{"id":84253,"date":"2006-02-05T08:07:39","date_gmt":"2006-02-05T08:07:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.feminissima.de\/?p=84253"},"modified":"2006-02-05T08:07:39","modified_gmt":"2006-02-05T08:07:39","slug":"5-september-1972-protokoll","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/feminissima.de\/index.php\/2006\/02\/05\/5-september-1972-protokoll\/","title":{"rendered":"5. September 1972 : Protokoll"},"content":{"rendered":"<p>Die olympische Trag\u00f6die.\/Quelle : Internt\/Polizeibericht von damals<\/p>\n<p>5. September 1972, 4.00 Uhr: Moshe Weinberg, der Ringertrainer der israelischen Olympiamannschaft, kehrt von einem Besuch der Schwabinger Diskothek &#8222;Shalom&#8220; in seine Unterkunft in der Conollystra\u00dfe 31 im Olympischen Dorf zur\u00fcck. Das Geb\u00e4ude ist ein dreigeschossiger Betonbau mit den Wohnungen der israelischen Sportler. Am Abend zuvor hatte er zusammen mit sechs Mannschaftskameraden im Deutschen Theater das Musical &#8222;Anatevka&#8220; besucht. Anschlie\u00dfend hatte er zusammen mit dem Star des St\u00fcckes, Shmuel Rodensky, bis zum fr\u00fchen Morgen in der Diskothek gefeiert: Weinberg war vor f\u00fcnf Wochen Vater geworden. Gegen 3.30 Uhr hatte er sich auf den Heimweg gemacht. W\u00e4re er eine Stunde l\u00e4nger weggeblieben, h\u00e4tte er \u00fcberlebt.<\/p>\n<p><\/p>\n<table width=\"100%\">\n<tr>\n<td style=\"background-image=url('images\/monet-heller.jpg')\"><font size=\"+1\"><br \/>5. September 1972, 4.00 Uhr: Moshe Weinberg, der Ringertrainer der israelischen Olympiamannschaft, kehrt von einem Besuch der Schwabinger Diskothek &#8222;Shalom&#8220; in seine Unterkunft in der Conollystra\u00dfe 31 im Olympischen Dorf zur\u00fcck. Das Geb\u00e4ude ist ein dreigeschossiger Betonbau mit den Wohnungen der israelischen Sportler. Am Abend zuvor hatte er zusammen mit sechs Mannschaftskameraden im Deutschen Theater das Musical &#8222;Anatevka&#8220; besucht. Anschlie\u00dfend hatte er zusammen mit dem Star des St\u00fcckes, Shmuel Rodensky, bis zum fr\u00fchen Morgen in der Diskothek gefeiert: Weinberg war vor f\u00fcnf Wochen Vater geworden. Gegen 3.30 Uhr hatte er sich auf den Heimweg gemacht. W\u00e4re er eine Stunde l\u00e4nger weggeblieben, h\u00e4tte er \u00fcberlebt.<\/p>\n<p>4.10 Uhr: Die Postbeamten Hein-Peter Gottelt, Arno Thomas und Karl Weber, die w\u00e4hrend der Nacht die Telefonleitungen im Olympischen Dorf kontrollieren, beobachten mehrere M\u00e4nner in Trainingsanz\u00fcgen, die mit Sporttaschen \u00fcber den Zaun bei Tor 25A klettern und in der Dunkelheit des Dorfes verschwinden. Die Monteure sch\u00f6pfen keinen Verdacht, sie halten die M\u00e4nner f\u00fcr sp\u00e4t heimkehrende Sportler. Ein fataler Irrtum: Die M\u00e4nner sind arabische Terroristen der Gruppe &#8222;Schwarzer September&#8220;, in den Sporttaschen befinden sich Maschinenpistolen und Handgranaten. Die M\u00e4nner steuern das Quartier der israelischen Mannschaft an.