wesentlich grunds\u00e4tzlicher angelegt war.[1] Milgram erhielt f\u00fcr diese Arbeit 1964 den j\u00e4hrlich vergebenen Preis der American Association for the Advancement of Science in der Kategorie Sozialpsychologie. Die American Psychological Association hingegen schloss Milgram wegen des Experimentes f\u00fcr ein Jahr aus, nachdem ein Kritiker ihm in der Zeitschrift American Psychologist vorgeworfen hatte, ein \u201etraumatisierendes\u201c Experiment vorgenommen zu haben, das \u201epotenziell sch\u00e4dlich\u201c f\u00fcr die Versuchspersonen sei. Vor allem wegen dieser Kritik, die auch von zahlreichen anderen Fachleuten ge\u00e4u\u00dfert wurde, verweigerte die Harvard University Milgram sp\u00e4ter eine Anstellung. Milgram selbst notierte in seinem Tagebuch, es sei \u201eethisch fragw\u00fcrdig, \u2026 Menschen in das Labor zu locken und sie in eine Lage zu bringen, die belastend ist.\u201c<\/p>\n<p>Die Ergebnisse des Milgram-Experiments wurden zun\u00e4chst in einem Artikel mit dem Titel: Behavioral study of obedience ver\u00f6ffentlicht, der in dem renommierten Journal of abnormal and social psychology (Bd. 67, 1963 S. 371-378) erschien. 1974 publizierte Milgram sein Werk: Obedience to Authority: An Experimental View, in dem er die Ergebnisse in einen breiteren Kontext einordnete. Die deutsche Ausgabe kam im selben Jahr heraus.<\/p>\n<p>Milgram bezieht sich darin u.a. auf das 1963 in New York erschienene Werk der politischen Theoretikerin Hannah Arendt: Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalit\u00e4t des B\u00f6sen. Dieses Konzept der Banalit\u00e4t des B\u00f6sen, so argumentiert er, komme der Wahrheit sehr nahe. Die fundamentalste Erkenntnis der Untersuchung sei, dass ganz gew\u00f6hnliche Menschen, die nur ihre Aufgabe erf\u00fcllten und keinerlei pers\u00f6nliche Feindschaft empf\u00e4nden, zu Handlungen in einem Vernichtungsprozess veranlasst werden k\u00f6nnten.[2]<\/p>\n<p>Der US-amerikanische Historiker Alfred W. McCoy wirft Milgram vor, dieser habe das Experiment im Rahmen eines CIA-Programms zur Forschung \u00fcber Bewusstseinskontrolle durchgef\u00fchrt. Darauf deute nicht nur der Zeitpunkt hin, sondern auch \u201edas Thema, die milit\u00e4rischen Verbindungen, die umstrittene Finanzierung durch die NSF und deren Ablehnung aller sp\u00e4teren Projekte Milgrams\u201c. Diese Vorw\u00fcrfe werden auf der Webseite von Milgrams Biograph Thomas Blass ausf\u00fchrlich diskutiert und bestritten[3].<\/p>\n<p>\n Ablauf  [Bearbeiten]Eine Versuchsperson und ein Vertrauter des Versuchsleiters, der vorgab, ebenfalls Versuchsperson zu sein, sollten an einem vermeintlichen Experiment zur Untersuchung des Zusammenhangs von Bestrafung und Lernerfolg teilnehmen. Ein offizieller Versuchsleiter (Experimentator) bestimmte den Schauspieler durch eine fingierte Losziehung zum \u201eSch\u00fcler\u201c, die tats\u00e4chliche Versuchsperson zum \u201eLehrer\u201c. Die Verabreichung eines elektrischen Schlags von 45 Volt sollte der Versuchsperson die k\u00f6rperlichen Folgen von elektrischen Schl\u00e4gen vergegenw\u00e4rtigen. Zudem wurde das an einen elektrischen Stuhl erinnernde Versuchsinventar gezeigt, auf dem der \u201eSch\u00fcler\u201c getestet werden sollte. Diese Versuchsanordnung mit der gewollten Assoziation wurde von den Probanden zu keinem Zeitpunkt in Frage gestellt.<\/p>\n<p>Der Versuch bestand darin, dass der \u201eLehrer\u201c dem \u201eSch\u00fcler\u201c bei \u201eFehlern\u201c in der Zusammensetzung von Wortpaaren jeweils einen elektrischen Schlag versetzte. Dabei wurde die Spannung nach jedem Fehler um 15 Volt erh\u00f6ht. In Wirklichkeit erlebte der Schauspieler keine elektrischen Schl\u00e4ge, sondern reagierte nach einem vorher bestimmten Schema, abh\u00e4ngig von der eingestellten Spannung. Erreichte die Spannung beispielsweise 150 Volt, verlangte der Schauspieler, von seinem Stuhl losgebunden zu werden, da er die Schmerzen nicht mehr aushalte. Dagegen forderte der dabei sitzende Experimentator, dass der Versuch zum Nutzen der Wissenschaft fortgef\u00fchrt werden m\u00fcsse. Wenn der \u201eLehrer\u201c Zweifel \u00e4u\u00dferte oder gar gehen wollte, forderte der Experimentator in vier standardisierten S\u00e4tzen zum Weitermachen auf. Die S\u00e4tze wurden nacheinander, nach jedem Zweifel der Versuchsperson, gesprochen und f\u00fchrten nach dem vierten Mal zu einem Abbruch des Experimentes seitens des Versuchsleiters. Damit die S\u00e4tze immer gleich ausfielen, wurden sie vorher mit dem Schauspieler einge\u00fcbt, insbesondere auch, um einen drohenden Unterton zu vermeiden.