{"id":84417,"date":"2006-04-06T14:38:11","date_gmt":"2006-04-06T14:38:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.feminissima.de\/?p=84417"},"modified":"2006-04-06T14:38:11","modified_gmt":"2006-04-06T14:38:11","slug":"verdi-attac-contra-lidl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/feminissima.de\/index.php\/2006\/04\/06\/verdi-attac-contra-lidl\/","title":{"rendered":"VERDI &#038; ATTAC contra  LIDL"},"content":{"rendered":"<p>Quellen &#8211; GMX, ddp, Manager Magazin.<\/p>\n<p>Lest auch FEMs eigene Texte \u00fcber und zu LIDL in fem&#038; Wirtschaft und oder auch Fem&#038;Politik.<\/p>\n<p>Etwa auch den Artikel \u00fcber eine Journalistin, die im Schw\u00e4bischen von ihrer Lokalzeitung gefeuert wurde, als sie \u00fcber die schlechten Arbeitsbedingungen bei LIDL geschrieben hatte.. (Wir suchen den Text sp\u00e4ter heraus, falls Ihr ihn nicht findet).<\/p>\n<p>In Kooperation mit Verdi und die Veganer<br \/>\n<br \/>\nIn einem B\u00fcndnis mit Attac greifen die Gewerkschafter von Verdi den Discounter Lidl an. Ein Beispiel f\u00fcr die neue Strategie der Arbeitnehmerorganisation.<\/p>\n<p>Von Christian Rickens<\/p>\n<p>\nNeues B\u00fcndnis: Verdi-Chef Bsirske; Motiv der Lidl-Kampagne von Attac<br \/>\n<br \/>\n\u00a9 [M] DDP \/ manager magazin.de<br \/>\n<br \/>\nEs war die Begegnung zweier Welten. Auf der einen Seite Klaus Gehrig, Chef der Schwarz-Stiftung, Herr \u00fcber 7000 Lidl- und Kaufland-Filialen in 19 L\u00e4ndern, Gebieter \u00fcber 150.000 Mitarbeiter und engster Vertrauter des Lidl-Gr\u00fcnders Dieter Schwarz.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite Jutta Sundermann, 34 Jahre, Mutter von zwei Kindern, wohnhaft in Wolfenb\u00fcttel, Aktivistin beim globalisierungskritischen Netzwerk Attac und \u00fcberzeugte Veganerin; sie isst kein Fleisch und bestellt ihre Pizza ohne K\u00e4se.<\/p>\n<p>Bereits der Ort des Treffens war f\u00fcr Gehrig gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig: das Frankfurter B\u00fcro der Gemeinschaftsbank f\u00fcr Leihen und Schenken, ein linksalternatives Geldinstitut. &#8222;Leihen und Schenken &#8211; und das soll funktionieren?&#8220;, fragte der Kaufmann zu Beginn des Gespr\u00e4chs skeptisch.<\/p>\n<p>Doch dann lauschte er recht geduldig zwei Stunden lang den Attac-Forderungen: mehr Ausk\u00fcnfte zur Herkunft der Lidl-Artikel, fairer Umgang mit Lieferanten, bessere Behandlung der Mitarbeiter, gr\u00f6\u00dfere finanzielle Transparenz der Schwarz-Gruppe.<\/p>\n<p>Normalerweise geh\u00f6rt Lidl zu den verschlossensten Unternehmen \u00fcberhaupt. Mit der Au\u00dfenwelt kommunizieren Lidl-Manager vor allem, wenn Lieferanten im Preis gedr\u00fcckt werden sollen. Treffen mit Veganerinnen aus Wolfenb\u00fcttel geh\u00f6ren nicht zum \u00fcblichen Repertoire.<\/p>\n<p>Der Gipfel von Frankfurt zeigt, wie tief sich die Lidl-F\u00fchrung getroffen f\u00fchlt durch eine hier zu Lande beispiellose Kampagne gegen ihr Unternehmen. Gewerkschafter, Globalisierungskritiker, Bauernverb\u00e4nde und Umweltsch\u00fctzer &#8211; seit einem Jahr protestieren die unterschiedlichsten Vereinigungen gegen die Gesch\u00e4ftspraktiken des Handelskonzerns. Dabei zeigen die Gruppen ein hohes Ma\u00df an Abstimmung untereinander. Vor allem zwei Organisationen spielen sich in Sachen Lidl die B\u00e4lle zu: Attac und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi.