{"id":84114,"date":"2005-12-05T00:12:35","date_gmt":"2005-12-05T00:12:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.feminissima.de\/?p=84114"},"modified":"2005-12-05T00:12:35","modified_gmt":"2005-12-05T00:12:35","slug":"pruefung-mach-doch-mal-ne-pause","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/feminissima.de\/index.php\/2005\/12\/05\/pruefung-mach-doch-mal-ne-pause\/","title":{"rendered":"Pr\u00fcfung: &#8222;Mach doch mal ne Pause!&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Nicht wenige Menschen machen sich und ihre Umgebung &#8222;verr\u00fcckt&#8220;, wenn sie sich in einer Pr\u00fcfungs-, Examensphase befinden. Und machen auch vieles falsch.<br \/>\n<br \/>\nUnabh\u00e4ngig von den Tips, die FEMINISSIMA f\u00fcr Euch beim THIEME-Verlag aufgeschnappt hat &#8211; gibt Euch FEM einen unbezahlbaren Ratschlag mit auf Euren Pr\u00fcfungsweg &#8211; &#8222;WISSEN MACHT SPASS!&#8220; <br \/>Und &#8211; &#8222;DIE WELT GEHT VON EINER &#8222;F\u00dcNF&#8220; NICHT UNTER!Drittens: Lieber mit dem Besten rechnen und nicht mit dem Schlimmsten!<br \/>Und \u00fcberhaupt &#8211; man hat doch auch schon VOR der Pr\u00fcfung was gelernt, oder?<br \/>Mach mal Pause<br \/>\n<br \/>\nTipps und Tricks f\u00fcr MC-Pr\u00fcfungen<\/p>\n<p>Multiple-Choice-Pr\u00fcfungen sind der Knackpunkt, an dem sich Wohl und Wehe des Medizinstudenten scheiden. An MC-Fragen kommt keiner vorbei. Wer sich damit schwer tut, hat ein ernstes Problem. Allerdings ist das kein Zustand, an dem sich nichts \u00e4ndern lie\u00dfe. Es gibt einige einfache Strategien, die helfen, angelerntes Wissen effektiver in Punkte umzum\u00fcnzen.<\/p>\n<p>\nEinleitung  <\/p>\n<p>Gibt es schlimmere Momente im Leben eines Medizinstudenten? Im Pr\u00fcfungssaal wird es langsam unruhig. Alle paar Minuten meldet die Oberaufsicht des Landespr\u00fcfungsamtes \u00fcber das Mikrofon, dass man in K\u00fcrze abgeben muss. Die Kommilitonen an den Nachbartischen legen ihre Stifte aus der Hand und klappen die Aufgabenhefte zu. Der computerlesbare L\u00f6sungsbogen, den man auf dem Tisch vor sich liegen hat, ist mit den kleinen waagerechten Strichen \u00fcbers\u00e4t, die die richtigen L\u00f6sungen markieren. Doch leider sind da immer noch die paar Aufgaben, bei denen man sich einfach nicht zwischen zwei Buchstaben entscheiden kann. A oder E, B oder C oder gar D? Was versteht man unter Stressinkontinenz? Genau: Den unwillk\u00fcrlichen Harnabgang durch Husten, Lachen oder Niesen. Also ist A richtig, oder? Aber wie ist es mit E, wie ist es bei psychischer Belastung? Psychische Belastung ist doch Stress? Man f\u00fchlt ja selbst, wie die Blase dr\u00fcckt. Also doch E &#8230;? Zwei Stunden sp\u00e4ter nach der Pr\u00fcfung ist der \u00c4rger gro\u00df. So ein dummer Fehler. Eigentlich h\u00e4tte man die Antwort gewusst, aber in der Hektik hat man sich hereinlegen lassen.<\/p>\n<p>\nZeit tut Not  <\/p>\n<p>Eine solche Situation ist f\u00fcr MC-Pr\u00fcfungen typisch: Obwohl man die richtige L\u00f6sung kennt, l\u00e4sst man sich durch falsche L\u00f6sungsalternativen, die sich das IMPP ausgedacht hat, aufs Glatteis f\u00fchren. Ein h\u00e4ufiger Grund daf\u00fcr ist Zeitnot. Wenn man sich w\u00e4hrend einer Pr\u00fcfung in eine Stress-Situation hineinman\u00f6vriert, ergeben sich daraus ganz zwangsl\u00e4ufig Leichtsinnsfehler. Deswegen ist ein vern\u00fcnftiges Zeitmanagement der erste Schritt zu einer erfolgreichen Pr\u00fcfung. Und dieser Zeitplan sollte nicht nur die Pr\u00fcfung selbst, sondern auch die Wochen und Monate vorher umfassen. Alles motivierte Lernen bringt wenig, wenn man zwei Tage vor der Pr\u00fcfung feststellt, dass man zwar alle kleinen F\u00e4cher perfekt beherrscht, f\u00fcr die Innere Medizin aber wohl keine Zeit mehr haben wird.