<\/p>\n<p>Satz 1: \u201eBitte, fahren Sie fort!\u201c Oder: \u201eBitte machen Sie weiter!\u201c <br \/>\nSatz 2: \u201eDas Experiment erfordert, dass Sie weitermachen!\u201c <br \/>\nSatz 3: \u201eSie m\u00fcssen unbedingt weitermachen!\u201c <br \/>\nSatz 4: \u201eSie haben keine Wahl, Sie m\u00fcssen weitermachen!\u201c <br \/>\nEs gab noch zwei weitere Standards\u00e4tze in antizipierten Verlaufssituationen: Wenn die Versuchsperson fragte, ob der \u201eSch\u00fcler\u201c einen permanenten physischen Schaden davontragen k\u00f6nne, sagte der Versuchsleiter: \u201eAuch wenn die Schocks schmerzvoll sein m\u00f6gen, das \u201eGewebe\u201c (tissue) wird keinen dauerhaften Schaden davontragen, also machen Sie bitte weiter!\u201c. Auf die Aussage des \u201eLehrers\u201c, der \u201eSch\u00fcler\u201c wolle nicht weitermachen, wurde standardm\u00e4\u00dfig geantwortet: \u201eOb es dem Sch\u00fcler gef\u00e4llt oder nicht, Sie m\u00fcssen weitermachen, bis er alle W\u00f6rterpaare korrekt gelernt hat. Also bitte machen Sie weiter!\u201c<\/p>\n<p>Eine Variation betraf die N\u00e4he zwischen \u201eLehrer\u201c und \u201eSch\u00fcler\u201c. Dabei wurden folgende vier experimentelle Bedingungen gestellt:<\/p>\n<p>die Versuchsperson konnte den \u201eSch\u00fcler\u201c weder sehen noch h\u00f6ren, sie nahm nur einen Schlag an die Wand bei dem Erreichen der 300-Voltgrenze wahr, <br \/>\nder Lehrer h\u00f6rte die Reaktionen des Sch\u00fclers \u00fcber einen Lautsprecher, <br \/>\nLehrer und Sch\u00fcler befanden sich nicht in einem Raum und <br \/>\ndie Versuchsperson hatte direkten Kontakt zu dem Schauspieler. <br \/>\nIn der letzten Versuchsanordnung musste der Proband, gesch\u00fctzt durch einen Handschuh, die Hand des \u201eSch\u00fclers\u201c auf eine Metallplatte dr\u00fccken, die vermeintlich elektrisch geladen war. Zudem wurde die Pr\u00e4senz des Versuchsleiters variiert, der entweder direkt im Raum, nur \u00fcber Telefon erreichbar oder abwesend sein konnte. Die Instruktionen erfolgten im letzten Fall \u00fcber ein Tonbandger\u00e4t.<\/p>\n<p>Spannung Reaktion des \u201eSch\u00fclers\u201c <br \/>\n75 V Grunzen <br \/>\n120 V Schmerzensschreie <br \/>\n150 V sagt, dass er an dem Experiment nicht mehr teilnehmen will <br \/>\n200 V Schreie, \u201edie das Blut in den Adern gefrieren lassen\u201c <br \/>\n300 V Er lehnt es ab zu antworten <br \/>\n\u00fcber 330 V Stille <\/p>\n<p>Der \u201eSch\u00fcler\u201c war in diesem Fall ein unauff\u00e4lliger Amerikaner irischer Abstammung und repr\u00e4sentierte einen Menschentyp, mit dem Fr\u00f6hlichkeit und Gelassenheit verbunden wurde. Mit dieser Auswahl sollte eine Beeinflussung der Handlungsweise durch eine mentale Disposition des Probanden vermieden werden. Zudem war es wichtig, dass die Versuchspersonen weder von dem Versuchsleiter noch von dem \u201eSch\u00fcler\u201c unbeabsichtigt beeinflusst werden konnten. Der \u201eLehrer\u201c konnte selbst bestimmen, zu welchem Zeitpunkt er das Experiment abbrechen wollte. Der Versuchsleiter verhielt sich neutral, selbst seine Kleidung war in einem unauff\u00e4lligen Grauton gehalten. Er wirkte und handelte zwar bestimmt, nicht aber autorit\u00e4r.<\/p>\n<p>Die Versuchspersonen wurden \u00fcber eine Anzeige in der Lokalzeitung von New Haven gesucht, wobei die angegebene Gage (4 US-Dollar plus 50 Cents Fahrtkosten) schon f\u00fcr das blo\u00dfe Erscheinen in Aussicht gestellt wurde. Das Experiment fand in der Regel in einem Labor der Yale Universit\u00e4t statt und war in der Anzeige als unter der Leitung von Prof. Stanley Milgram stehend gekennzeichnet. In einer der Varianten wurde das Experiment nach drau\u00dfen verlegt.<\/p>\n<p>\n Ergebnisse  [Bearbeiten]Folgende Tabelle gibt die Anzahl der Versuchspersonen (Vpn) (N=40), die das Experiment abbrachen, in Abh\u00e4ngigkeit der St\u00e4rke der letzten applizierten \u201eSchocks\u201c wieder.