<\/p>\n<p>\nViel zitierter Bestseller: Das &#8222;Schwarzbuch Lidl&#8220; von Verdi<br \/>\n<br \/>\n\u00a9 DPA<br \/>\n<br \/>\nF\u00fcr Verdi ist die Kampagne ein wichtiges Experiment. Erstmals greifen Gewerkschafter im engen B\u00fcndnis mit anderen gesellschaftlichen Gruppen systematisch einen Konzern an, der nicht mit Gewerkschaften kooperiert und in dessen Filialen es kaum Betriebsr\u00e4te gibt. Beides will Verdi \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Die Methoden, mit denen die Arbeitnehmerorganisation dieses Ziel verfolgt, geben einen Einblick in die Gewerkschaftsarbeit von morgen. Sinkende Mitgliederzahlen und neue gewerkschaftsresistente Arbeitgeber im Dienstleistungsbereich treiben Verdi zu den ungewohnten Protest- und B\u00fcndnisformen. Lidl soll nur der Anfang sein. Schon haben die Gewerkschafter neue Angriffsziele ausgemacht.<\/p>\n<p>Und so lassen sich in diesen Tagen Verdis Vergangenheit und Zukunft nebeneinander besichtigen: zum einen der Streik im \u00f6ffentlichen Dienst, mit dem die Gewerkschaft noch einmal ihren alten Organisationsmuskel anspannt. Zum anderen der Vorsto\u00df in neues gewerkschaftsfeindliches Territorium.<\/p>\n<p>&#8222;Verdi muss Strategien finden, um auch in Bereichen Fu\u00df zu fassen, die sich der klassischen Sozialpartnerschaft verweigern&#8220;, sagt Martin Behrens, Experte f\u00fcr europ\u00e4ische Arbeitsbeziehungen bei der gewerkschaftsnahen Hans-B\u00f6ckler-Stiftung, &#8222;und zwar bei Strafe des eigenen Untergangs.&#8220;<\/p>\n<p>Fitnessstudios, private Sicherheitsdienste, Callcenter &#8211; \u00fcberall wachsen neue Dienstleister heran, bei denen Arbeitnehmervertreter wenig zu melden haben. Was in Deutschland f\u00fcr die Gewerkschaften neu ist, geh\u00f6rt in den USA l\u00e4ngst zum Alltag.<\/p>\n<p>Das merkte auch Agnes Schreieder, als sie im Sommer 2004 zu einer Studienreise nach Amerika aufbrach. Dort erlebte die Gewerkschaftssekret\u00e4rin, die in der Verdi-Bundeszentrale f\u00fcr Discounter wie Lidl zust\u00e4ndig ist, mit welchen Widrigkeiten US-Gewerkschaften zu k\u00e4mpfen haben: Selbst gro\u00dfe Konzerne wie Wal-Mart tun fast alles, um Arbeitnehmervertreter aus ihren Superm\u00e4rkten und Lagerh\u00e4usern fernzuhalten.<\/p>\n<p>\nf\u00fcr mm 3\/2006 S. 128: &#8222;Verdi muss auch in Bereichen Fu\u00df fassen, die sich der Sozialpartneschaft verweigern.&#8220; -Gewerkschaftsexperte Behrens<br \/>\n<br \/>\n\u00a9 manager-magazin.de<br \/>\n<br \/>\nAus dieser Not heraus haben die US-Gewerkschaften ein Repertoire von Methoden entwickelt, die Schreieder als Anregungen f\u00fcr ihre eigene Arbeit nutzte. Vier neue Taktiken sind es, die Lidl seit einem Jahr zu sp\u00fcren bekommt:<\/p>\n<p>Kr\u00e4fte fokussieren. Auch bei Aldi S\u00fcd und einigen anderen Discountern gibt es kaum Betriebsr\u00e4te. Trotzdem entschied Verdi, sich mit Lidl auf ein einzelnes Unternehmen zu konzentrieren &#8211; und so den Druck auf die Firmenleitung zu erh\u00f6hen, weil Lidl Nachteile gegen\u00fcber den unbehelligt gebliebenen Wettbewerbern bef\u00fcrchten muss.<\/p>\n<p>Den Konflikt zum Kunden tragen. Verdi lie\u00df drei Millionen Protestkarten verteilen, auf denen sich Lidl-Kunden mit den Mitarbeitern solidarisch erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Die Kunden sollten die Karten in den Filialen abgeben. Auf diese Weise wollte Verdi der Lidl-F\u00fchrung verdeutlichen, wie viel Umsatz verloren gehen k\u00f6nnte, wenn kritische Kunden zu anderen Discountern abwandern.