<\/p>\n<p>4.35 Uhr: Die Araber dringen in das Haus Conollystra\u00dfe 31 ein und nehmen Weinberg in seinem Zimmer im Erdgeschoss gefangen. Bei einem Handgemenge wird er angeschossen. Dann wird er gezwungen, den Terroristen die anderen Unterk\u00fcnfte der israelischen Sportler in den angrenzenden Wohnungen zu zeigen. Der Gewichtheber Tuvia Sokolovsky entkommt den Attent\u00e4tern, indem er vom Balkon seines Zimmers im 1. Stock herunterklettert. In den benachbarten Wohnungen werden weitere Israelis gefangen genommen und zum Haus 31 gebracht.<\/p>\n<p>4.52 Uhr: Bei einem Fluchtversuch wird Weinberg erschossen. Dem Ringer Gad Zabari gelingt es, den Attent\u00e4tern \u00fcber die Treppe zum Kellergeschoss zu entkommen. Durch die Sch\u00fcsse schrecken die Mitglieder der Mannschaft aus Hongkong auf. Sie wohnen im selben Geb\u00e4ude wie die Israelis und schlie\u00dfen sich in ihren Zimmern ein.<\/p>\n<p> \u00dcberblick: Conollystra\u00dfe 31 am 5. September 1972<\/p>\n<p>4.55 Uhr: Bei Grenzschutz-Major Wolfrum im Polizeif\u00fchrungsstab am Willi-Gebhardt-Ufer 32 klingelt das Telefon: &#8222;Hier wird geschossen!&#8220; Beamte der Kripo-Wache des Olympischen Dorfes und der Bereichsleiter des Ordnungsdienstes erreichen den Tatort in der Conollystra\u00dfe. Am Eingang winkt ein Mann mit wei\u00dfem Hut, geschw\u00e4rztem Gesicht und Sonnenbrille die Beamten heran und verschwindet im Haus. Vom Balkon weht ein Papier auf die Stra\u00dfe. Der Mann befiehlt von oben auf deutsch: &#8222;Lassen Sie das sofort der israelischen Regierung zukommen. Hier ist etwas passiert, sorgen Sie daf\u00fcr, dass Erste Hilfe kommt.&#8220; Die Terroristen verlangen in dem Papier bis 9.00 Uhr die Freilassung von 234 in Israel gefangen gehaltenen Pal\u00e4stinensern sowie der inhaftierten deutschen Terroristen Andreas Baader und Ulrike Meinhof, den ungehinderten Abflug mit den Geiseln in eine arabische Hauptstadt sowie freies Geleit f\u00fcr sich selbst und ein aufgetanktes Flugzeug. Sie drohen, die Geiseln sofort zu erschie\u00dfen, wenn die Polizei versuchen sollte, das Geb\u00e4ude zu st\u00fcrmen.<\/p>\n<p>5.21 Uhr: Das Olympische Komitee, die Polizei und Krankenwagen werden alarmiert. Die Terroristen schleppen den toten Moshe Weinberg zum Hauseingang, wo er vom Rettungsdienst gefunden wird. Der Gewichtheber Josef Romano, auf den ebenfalls geschossen wurde, liegt schwer verletzt in einem Zimmer im ersten Stock. Die Attent\u00e4ter lassen niemanden mehr in das Haus. Romano stirbt an seinen Verletzungen. <\/p>\n<p>6.40 Uhr: Walter Tr\u00f6ger, der B\u00fcrgermeister des Olympischen Dorfes, OK-Pr\u00e4sident Wili Daume, Polizeipr\u00e4sident Manfred Schreiber, der Sicherheitschef der XX. Olympiade, und der bayerische Innenminister Bruno Merk gehen zum Haus, verhandeln mit den Eindringlingen und bieten sich selbst als Ersatzgeiseln an. Der Anf\u00fchrer der Terroristen, der sich Issa nennt, lehnt jede Konzession ab. Bundesinnenminister Genscher ist auf dem Weg nach M\u00fcnchen. Das Olympische Dorf wird von der Polizei abgeriegelt.<\/p>\n<p>7.40 Uhr: Mehrere Hundertschaften der Bereitschaftspolizei treffen zur Unterst\u00fctzung der Sicherheitskr\u00e4fte vor Ort ein.