<\/p>\n<p>Spannung (Volt) Anzahl Vpn: Abbruch <br \/>\nbis 300 V 0 <br \/>\n300 V 5 <br \/>\n315 V 4 <br \/>\n330 V 2 <br \/>\n345 V 1 <br \/>\n360 V 1 <br \/>\n375 V 1 <br \/>\n390 V bis 435 V 0 <br \/>\n450 V 26 <\/p>\n<p>Folgende Tabelle gibt den Zusammenhang zwischen einigen variierenden Versuchsbedingungen, dem Anteil der Versuchspersonen (Vpn), die den maximalen Schock versetzten, und die dazugeh\u00f6rige durchschnittliche Schockst\u00e4rke an.<\/p>\n<p>Bedingungen Anteil der Vpn: Maximum \u00f8 Spannung <br \/>\nFernraum 65,0 % 405 V <br \/>\nakustische R\u00fcckmeldung 62,5 % 367,5 V <br \/>\nRaumn\u00e4he 40,0 % 312 V <br \/>\nBer\u00fchrungsn\u00e4he 30,0 % 268,2 V <\/p>\n<p>Das Ergebnis des ersten Experimentes war derart \u00fcberraschend, dass Milgram \u00fcber zwanzig Varianten mit jeweils abweichenden Parametern durchf\u00fchrte. In der ersten Versuchsreihe waren 62,5 % der Versuchspersonen bereit, den \u201eSch\u00fcler\u201c mit einem elektrischen Schlag mit den maximalen 450 Volt zu \u201ebestrafen\u201c; allerdings empfanden viele einen starken Gewissenskonflikt. Kein \u201eLehrer\u201c brach das Experiment ab, bevor die 300-Volt-Grenze erreicht war. In der vierten Versuchsanordnung, in der die Versuchspersonen den direkten Kontakt zum \u201eSch\u00fcler\u201c hatten, war die erreichte Volt-Stufe am niedrigsten. Die Abwesenheit des Versuchsleiters bewirkte, dass die Gehorsamsrate dreimal niedriger ausfiel als in der Versuchsanordnung mit seiner Anwesenheit. In einer Versuchsanordnung, in der Frauen die Elektroschocks austeilen sollten, ergab sich kein signifikanter Unterschied in der Abbruchrate gegen\u00fcber Versuchen mit m\u00e4nnlichen Probanden.<\/p>\n<p>Das Ergebnis einer Erweiterung des Experiments im Jahre 1965 war, dass der Anteil der bedingungslos gehorchenden Probanden stark abnahm (auf 10 %), sobald zwei weitere vermeintliche \u201eLehrer\u201c an dem Experiment teilnahmen, die dem Versuchsleiter Widerstand entgegensetzten. Bef\u00fcrworteten die zwei \u201eLehrer\u201c allerdings die Fortf\u00fchrung des Experimentes, so folgten dem 90 % der Probanden.<\/p>\n<p>In einer Variante des Versuchs, in der zwei Versuchsleiter den Versuch leiteten und dabei Uneinigkeit \u00fcber die Fortsetzung des Experimentes vorspielten, wurde das Experiment in allen F\u00e4llen von der Versuchsperson abgebrochen.<\/p>\n<p>Dr\u00e4ngte eine \u201ezweite Versuchsperson\u201c statt des Versuchsleiters auf die Fortsetzung des Experimentes, so applizierten \u201enur\u201c 25 % der Versuchspersonen den maximalen Schock.<\/p>\n<p>Die Autorit\u00e4t des Versuchsleiters blieb erhalten, wenn dieser die Rolle des \u201eSch\u00fclers\u201c \u00fcbernahm, das hei\u00dft, auf die Bitte um Abbruch folgte dieser unverz\u00fcglich.<\/p>\n<p>Bei zwei Versuchsleitern, von denen einer die faktische Rolle des Versuchsleiters \u00fcbernahm, wohingegen der andere VL den \u201eSch\u00fcler spielte\u201c, gingen 65 % der Teilnehmer bis zum Maximum; das hei\u00dft, nicht der allgemeine Status, sondern die situationsspezifische Funktion ist ausschlaggebend.<\/p>\n<p>Bei einer weiteren Variation gab sich der Versuchsleiter nicht als Forscher der renommierten Universit\u00e4t Yale aus, sondern als Wissenschaftler des fiktiven kommerziellen \u201eResearch Institute of Bridgeport\u201c, dessen R\u00e4ume sich in einem heruntergekommenen B\u00fcrogeb\u00e4ude eines Gesch\u00e4ftsviertels in Bridgeport (Connecticut) befanden. Hier sank die Zahl der Probanden, die die h\u00f6chste Voltzahl einsetzten, von 65 % auf 48 %. Dieser Unterschied ist allerdings nicht statistisch signifikant.<\/p>\n<p>Bei einer anderen Variation verlie\u00df Milgram den Raum und lie\u00df einen Schauspieler, der sich als Proband darstellte, das Experiment leiten. Hier sank der Anteil der Probanden, die bis zur H\u00f6chststufe gingen, auf 20 %.<\/p>\n<p>Das Experiment ist in unterschiedlichen Varianten in anderen L\u00e4ndern wiederholt worden. Die Ergebnisse best\u00e4tigten generell einander, was eine kultur\u00fcbergreifende G\u00fcltigkeit der Ergebnisse zeigt.