<\/p>\n<p>Medien nutzen. Verdi-Vertreter f\u00fchrten nicht nur mit vielen hundert Lidl-Mitarbeitern Gespr\u00e4che \u00fcber deren Arbeitsbedingungen. Verdi fasste die Erfahrungsberichte auch in einem so genannten Schwarzbuch Lidl zusammen, das zu einem viel zitierten Bestseller wurde. In einem Verdi-Internetforum k\u00f6nnen Lidl-Mitarbeiter zudem \u00f6ffentlich ihre Erfahrungen diskutieren.<\/p>\n<p>Und vor allem: Verb\u00fcndete suchen. Die Gewerkschaft band andere Organisationen immer dort in die Kampagne ein, wo sie mit eigenen Aktionen die Grenzen ihrer Glaubw\u00fcrdigkeit \u00fcberschritten h\u00e4tte. Lidl sah sich pl\u00f6tzlich nicht mehr einem, sondern vielen Gegnern gegen\u00fcber.<\/p>\n<p>\nf\u00fcr mm 3\/2006, S. 130: &#8222;Attac arbeitet ganz anders als wir, verfolgt aber \u00e4hnliche Ziele.&#8220; &#8211; Verdi-Vorstand M\u00f6nig-Raane<br \/>\n<br \/>\n\u00a9 manager-magazin.de<br \/>\n<br \/>\nAls besonders fruchtbar erwiesen sich die Verdi-Kontakte zu Attac &#8211; einer Gruppierung, die alles zu haben scheint, was Verdi fehlt: schnelles Wachstum, engagierte Mitglieder und ein gro\u00dfes, \u00fcbergreifendes Thema namens Globalisierung.<\/p>\n<p>Gegr\u00fcndet 1998 in Frankreich, hat sich Attac rasend schnell auf \u00fcber 40 L\u00e4nder ausgedehnt. Die Organisationsstrukturen sind so lose wie die Programmatik &#8211; genau das macht die St\u00e4rke von Attac aus. Die rund 90.000 Mitglieder, davon knapp 17.000 in Deutschland, vermeiden bislang all jene Grabenk\u00e4mpfe, mit denen sich linke Organisationen in der Vergangenheit regelm\u00e4\u00dfig selbst blockierten. <\/p>\n<p>Als einzige DGB-Gewerkschaft ist Verdi Mitglied bei Attac Deutschland und geh\u00f6rt zu den wichtigsten Beitragszahlern. Viele hauptamtliche Verdi-Funktion\u00e4re machen auch bei Attac mit. &#8222;Attac arbeitet ganz anders als wir, verfolgt aber \u00e4hnliche Ziele&#8220;, sagt die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Margret M\u00f6nig-Raane, &#8222;in manchen Politikbereichen erg\u00e4nzen wir uns gut.&#8220;<\/p>\n<p>Wie gut, das zeigte sich im vergangenen Herbst: Attac suchte nach einem Unternehmen, anhand dessen sich die allt\u00e4glichen Auswirkungen der Globalisierung besonders gut darstellen lassen &#8211; und entschied sich f\u00fcr Lidl. &#8222;Das Unternehmen stand bereits bei Verdi in der Kritik, davon erhofften wir uns eine gr\u00f6\u00dfere Wirkung f\u00fcr unsere Arbeit&#8220;, sagt Koordinatorin Jutta Sundermann. Mit ganzen 12.000 Euro Budget bestritten sie und ihre Mitstreiter die Kampagne gegen Lidl.<\/p>\n<p>So weit die Strategie von Attac. Die Taktik l\u00e4sst sich an einem Wintermorgen in Marburg besichtigen. Ein gutes Dutzend Studenten der nahen Universit\u00e4t versammelt sich um kurz nach zehn vor einer Lidl-Filiale. Einige tragen Oberteile, auf die je ein Buchstabe gemalt ist. Gemeinsam formen sie die Aufforderung &#8222;Stoppt Dumping&#8220;. <\/p>\n<p>Die \u00dcbrigen verteilen erst einmal Blumen an die Kassiererinnen, um sich f\u00fcr das Tohuwabohu zu entschuldigen. Dann dr\u00fccken die Attac-Aktivisten den verdutzten Kunden Flugbl\u00e4tter in die Hand, die Lidl-Werbebrosch\u00fcren nachempfunden sind.<\/p>\n<p>\n&#8222;Lidl ist nicht zu billigen!