<\/p>\n<p>8.10 Uhr: Die Polizistin Annaliese Graes aus Essen, die sich freiwillig als Vermittlerin zur Verf\u00fcgung gestellt hatte, beginnt ihren Fu\u00dfmarsch vom Verwaltungsgeb\u00e4ude G1 zur Conollystra\u00dfe 31, wo sie mit Issa ein Gespr\u00e4ch f\u00fchrt und in den folgenden Stunden den Kontakt aufrecht erh\u00e4lt.<\/p>\n<p>8.45 Uhr: Eine Viertelstunde vor Ablauf des Ultimatums begeben sich Manfred Schreiber, Walther Tr\u00f6ger und das \u00e4gyptische IOC-Mitglied A. D. Touny zum Tatort, wo sie Issa davon \u00fcberzeugen k\u00f6nnen, dass es v\u00f6llig unm\u00f6glich sei, die Forderungen der Attent\u00e4ter bis 9.00 Uhr zu erf\u00fcllen, da die Regierungen in Bonn und Tel Aviv mehr Zeit br\u00e4uchten, um mit den Inhaftierten in ihren L\u00e4ndern Kontakt aufzunehmen. Das Ultimatum wird bis 12.00 Uhr verl\u00e4ngert.<\/p>\n<p>9.00 Uhr: Das Volleyballspiel Japan-Deutschland beginnt. 2000 Zuschauer klatschen und jubeln, als sei nichts geschehen. Nur in den Pausen stehen sie in Gruppen zusammen und sprechen \u00fcber die Ereignisse.<\/p>\n<p>9.40 Uhr: Der israelische Botschafter in der Bundesrepublik, Ben Horin, fliegt mit einer Sondermaschine der Luftwaffe nach M\u00fcnchen.<\/p>\n<p>10.00 Uhr: Der Krisenstab tritt im Verwaltungsgeb\u00e4ude G1 im B\u00fcro des B\u00fcrgermeisters des Olympischen Dorfes zusammen. Zum Krisenstab geh\u00f6ren Hans-Dietrich Genscher, Bruno Merk, Manfred Schreiber, Willi Daume, Avery Brundage und Staatssekret\u00e4r Kiesl. In Tel Aviv und Bonn tagen die Kabinette.<\/p>\n<p>Manfred Schreiber: Pressekonferenz am Mittag des 5. September 1972 (MP3-Datei, 1,36 MB)<\/p>\n<p>12.00 Uhr: Das Ultimatum l\u00e4uft ab. Der Krisenstab verhandelt erneut mit Issa, dem Anf\u00fchrer. Im Beisein eines Abgesandten der Arabischen Liga und des Missionschefs der \u00e4gyptischen Mannschaft gelingt es, das Ultimatum bis 17 Uhr zu verl\u00e4ngern. Die Anzahl der Terroristen, die wiederholt ihre Kleidung wechseln, wird auf f\u00fcnf gesch\u00e4tzt. <\/p>\n<p>H\u00f6rfunk-Reportage der ARD-Olympiawelle am Mittag des 5. September 1972 (MP3-Datei, 6,86 MB)<\/p>\n<p>15.00 Uhr: In der Basketballhalle an der Siegenburger Stra\u00dfe sollte in diesen Minuten das Halbfinalspiel \u00c4gypten gegen die Philippinen beginnen, doch die \u00e4gyptische Mannschaft erscheint nicht. Der Schiedsrichter wirft nach der vorgeschriebenen Wartezeit den Ball symbolisch in den Korb der \u00c4gypter und wertet dieses Spiel mit 2:0 f\u00fcr die Philippinen. Die Zuschauer gehen ohne zu protestieren nach Hause. Die \u00e4gyptische Olympiamannschaft reist am n\u00e4chsten Tag aus M\u00fcnchen ab.<\/p>\n<p>15.38 Uhr: IOC-Pr\u00e4sident Avery Brundage erkl\u00e4rt die XX. Olympischen Spiele f\u00fcr unterbrochen. Ebenso wird beschlossen, f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag um 10 Uhr eine Trauerfeier im Olympiastadion f\u00fcr die Toten des Anschlags abzuhalten.<\/p>\n<p>16.10 Uhr: Im Olympiastadion sollte um 16.30 Uhr im Rahmen des olympischen Fu\u00dfballturniers das Spiel der 2. Finalrunde Ungarn gegen die Bundesrepublik stattfinden. Der Stadionsprecher teilt dem Publikum mit, dass diese Begegnung wegen der Ereignisse im Olympischen Dorf ausf\u00e4llt. Die vielen tausend Zuschauer verlassen schweigend und ohne Protest das Stadion. An den \u00fcbrigen Wettkampfst\u00e4tten werden die f\u00fcr diesen Tag noch geplanten Veranstaltungen ebenfalls abgesagt.