<\/p>\n<p>\n Reaktion der Versuchspersonen  [Bearbeiten]Alle Versuchspersonen zeigten einen aufgew\u00fchlten Gem\u00fctszustand, hatten Gewissenskonflikte und waren aufgeregt. Ein Beobachter beschrieb die emotionale Lage eines Lehrers folgenderma\u00dfen: \u201eIch beobachtete einen reifen und anf\u00e4nglich selbstsicher auftretenden Gesch\u00e4ftsmann, der das Labor l\u00e4chelnd und voller Selbstvertrauen betrat. Innerhalb von 20 Minuten war aus ihm ein zuckendes, stotterndes Wrack geworden, das sich rasch einem Nervenzusammenbruch n\u00e4herte. Er zupfte dauernd an seinem Ohrl\u00e4ppchen herum und rang die H\u00e4nde. An einem Punkt schlug er sich mit der Faust gegen die Stirn und murmelte: \u201aOh Gott lass uns aufh\u00f6ren\u2018. Und doch reagierte er weiterhin auf jedes Wort des Versuchsleiters und gehorchte bis zum Schluss.\u201c<\/p>\n<p>Es zeigte sich, dass Personen, die die personale Verantwortlichkeit f\u00fcr ihr Verhalten hoch veranschlagten, das Experiment eher abbrachen und dem Versuchsleiter widersprachen.<\/p>\n<p>Um den ethischen Aspekten gerecht zu werden, erhielten die Probanden nach Abschluss der Versuchsreihe detaillierte Informationen \u00fcber das Experiment und deren Ergebnisse. Um eventuelle Langzeitsch\u00e4den zu erkennen, wurden in einer Stichprobe die Versuchspersonen ein Jahr nach dem Experiment erneut besucht und befragt. Das Experiment zeigte keine sch\u00e4dlichen Auswirkungen auf die Psyche der Versuchspersonen. 84 % der Teilnehmer gaben an, im Nachhinein froh zu sein, an dem Experiment teilgenommen zu haben. Nur ein Proband von Hundert bedauerte seine Teilnahme. Die meisten Teilnehmer gaben an, etwas \u00fcber sich gelernt zu haben und Autorit\u00e4tspersonen daher in Zukunft misstrauischer gegen\u00fcberstehen zu wollen.<\/p>\n<p>\n Folgen und Folgerungen  [Bearbeiten]Heutzutage w\u00fcrde ein vergleichbares Experiment von der Mehrzahl der Psychologen als unethisch zur\u00fcckgewiesen werden, da es die Versuchspersonen einem starken inneren Druck aussetzt und sie \u00fcber den wahren Zweck des Experiments t\u00e4uscht. An vielen Universit\u00e4ten stellte man als Reaktion auf diesen Versuch ethische Richtlinien \u00fcber die Zulassung von psychologischen Experimenten auf. Ob das gewonnene Wissen bei Milit\u00e4r und Geheimdiensten Anwendung fand, ist nicht bekannt.<\/p>\n<p>Milgram kommentierte die Ergebnisse seines Experiments so: \u201eDie rechtlichen und philosophischen Aspekte von Gehorsam sind von enormer Bedeutung, sie sagen aber sehr wenig \u00fcber das Verhalten der meisten Menschen in konkreten Situationen aus. Ich habe ein einfaches Experiment an der Yale-Universit\u00e4t durchgef\u00fchrt, um herauszufinden, wie viel Schmerz ein gew\u00f6hnlicher Mitb\u00fcrger einem anderen zuf\u00fcgen w\u00fcrde, einfach weil ihn ein Wissenschaftler dazu aufforderte. Starre Autorit\u00e4t stand gegen die st\u00e4rksten moralischen Grunds\u00e4tze der Teilnehmer, andere Menschen nicht zu verletzen, und obwohl den Testpersonen die Schmerzensschreie der Opfer in den Ohren klingelten, gewann in der Mehrzahl der F\u00e4lle die Autorit\u00e4t. Die extreme Bereitschaft von erwachsenen Menschen, einer Autorit\u00e4t fast beliebig weit zu folgen, ist das Hauptergebnis der Studie, und eine Tatsache, die dringendster Erkl\u00e4rung bedarf.\u201c (aus: The Perils of Obedience).<\/p>\n<p>Bis heute gilt der Autorit\u00e4tsgehorsam theoretisch als nur unzureichend gekl\u00e4rt. Obwohl Milgram eine Pers\u00f6nlichkeitsbasis f\u00fcr Autorit\u00e4tsgehorsam und Verweigerung vermutete, konnte er diese nicht belegen. Statt dessen ging er von zwei Funktionszust\u00e4nden aus: einem Zustand der Autonomie, in dem das Individuum sich als f\u00fcr seine Handlungen verantwortlich erlebt, und einem \u201eAgens-Zustand\u201c, in den es durch den Eintritt in ein Autorit\u00e4tssystem versetzt wird und nicht mehr aufgrund eigener Zielsetzungen handelt, sondern zum Instrument der W\u00fcnsche anderer wird.