&#8220; Anti-Lidl-Aktion vor der Verwaltungszentrale in Neckarsulm<br \/>\n<br \/>\n\u00a9 DPA<br \/>\n<br \/>\nMinuten sp\u00e4ter ist ein flott gef\u00f6nter Lidl-Verkaufsleiter zur Stelle. Er wirkt wie ein Lehramtsreferendar an seinem ersten Wandertag. Einer, der seine Klasse noch mit Diskutieren statt mit Strafen b\u00e4ndigen will: &#8222;Es ist gut, dass wir die Gelegenheit haben, \u00fcber Ihre Anliegen zu sprechen.&#8220;<\/p>\n<p>Irgendwann reicht ihm ein Mitarbeiter ein Handy, und der Verkaufsleiter verschwindet wieder in der Filiale. Auf seinen R\u00fccken hat jemand unbemerkt einen Aufkleber gepappt: &#8222;Lidl ist nicht zu billigen!&#8220; Die Stimmung kippt ins Heitere.<\/p>\n<p>Trotz der Klassenfahrtatmosph\u00e4re &#8211; die bislang etwa 50 Attac-Aktionen bereiten Lidl ebenso gro\u00dfe Sorgen wie das Verdi-Schwarzbuch. Etwa 3 Prozent der Lidl-Zielgruppe lassen sich bei der Wahl ihrer Einkaufsst\u00e4tte vom sozialen oder \u00f6kologischen Image beeinflussen, sch\u00e4tzt die Lidl-F\u00fchrung. Ebenso viel Umsatz k\u00f6nnte dem Unternehmen durch seinen schlechten Ruf langfristig entgehen.<\/p>\n<p>Zumal mit Attac noch weitere Gruppen auf den Kampagnenzug aufgesprungen sind. Die \u00f6kologisch orientierte Arbeitsgemeinschaft b\u00e4uerliche Landwirtschaft blockierte mit einer Kuh die Zufahrt zur Lidl-Zentrale in Neckarsulm, um gegen die niedrigen Preise f\u00fcr Lidl-Milch zu protestieren. Eine Organisation namens Banafair setzt sich f\u00fcr fair gehandelte Bananen im Lidl-Obstregal ein.<\/p>\n<p>Ende 2005 lie\u00df auch noch die Umweltorganisation Greenpeace Obst und Gem\u00fcse aus verschiedenen Superm\u00e4rkten auf Pestizide testen &#8211; und die Lidl-Ware schnitt verheerend ab. In den zwei Wochen nach dem Test brach der Gr\u00fcnzeugumsatz bei Lidl um rund 10 Prozent ein. Zwar war der Pestizidtest nicht mit den \u00fcbrigen Lidl-Gegnern abgesprochen. Doch die Lidl-F\u00fchrung best\u00e4rkte er in dem Eindruck, einer Welt voller Gegner gegen\u00fcberzustehen.<\/p>\n<p>In Zeitungsanzeigen verteidigte Lidl sein Gem\u00fcse gegen die Greenpeace-Vorw\u00fcrfe, verwies auf die Untersuchungsergebnisse unabh\u00e4ngiger Lebensmittellabore. Peinlich nur: Eines der Labore lie\u00df Lidl die Erw\u00e4hnung in der Anzeige gerichtlich untersagen. Eine Panne, die stellvertretend steht f\u00fcr die seltsam unbeholfenen Versuche, sich gegen die Kampagne zu wehren.<\/p>\n<p>\nGoliath umarmt David &#8211; zwei ungleiche PartnerVerdi: Die Dienstleistungs-gewerkschaft ist Deutschlands zweitgr\u00f6\u00dfter Arbeitnehmerverband nach der IG Metall. Verdi hat 4200 Mitarbeiter und 2,36 Millionen Mitglieder &#8211; Tendenz fallend.Attac: Die knapp 17.000 deutschen Attac-Mitglieder (prominentester Vertreter: Oskar Lafontaine) werden lediglich von einer Hand voll Teilzeitkr\u00e4ften koordiniert. Das Jahresbudget betr\u00e4gt 1,4 Millionen Euro. Die St\u00e4rke von Attac liegt in den dezentralen Aktivit\u00e4ten der etwa 160 deutschen Ortsgruppen.<br \/>\n<br \/>\n\u00a9 manager magazin<br \/>\n<br \/>\nIm Dezember traf Klaus Gehrig in Frankfurt mit Attac zusammen, Anfang Februar mit den \u00d6kobauern. Ein Gespr\u00e4ch mit Greenpeace ist geplant. Zu Verdi gibt es bis heute keinen Kontakt. Stattdessen lie\u00df Lidl in Calw ausgerechnet eine seiner wenigen Filialen mit Betriebsrat schlie\u00dfen &#8211; und lieferte der Gewerkschaft so eine weitere Steilvorlage.