<\/p>\n<p> Interview der ARD-Olympiawelle mit den Organisatoren der Spiele<\/p>\n<p>16.30 Uhr: Scharfsch\u00fctzen der Polizei in Trainingsanz\u00fcgen und Sturmgewehren gehen auf den D\u00e4chern des Olympischen Dorfes sowie im Kellergeschoss in Stellung. Die Terroristen erfahren durch Rundfunk und Fernsehen von dem Aufmarsch der Polizisten.<\/p>\n<p>Lothar Loewe: ARD-Reportage am Nachmittag des 5. September 1972 (MP3-Datei, 1,19 MB)<\/p>\n<p>17.00 Uhr: Kurz vor Ablauf des Ultimatums beginnen neue Verhandlungen. Dem Anf\u00fchrer der Terroristen wird mitgeteilt, dass die israelische Regierung unter keinen Umst\u00e4nden auf die Forderungen der Attent\u00e4ter eingehen will. Daraufhin wird bis 21 Uhr freies Geleit mit den Geiseln in einem Flugzeug nach Kairo sowie der sofortige Abzug der Scharfsch\u00fctzen gefordert. Bundesinnenminister Genscher verlangt, mit den Geiseln zu sprechen, um von ihnen die Zustimmung zu erhalten, aus Deutschland ausgeflogen zu werden. Der Minister wird in den ersten Stock des Geb\u00e4udes gelassen, wo die neun Geiseln gefesselt in einem Zimmer sitzen. Der tote Josef Romano liegt neben ihnen auf dem Boden. Die Israelis sind damit einverstanden, zusammen mit den Terroristen in die \u00e4gyptische Hauptstadt zu fliegen.<\/p>\n<p>17.30 Uhr: Mehrere hundert Olympia-Touristen durchbrechen die Sperrkette der Bereitschaftspolizei und singen am Zaun des Olympischen Dorfes die israelische Nationalhymne.<\/p>\n<p>Josef Othmar Z\u00f6ller: Kommentar am Nachmittag des 5. September 1972 (MP3-Datei, 2,55 MB)<\/p>\n<p>20.00 Uhr: Bundeskanzler Brandt telefoniert mit dem \u00e4gyptischen Ministerpr\u00e4sidenten Asis Sidki. Das Ergebnis dieses Gespr\u00e4chs ist bis heute unklar: Kurz nach dem Massaker wurde von der Presse kolportiert, dass der \u00e4gyptische Premierminister jegliche Mitarbeit abgelehnt habe: &#8222;We do not want to get involved&#8220;. Ende der neunziger Jahre war in den Medien die Version im Umlauf, die \u00e4gyptische Regierung habe sich bereit erkl\u00e4rt, einem deutschen Flugzeug in Kairo Landeerlaubnis zu erteilen. Au\u00dferdem sollten die israelischen Sportler nach der Landung nach Israel ausreisen d\u00fcrfen; die Terroristen sollten straffrei bleiben. Die endg\u00fcltige Kl\u00e4rung der Vorg\u00e4nge steht noch aus.<\/p>\n<p>Willy Brandt: Ansprache am Abend des 5. September 1972 (MP3-Datei, 3,91 MB)<\/p>\n<p>21.00 Uhr: Die Terroristen verlangen f\u00fcr das Verlassen des Geb\u00e4udes einen Bus im Kellergeschoss. Der Anf\u00fchrer macht zusammen mit Genscher und Schreiber einen Probegang durch den Keller bis zur Ausfahrt, wo zwei Hubschrauber des Bundesgrenzschutzes warten.<\/p>\n<p>22.06 Uhr: Die Attent\u00e4ter besteigen zusammen mit ihren Gefangenen den Bus im Keller von Haus 31. Das Fahrzeug f\u00e4hrt durch das Kellergeschoss und h\u00e4lt kurz nach der Ausfahrt in der N\u00e4he der Helikopter. Mark Slavin, Andr\u00e9 Spitzer, Amitzur Shapira, Kehat Shorr und David Berger werden zum Hubschrauber D-HAQO gebracht. Josef Gottfreund, Jakov Springer, Zeev Friedman und Eliezer Halfin besteigen den Helikopter D-HAQU. Nach ihnen steigen die Attent\u00e4ter ein.