<\/p>\n<p>Das Experiment zeigte, dass die meisten Versuchspersonen durch die Situation veranlasst wurden, sich an den Anweisungen des Versuchsleiters und nicht an dem Schmerz der Opfer zu orientieren. Die Veranlassung war am wirksamsten, wenn der Versuchsleiter anwesend war und am wirkungslosesten, wenn die Instruktionen per Tonband oder Telefon erfolgten. Auch die N\u00e4he zum \u201eSch\u00fcler\u201c beeinflusste die Bereitschaft zum Abbruch des Versuches. So gingen ohne R\u00fcckmeldung der \u201eSch\u00fcler\u201c praktisch alle Versuchspersonen bis zur h\u00f6chsten Schockstufe, w\u00e4hrend beim direkten Kontakt nur noch 30 % die H\u00f6chststufe erreichten.<\/p>\n<p>\n Methodische Kritik  [Bearbeiten]Zwei wesentliche methodische Aspekte wurden an dem Versuchsaufbau kritisiert:<\/p>\n<p>Das Experiment sei nicht einer rein zuf\u00e4lligen Fallauswahl gefolgt und es lie\u00dfen sich somit keine gesicherten Aussagen \u00fcber die Repr\u00e4sentativit\u00e4t, z. B. f\u00fcr die gesamte amerikanische Bev\u00f6lkerung, treffen. <br \/>\nMan m\u00fcsse bei den Experimenten Effekte ber\u00fccksichtigen, die den Versuchsablauf beeinflussten, etwa den Umstand, dass allein das Bewusstsein, an einem Test teilzunehmen, die Einstellung der Testperson ver\u00e4ndere (sog. Hawthorne-Effekt) oder die Tatsache, dass die Erwartung des Experimentators unterschwelligen Einfluss auf das Verhalten der Versuchspersonen nehme (Pygmalioneffekt). <\/p>\n<p> Psychologische und soziologische Erkl\u00e4rungsversuche  [Bearbeiten]Dieses Experiment geh\u00f6rt in den Grundlagenbereich der Sozialpsychologie, bei der das Verhalten eines Einzelnen in der Gruppe untersucht wird. Als m\u00f6gliche Begr\u00fcndung f\u00fcr das Verhalten der Versuchspersonen kann der Wunsch der Testperson gesehen werden, das freiwillig begonnene Experiment auch tats\u00e4chlich abzuschlie\u00dfen und den Erwartungen der Wissenschaftler zu entsprechen. Hinzu kommt, dass die Versuchssituation f\u00fcr die Probanden neu war und deshalb kein erlerntes Handlungsmuster existierte. Ein anderer Erkl\u00e4rungsversuch zielt auf den graduellen Charakter des Experimentes ab, der psychologisch allt\u00e4glichen Verhaltensmustern entspricht, diese aber durch die kontinuierliche Steigerung der \u201eBestrafungsbereitschaft\u201c sukzessive in Richtung au\u00dferordentlicher Verhaltensweisen verschiebe. Dies mache die Absch\u00e4tzung der Folgen f\u00fcr die Probanden schwierig. Dazu passe, dass das Verhalten der Probanden durch die Ver\u00e4nderung situationaler Variablen, etwa der Distanz zum Sch\u00fcler oder der Anwesenheit des Versuchsleiters, beeinflusst werde, nicht durch das Vorliegen einer charakterlichen Disposition. Soziologisch ist das Experiment daher als Beleg f\u00fcr die Wirksamkeit der Norm des Gehorsams gesehen worden. \u00dcber die Sozialisation erlerne das Individuum Gehorsamkeit und Unterordnung. Zun\u00e4chst im famili\u00e4ren System, sp\u00e4ter in der Institution Schule. In beiden gesellschaftlichen Kontexten, die f\u00fcr die Pr\u00e4gung des Individuums entscheidend seien, werde Folgsamkeit und Unterordnung positiv sanktioniert. Die Gehorsamkeitsnorm ist an Institutionen und Individuen gebunden, die \u00fcber einen hohen sozialen Status und\/oder Autorit\u00e4t verf\u00fcgen. Denn wie sich in den Variationen des Versuches andeutete, sinkt mit dem sozialen Status des Versuchsleiters die Bereitschaft zur Gehorsamsleistung. Insbesondere wenn die Autorit\u00e4t in einen b\u00fcrokratischen Prozess eingebunden ist, der die Delegation der Verantwortung auf eine Institution erm\u00f6glicht, steigt die Chance auf Gehorsam selbst bei Befehlen, die als unmoralisch empfunden werden.<\/p>\n<p>\n Reaktionen  [Bearbeiten]Das Experiment wurde vielfach als Beleg daf\u00fcr verstanden, dass fast jeder Mensch unter bestimmten Bedingungen bereit ist, nicht seinem Gewissen zu folgen, sondern einer Autorit\u00e4t. Daher wird es zur Erkl\u00e4rung der Frage herangezogen, warum Menschen foltern oder Kriegsverbrechen begehen. Wegen seiner spektakul\u00e4ren Ergebnisse wurde das Experiment in einer breiten \u00d6ffentlichkeit wahrgenommen. Die New York Times titelte zum Beispiel: \u201eF\u00fcnfundsechzig Prozent folgen in einem Test blind dem Befehl, Schmerzen zuzuf\u00fcgen\u201c. Andere Bl\u00e4tter kritisieren Milgram und die Yale Universit\u00e4t f\u00fcr die Zerrei\u00dfprobe, vor die sie die Probanden stellten.