<\/p>\n<p>Gescheitert auch der erste Versuch, mit einer Werbekampagne das Firmenimage aufzubessern. Die ins Auge gefasste Agentur sprang ab, weil Lidl sie zu stark im Preis dr\u00fccken wollte &#8211; was die Werber nat\u00fcrlich gen\u00fcsslich verbreiteten. Jetzt soll es einen zweiten Anlauf geben: Lidl will dann Anzeigen und TV-Spots schalten, in denen die qualitative und soziale Unbedenklichkeit der Lidl-Produkte herausgestellt wird.<\/p>\n<p>Zudem will Lidl demn\u00e4chst 10 bis 15 Produkte mit Fair-Trade-Siegel dauerhaft ins Sortiment nehmen &#8211; und so der Attac-Kritik die Spitze nehmen. Au\u00dferdem plant Lidl eine neutrale Qualit\u00e4ts\u00fcberwachung f\u00fcr sein Obst und Gem\u00fcse. Als k\u00fcrzlich erstmals Biogem\u00fcse im Lidl-Regal auftauchte, versicherte Lidl allerdings: Das habe man unabh\u00e4ngig von Greenpeace getan.<\/p>\n<p>Allm\u00e4hlich wird auch Lidl-Chef Gehrig klar: Nur die langfristige Arbeit an einem besseren Image kann Lidl helfen. Gegen Details anzuargumentieren n\u00fctzt im derzeitigen Stadium wenig. Denn solange der Ruf von Lidl so mies ist wie heute, tr\u00e4gt jeder neue Vorwurf &#8211; und sei er noch so haltlos &#8211; zur Verfestigung des Negativimages bei.<\/p>\n<p>Dass Verdi es im Verbund mit anderen Organisationen geschafft hat, Lidl derart in die Defensive zu dr\u00e4ngen, bedeutet bereits einen Sieg f\u00fcr die Gewerkschaft &#8211; auch wenn es Betriebsr\u00e4te in den Lidl-Filialen heute ebenso selten gibt wie vor der Aktion. Aber Verdi hat bewiesen: Mit neuen Methoden und Partnerschaften k\u00f6nnen Gewerkschaften auch auf Unternehmen Druck aus\u00fcben, in denen sie \u00fcber keinerlei Hausmacht verf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Kein Wunder, dass die Lidl-Kampagne in der Gewerkschaftsszene \u00fcberall dort auf Interesse st\u00f6\u00dft, wo die klassische Sozialpartnerschaft bedroht ist. So denkt Verdi \u00fcber ein Schwarzbuch Aldi nach. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gastst\u00e4tten f\u00e4hrt gemeinsam mit Verdi eine Kampagne pro Mindestlohn, in der die Gewerkschaften nach Lidl-Muster mit anderen sozialen Gruppen zusammenarbeiten wollen. <\/p>\n<p>In einem Internetforum prangern Betroffene F\u00e4lle von Lohndumping an. Und mit Annelie Buntenbach d\u00fcrfte demn\u00e4chst eine entschiedene Bef\u00fcrworterin der Kooperation mit Attac in den DGB-Vorstand einr\u00fccken.<\/p>\n<p>Skeptischer gegen\u00fcber den neuen Methoden geben sich naturgem\u00e4\u00df jene Arbeitnehmerorganisationen, in deren Branchen die Sozialpartnerschaft weitgehend funktioniert. Allen voran die Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie. Ihr Vorsitzender Hubertus Schmoldt zieht eine klare Linie: &#8222;In unserem Verst\u00e4ndnis von Globalisierung unterscheiden wir uns grunds\u00e4tzlich von Attac.&#8220; <\/p>\n<p>Eine ideologische Differenzierung, die sich manche seiner Kollegen l\u00e4ngst nicht mehr leisten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Quellen &#8211; GMX, ddp, Manager Magazin.<\/p>\n<p>Lest auch FEMs eigene Texte \u00fcber und zu LIDL in fem&#038; Wirtschaft und oder auch Fem&#038;Politik.<\/p>\n<p>Etwa auch den Artikel \u00fcber eine Journalistin, die im Schw\u00e4bischen von ihrer Lokalzeitung gefeuert wurde, als sie \u00fcber die schlechten Arbeitsbedingungen bei LIDL geschrieben hatte.. 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