<\/p>\n<p>22.22 Uhr: Die Helikopter heben ab und fliegen zum Milit\u00e4rflughafen F\u00fcrstenfeldbruck westlich von M\u00fcnchen. Kurz darauf verl\u00e4sst ein dritter Hubschrauber mit den Mitgliedern des Krisenstabes sowie dem israelischen Geheimdienstchef, General Zamir, und dem Vorsitzenden der CSU, Franz Josef Strau\u00df, das Olympische Dorf. <\/p>\n<p>22.32 Uhr: Der Hubschrauber mit dem Krisenstab an Bord landet in F\u00fcrstenfeldbruck. Die Einsatzleitung auf dem Milit\u00e4rflughafen hat Georg Wolf, Chef der M\u00fcnchener Schutzpolizei. Er l\u00e4sst die zur Verf\u00fcgung stehenden f\u00fcnf Scharfsch\u00fctzen auf dem Dach des Towers und im Erdgeschoss Stellung beziehen. Weitere Polizeikr\u00e4fte halten sich drau\u00dfen im Dunkeln bereit.<\/p>\n<p>22.35 Uhr: Die beiden Hubschrauber mit den Geiseln treffen bei Flutlicht auf dem Flughafen ein. In hundert Metern Entfernung steht eine Boeing 727. Kurz vor dem Aufsetzen der Helikopter fl\u00fcchten mehrere als Besatzungsmitglieder verkleidete Polizisten aus dem Flugzeug. Sie hatten von der Einsatzleitung den Auftrag erhalten, die Attent\u00e4ter nach dem Betreten der Boeing zu \u00fcberw\u00e4ltigen. Da ihnen dies aussichtslos erscheint, haben sie den Einsatz eigenm\u00e4chtig abgebrochen. <\/p>\n<p>22.38 Uhr: Nach der Landung steigen die Hubschrauberpiloten Praus und Ebel mit ihren Co-Piloten aus. Sie werden von zwei Attent\u00e4tern mit vorgehaltener Waffe gezwungen, vor ihren Helikoptern stehen zu bleiben. Zwei andere Terroristen, einer von ihnen ist der Anf\u00fchrer, steigen aus den Hubschraubern aus und inspizieren das leere Flugzeug. Auf dem R\u00fcckweg zu den Hubschraubern er\u00f6ffnen die Scharfsch\u00fctzen der Polizei das Feuer. Die zwei Bewacher der Piloten werden t\u00f6dlich getroffen. Die vom Flugzeug kommenden Attent\u00e4ter bleiben zun\u00e4chst unverletzt. Sie schie\u00dfen mit ihren Maschinenpistolen um sich und suchen unter den Hubschraubern Deckung. Dabei wird der Begleiter des Anf\u00fchrers erschossen.<\/p>\n<p>22.50 Uhr: \u00dcber Handlautsprecher werden die Terroristen in deutscher, englischer und arabischer Sprache aufgefordert, die Waffen wegzuwerfen und sich zu ergeben. Gepanzerte Fahrzeuge der Polizei treffen ein.<\/p>\n<p>22.51 Uhr: Hans Klein, der Pressesprecher der XX. Olympiade, verk\u00fcndet im Pressezentrum den etwa siebenhundert Journalisten: &#8222;Eine kurze, aber wichtige Nachricht von unserem Beobachter in F\u00fcrstenfeldbruck: Schie\u00dferei auf dem Flugplatz; die Polizei schie\u00dft zur\u00fcck.&#8220;<\/p>\n<p>23.35 Uhr: Das Fernsehen berichtet, dass alle Geiseln entkommen und die meisten Terroristen tot seien. <\/p>\n<p>23.50 Uhr: Polizeipr\u00e4sident Schreiber meldet in das Pressezentrum: &#8222;Wir sind noch im Einsatz. Das Flugfeld ist noch nicht ger\u00e4umt. Das ganze Areal ist hermetisch abgeriegelt.