<\/p>\n<p>Auch gab es sehr unterschiedliche Interpretationen der Ergebnisse und der konditionierenden Faktoren. Erich Fromm etwa behauptete, Grund f\u00fcr die Bereitschaft, dem Versuchsleiter zu gehorchen, sei das besonders hohe Ansehen, das die Wissenschaft als Institution in Amerika bes\u00e4\u00dfe. Das entscheidende Ergebnis sei nicht die Zahl der Teilnehmer, die die Sch\u00fcler mit den h\u00f6chsten Voltzahlen bestraften, sondern der bei fast allen Teilnehmern beobachtbare ausgepr\u00e4gte Gewissenskonflikt. Die Zahl der Teilnehmer ohne Gewissenskonflikt sei bei Milgram jedoch nicht genannt. Fromm sieht die Berichte \u00fcber die innere Aufgew\u00fchltheit und das Leiden der Probanden beim Handeln gegen das eigene Gewissen als Beleg f\u00fcr die St\u00e4rke des moralischen Bewusstseins (aus: The Anatomy of Human Destructiveness, dt. Anatomie der menschlichen Destruktivit\u00e4t).<\/p>\n<p>\n K\u00fcnstlerische Umsetzung  [Bearbeiten]Aus dem Jahr 1973 stammt ein Theaterst\u00fcck des britischen Autors Dannie Abse mit dem Titel The Dogs of Pavlov, das durch die Untersuchung inspiriert ist.<\/p>\n<p>1976 sendete die CBS einen Film namens The Tenth Level, in dem William Shatner einen an Milgram angelehnten Charakter spielte, der ein \u00e4hnliches Experiment durchf\u00fchrte.<\/p>\n<p>Regisseur Henri Verneuil hat das Milgram-Experiment in seinen Film I wie Ikarus aus dem Jahr 1979 eingebaut. Vordergr\u00fcndig handelt der Film von den Geschehnissen rund um den Pr\u00e4sidentenmord (Parallelen zum Attentat auf John F. Kennedy waren wohl erw\u00fcnscht) in einem imagin\u00e4ren Staat.<\/p>\n<p>Die deutsche Fernseh-Dokumentation Abraham \u2013 Ein Versuch, entstanden 1970 am Max-Planck-Institut in M\u00fcnchen (Forschungsstelle f\u00fcr Psychopathologie und Psychotherapie), zeichnet das deutsche Nachfolge-Experiment optisch in allen Einzelheiten nach [1]. Die Ausstrahlung sorgte gerade im Zusammenhang mit der deutschen Geschichte f\u00fcr Diskussionen.<\/p>\n<p>Im Jahr 1986 nahm der Musiker Peter Gabriel, der Milgram bewunderte, ein Lied mit dem Titel We Do What We&#8217;re Told (Milgram&#8217;s 37) auf.<\/p>\n<p>\n Siehe auch  [Bearbeiten]Die Welle <br \/>\nStanford-Prison-Experiment <br \/>\nGruppenzwang <br \/>\nPsychologisches Experiment <br \/>\nMenschenversuch <br \/>\nPainstation <\/p>\n<p> Literatur  [Bearbeiten]Stanley Milgram: Behavioral study of obedience. in: Journal of abnormal and social psychology. Lancaster Pa 67,1963, 371-378. <br \/>\nStanley Milgram: Obedience to Authority. An Experimental View. Harper, New York 1974, 1975. ISBN 006131983X (Dt. Das Milgrm-Experiment. Zur Gehorsamsbereitschaft gegen\u00fcber Autorit\u00e4t. Reinbek bei Hamburg 1974, (14. Auflage 1997) ISBN 3-4991-7479-0 <br \/>\nStanley Milgram: The Perils of Obedience. Abridged and adapted from Obedience to Authority. in: Harper&#8217;s Magazine. 1974. ISSN 1045-7143 <br \/>\nD. Baumrind: Some thoughts on ethics of research, after reading Milgram&#8217;s &#8218;Behavioral study of obedience. in: American Journal of Psychology. University of Illinois Press, Champaign Ill 1964,19, 421-423. ISSN 0002-9556 <br \/>\nThomas Blass: Obedience to authority. Current perspectives on the Milgram paradigm. Erlbaum, Mahwah NJ 2000. ISBN 0-8058-2737-4 <br \/>\nThomas Blass: The Man Who Shocked the World &#8211; The Life and Legacy of Stanley Milgram. Basic Books, New York 2004. ISBN 0-7382-0399-8 <br \/>\nErich Fromm: Anatomie der menschlichen Destruktivit\u00e4t. Rowohlt, Reinbek 1985, 1969. ISBN 3-499-17052-3 <br \/>\nStefan K\u00fchl: Ganz normale Organisationen. Organisationssoziologische Interpretation simulierter Brutalit\u00e4ten. in: Zeitschrift f\u00fcr Soziologie. Lucius &#038; Lucius Verl.-mbH, Stuttgart 2005, H 2. {ISSN|0340-1804}} <br \/>\nSteven Schwartz: Wie Pawlow auf den Hund kam\u2026. Beltz Psychologie heute. Heyne, M\u00fcnchen 1993. ISBN 3-407-85102-2 <br \/>\nAlfred W. McCoy: Foltern und Foltern lassen. 50 Jahre Folterforschung und -praxis von CIA und US-Milit\u00e4r. Aus dem Amerikanischen von Ulrike Bischoff. Zweitausendeins, Frankfurt a.M. 2005, S.44-47. ISBN 3-86150-729-3 <br \/>\nStefan M\u00fchlbauer: Die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zur T\u00f6tungshemmschwelle. Dissertation Uni Heidelberg. Lit, M\u00fcnster 1999. ISBN 3-8258-4183-9 (hierin: ausf\u00fchrliche Analyse der vom Bundesgerichtshof hergeleiteten Rechtsgrunds\u00e4tze zur T\u00f6tungshemmschwelle beim Vorsatz des T\u00e4ters anhand der Ergebnisse und Schlussfolgerungen aus dem Milgram-Experiment) <\/p>\n<p> Quellen  [Bearbeiten]&#8593; http:\/\/www.longroad.ac.uk\/accreditation\/subject_psychology\/core_studies\/milgram\/milgram_answers.pdf <br \/>\n&#8593; Stanley Milgram: Das Milgram-Experiment. Zur Gehorsamsbereitschaft gegen\u00fcber Autorit\u00e4t. Reinbek bei Hamburg 1982, S. 22. <br \/>\n&#8593; Milgram CIA Link <\/p>\n<p> Weblinks  [Bearbeiten]Nachgestellter Unterrichtsfilm (englisch, Windows Media Player erforderlich) <br \/>\nArtikel \u00fcber das Experiment <br \/>\nAbraham \u2013 Ein Versuch: Arbeitsmaterialien zum Film &#8211; Ausf\u00fchrlicher Bericht zum Thema (PDF-Datei) <br \/>\nWeiterer Artikel \u00fcber das Experiment <br \/>\nMilgram und die Bombe (Registrierung notwendig) <br \/>\nWissenschaftler haben das bekannte Milgram-Experiment in einer immersiven VR-Umgebung wiederholt &#8211; Telepolis <br \/>\n Dieser Artikel wurde in die Liste exzellenter Artikel aufgenommen. <\/p>\n<p>\nVon \u201ehttp:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Milgram-Experiment\u201c<br \/>\nKategorien: Exzellent | Sozialpsychologie | Experiment<\/p>\n<p>\nDiese Seite wurde zuletzt am 4. M\u00e4rz 2007 um 23:27 Uhr ge\u00e4ndert. Ihr Inhalt steht unter der GNU-Lizenz f\u00fcr freie Dokumentation.<br \/>\nWikipedia\u00ae ist eine eingetragene Marke der Wikimedia Foundation Inc.<br \/>\nDatenschutz \u00dcber Wikipedia Impressum <\/p>\n<p>II.<\/p>\n<p>Fachhochschule f\u00fcr Verwaltung und Rechtspflege  12.1.1998 <\/p>\n<p>Fachbereich 1  <br \/>Ort im Netz nicht angegeben.<\/p>\n<p>Sozialpsychologie: Kurs 7201  <\/p>\n<p>Dozentin: Frau Moeller  <\/p>\n<p>Referent: Timo Kleber  <\/p>\n<p>Thema: Das Milgram Experiment<\/p>\n<p>Gliederung: <\/p>\n<p>1.  Biographie <\/p>\n<p>2.  Der Grundaufbau des Experiments <\/p>\n<p>3.  Varianten des Experiments <\/p>\n<p>4.  Warum Gehorsam? <\/p>\n<p>5.  Vorbedingungen f\u00fcr Gehorsam <\/p>\n<p>6.  Literatur <\/p>\n<p>Biographie: <\/p>\n<p>Stanley Milgram wurde 1933 in New York geboren, promovierte in Sozialpsychologie und lehrte an der Yale Universit\u00e4t und in Harvard. Milgram wurde 1964 mit dem j\u00e4hrlichen sozialpsychologischen Preis der American Association for the Advancement of Science f\u00fcr seine Untersuchung des Obrigkeitsgehorsams ausgezeichnet. Bis zu seinem Tode 1984 unterrichtete er als Professor an dem  Graduate Center der City University of New York das Fach Psychologie. <\/p>\n<p>Der Grundaufbau des Experiments: <\/p>\n<p>Zwei Personen, von denen eine in das Experiment eingeweiht ist, kommen in ein Psychologielabor der Universit\u00e4t von Yale, um an einem Experiment \u00fcber Erinnerungsverm\u00f6gen und Lernf\u00e4higkeit teilzunehmen. Durch ein manipuliertes Losverfahren wird die eingeweihte Person zum Sch\u00fcler ernannt und die Versuchsperson zum Lehrer. Der Sch\u00fcler nimmt in einem Nebenzimmer auf dem elektrischen Stuhl Platz und wird dort festgebunden, um angeblich starke Bewegungen w\u00e4hrend des Schocks zu vermeiden. <\/p>\n<p>Der Versuchsleiter erkl\u00e4rt nun beiden, da\u00df mit dem Versuch die Auswirkung von Strafe auf die Lernf\u00e4higkeit getestet werden soll. Dazu soll der Sch\u00fcler Wortpaare lernen und wird f\u00fcr jeden Fehler mit Stromschl\u00e4gen bestraft, wobei nach jeder falschen Antwort die Voltzahl um 15V erh\u00f6ht wird. <\/p>\n<p>Nachdem der Lehrer einen Probeschock von 45V bekommen hat, setzt er sich in dem anderen Raum vor den Schockgenerator, an dem sich drei\u00dfig Schalter befinden mit einer Skala von 15V bis 450V. Zus\u00e4tzlich befindet sich an der Skala noch eine Einteilung von &#8222;leichtem Schock&#8220; bis &#8222;Gefahr: Bedrohlicher Schock&#8220;. <\/p>\n<p>Der Lehrer soll jetzt nacheinander jede Frage vorlesen und bei falschen Antworten einen Stromschock verabreichen, der jedesmal um 15V st\u00e4rker wird.