&#8220; Presseprecher Klein kommentiert die widerspr\u00fcchlichen Fernseh- und Rundfunkmeldungen: &#8222;Es ist zu vermuten, dass die meisten Meldungen nur auf Annahmen basieren.&#8220;<\/p>\n<p>H\u00f6rfunk-Nachrichten am 6. September 1972 um 0.00 Uhr (MP3-Datei, 2,04 MB)<\/p>\n<p>6. September 1972, 0.10 Uhr: Ein Terrorist springt aus einem Hubschrauber, wirft eine gez\u00fcndete Handgranate in den Helikopter D-HAQO und versucht, in die Dunkelheit zu entkommen. Dabei wird er von einem Scharfsch\u00fctzen der Polizei t\u00f6dlich getroffen. Der Hubschrauber explodiert. Der aus seiner Deckung hervorbrechende Anf\u00fchrer der Attent\u00e4ter wird ebenfalls t\u00f6dlich verletzt. Ein anderer Terrorist erschie\u00dft die im Hubschrauber D-HAQU sitzenden gefesselten Geiseln.<\/p>\n<p>0.25 Uhr: \u00dcber den Bayerischen Rundfunk und durch Lautsprecherwagen werden Autofahrer, die in Richtung Augsburg fahren, vor gefl\u00fcchteten Terroristen gewarnt.<\/p>\n<p>1.32 Uhr: Der letzte Schuss f\u00e4llt. F\u00fcnf der acht Terroristen wurden erschossen, die anderen verhaftet. Alle neun Geiseln sind tot. Polizeiobermeister Anton Fliegerbauer, der sich im Erdgeschoss des Towers aufhielt, wurde von einer Kugel der Attent\u00e4ter t\u00f6dlich getroffen. Der Hubschrauberpilot Gunnar Ebel, BGS-Hauptmann, wurde durch ein Geschoss schwer verletzt.<\/p>\n<p> Pressekonferenz der politisch Verantwortlichen<\/p>\n<p>2.40 Uhr: Pressesprecher Klein teilt im Pressezentrum der Welt\u00f6ffentlichkeit die schreckliche Bilanz der missgl\u00fcckten Befreiungsaktion von F\u00fcrstenfeldbruck mit. Er res\u00fcmiert: &#8222;Wir Deutschen sind nicht nur eines der empfindlichsten V\u00f6lker der Welt, sondern auch eines der verwundbarsten. Und es gibt keine verwundbare Stelle, an der man uns nicht getroffen hat.&#8220;<\/p>\n<p>Hans Klein: Presseerkl\u00e4rung am fr\u00fchen Morgen des 6. September 1972 (MP3-Datei, 1,72 MB)<\/p>\n<p> Seitenanfang<\/p>\n<p> Die olympische Trag\u00f6die<\/p>\n<p> Die Hintergr\u00fcnde<\/p>\n<p> Internationale Kommentare<\/p>\n<p> Startseite<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die olympische Trag\u00f6die.\/Quelle : Internt\/Polizeibericht von damals<\/p>\n<p>5. 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Anschlie\u00dfend hatte er zusammen mit dem Star des St\u00fcckes, Shmuel Rodensky, bis zum fr\u00fchen Morgen in der Diskothek gefeiert: Weinberg war vor f\u00fcnf Wochen Vater geworden. Gegen 3.30 Uhr hatte er sich auf den Heimweg gemacht. W\u00e4re er eine Stunde l\u00e4nger weggeblieben, h\u00e4tte er \u00fcberlebt.","og_url":"https:\/\/feminissima.de\/index.php\/2006\/02\/05\/5-september-1972-protokoll\/","og_site_name":"Feminissima","article_published_time":"2006-02-05T08:07:39+00:00","author":"admin","twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Verfasst von":"admin","Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"11\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/feminissima.de\/index.php\/2006\/02\/05\/5-september-1972-protokoll\/","url":"https:\/\/feminissima.de\/index.php\/2006\/02\/05\/5-september-1972-protokoll\/","name":"5. 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