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des gesamten Experiments wird dem Sch\u00fcler nat\u00fcrlich kein richtiger Stromschlag gegeben, wovon der Lehrer aber nichts wei\u00df. <\/p>\n<p>Das wirkliche Ziel ist es n\u00e4mlich, herauszufinden, wieweit die Versuchsperson in einer konkreten, me\u00dfbaren Situation geht, in der ihr befohlen wird, einem protestierenden Opfer zunehmende Qualen zuzuf\u00fcgen und wann sie sich weigert, weiterhin dem Versuchsleiter zu gehorchen. <\/p>\n<p>Varianten des Experiments: <\/p>\n<p>1. Sch\u00fcler und Lehrer sitzen im gleichen Raum  <\/p>\n<p>Die Versuchspersonen h\u00f6ren deutlich fr\u00fcher auf Schocks zu geben <\/p>\n<p>2. Der Versuch findet im Keller statt und der Sch\u00fcler erw\u00e4hnt einen Herzfehler  <\/p>\n<p>Im Vergleich zum Ausgangsversuch keine Ver\u00e4nderung des Verhaltens der Versuchspersonen <\/p>\n<p>3. Fehlende Autorit\u00e4t  <\/p>\n<p>Deutlich fr\u00fcherer Abbruch des Experiments und teilweise mehrmalige Verabreichung einer niedrigen Schockst\u00e4rke <\/p>\n<p>4. Frau als Versuchsperson  <\/p>\n<p>Vergleichbares Ergebnis wie bei dem Mann <\/p>\n<p>5. Sch\u00fcler bittet um den Schock  <\/p>\n<p>Keine Versuchsperson geht h\u00f6her, als es der Versuchsleiter zul\u00e4\u00dft <\/p>\n<p>6. Normale Person als Versuchsleiter  <\/p>\n<p>sehr gro\u00dfer Widerstand der Versuchspersonen <\/p>\n<p>7. Autorit\u00e4tsperson als Opfer  <\/p>\n<p>Sobald der Versuchsleiter sagt, da\u00df er den Versuch beenden m\u00f6chte, brechen die Versuchspersonen ab und eilen teilweise in das Nebenzimmer, um ihm zur Hilfe zu kommen. <\/p>\n<p>Wenn man alle Versuche betrachtet, kann man feststellen, da\u00df der entscheidende Faktor die Reaktion auf Autorit\u00e4t ist und nicht eine Reaktion auf den Befehl, den Schock zu erteilen. <\/p>\n<p>Es ist nicht wichtig was die Versuchspersonen tun, sondern nur f\u00fcr wen sie es tun. <\/p>\n<p>  Warum Gehorsam? <\/p>\n<p>  1. Hierarchisch organisierte Gruppierungen bieten enorme Vorteile bei der Bew\u00e4ltigung von Gefahren <\/p>\n<p>2. Organisationen stabilisieren und harmonisieren die Beziehungen der Gruppenangeh\u00f6rigen <\/p>\n<p>3. Anfechtung der Hierarchie ruft oft Gewaltt\u00e4tigkeit hervor <\/p>\n<p>4. Ein Potential an Gehorsamsbereitschaft ist Voraussetzung f\u00fcr so eine gesellschaftliche Organisation <\/p>\n<p>Vorbedingungen f\u00fcr Gehorsam: <\/p>\n<p>   Familie: <\/p>\n<p>    Die Versuchsperson ist schon in einer Autorit\u00e4tsstruktur aufgewachsen und war fast immer den Vorschriften der Eltern unterworfen. <\/p>\n<p>Der institutionelle Rahmen:  <\/p>\n<p>  In der Schule lernt das Kind, da\u00df Unterwerfung die einzig angemessene und bequeme Antwort auf Autorit\u00e4t ist. <\/p>\n<p>Im Beruf lernt der junge Mensch, da\u00df eine eigene Meinung m\u00f6glich ist, aber f\u00fcr ein reibungsloses Funktionieren eine absolute Unterw\u00fcrfigkeit notwendig ist. <\/p>\n<p> Belohnungen: <\/p>\n<p>    Unterwerfung in einem hierarchischen System wird belohnt (z.B. durch Bef\u00f6rderung)  <\/p>\n<p> Unmittelbare Vorbedingungen:  <\/p>\n<p>    Wahrnehmung der Autorit\u00e4t, die Person mu\u00df Bestandteil des Autorit\u00e4tssystems sein <\/p>\n<p>(z.B.: Ein Zuschauer bei einer Milit\u00e4rparade reagiert nicht auf die Befehle des Generals)  <\/p>\n<p>Literatur: <\/p>\n<p>Milgram, Stanley, Das Milgram Experiment, Reinbeck bei Hamburg, Rowohlt Taschenbuchverlag GmbH, M\u00e4rz 1982 <\/p>\n<p>Kay Deaux &#038; Lawrence S.Wrightsman: Social Psychologie <\/p>\n<p>http:\/\/www.amnesty.de\/upmr\/Amnesty10.html <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>in fem&#038;Bildung, weil Ihr dar\u00fcber informiert sein solltet, was es bedeutet, und warum wir es gerade JETZT in die Rubrik hieven&#8230;angesichts dessen, was bei der Bundeswehr durchgesickert und ans Tageslicht gelangt ist:  Quelle: Wikipedia.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[],"class_list":["post-84815","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-fembildung","entry"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v21.0 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>19. 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