<\/p>\n<p>\nErholte lernen besser   <\/p>\n<p>Wenn man den Lernplan erstellt, sollte man nicht mehr als f\u00fcnf Lerntage pro Woche einrechnen. Reservieren Sie die letzten zwei Wochen vor der Pr\u00fcfung f\u00fcr die Bearbeitung der aktuellen Examensb\u00e4nde. Die restliche Zeit wird dann auf die einzelnen F\u00e4cher verteilt. Bei dieser Planung sollte man neben Umfang und Wichtigkeit des jeweiligen Faches auch eigene Vorkenntnisse ber\u00fccksichtigen. Innerhalb eines Faches wird die Zeit auf die einzelnen Kapitel verteilt, wobei man sich am Kapitelumfang des jeweiligen Fachbandes der &#8222;Schwarzen Reihe&#8220; orientieren kann. Eine gute Tagesplanung k\u00f6nnte so aussehen, dass Sie vormittags zun\u00e4chst ein Lehrbuch oder Lerntexte studieren. Die dazugeh\u00f6rigen Fragen sollten dann erst am Nachmittag des folgenden Tages durchgearbeitet werden.<\/p>\n<p>Setzen Sie sich bei allem Einteilen aber nicht zu sehr unter Erfolgsdruck. Wenn Sie merken, dass im vorgegebenen Zeitrahmen das geplante Pensum nicht zu schaffen ist, bringt es nichts, &#8222;schneller&#8220; zu lernen. Verplanen Sie von vorneherein nicht mehr als sechs bis acht Stunden pro Tag. Wenn Sie dann noch Valenzen frei haben, beruhigt dies nicht nur ungemein, sondern Sie lernen wegen der Erholungsphasen auch effektiver.<\/p>\n<p>\nWiedersehen macht Freude   <\/p>\n<p>Zur Entspannung tr\u00e4gt auch bei, wenn man sich klarmacht, dass der Examensstoff keine un\u00fcberwindliche H\u00fcrde, sondern eine \u00fcberschaubare Gr\u00f6\u00dfe ist. Es hat sich gezeigt, dass das IMPP immer wieder auf den-selben Fundus von Richtig- bzw. Falschaussagen zur\u00fcckgreift, die in den &#8222;neuen&#8220; Fragen nur unterschiedlich verpackt werden. Die Zahl der tats\u00e4chlich neuen Fakten, die pro Examen hinzukommen, ist meist gering. Es ist deswegen sehr effektiv, wenn man nach einer ersten Bearbeitung der Altfragen alle richtigen Aussagen mit einem Textmarker der einen Farbe und alle falschen Aussagen mit einer anderen Farbe hervorhebt. W\u00e4hrend der Pr\u00fcfung kann man dann ein wahres Wiedersehensfest erleben.<\/p>\n<p>Leider ist es aber bei MC-Pr\u00fcfungen mit dem blo\u00dfen Beherrschen des Stoffs nicht getan. So meint Dr. med. Dipl.-Psych. Bringfried M\u00fcller, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Marburger Instituts MEDI-LEARN und Lehrbeauftragter f\u00fcr Medizinische Psychologie und Soziologie an der Universit\u00e4t Marburg, dass es in MC-Pr\u00fcfungen nicht nur auf l\u00fcckenloses Wissen ankommt: &#8222;Die Besonderheiten des Multiple-Choice-Verfahrens k\u00f6nnen die Pr\u00fcfungsergebnisse ma\u00dfgeblich beeinflussen. W\u00e4hrend die Art der Fragestellungen manche Studenten gerade wegen umfassender Kenntnisse zu unn\u00f6tig komplizierten Gedankeng\u00e4ngen und Falschantworten verleitet, gleichen andere ihre fachlichen Defizite gewinnbringend aus, indem sie die Eigenheiten des Multiple-Choice-Verfahrens nutzen.&#8220; Wenn Sie von der besonderen Situation einer MC-Pr\u00fcfung profitieren oder zumindest h\u00e4ufige Fehlerquellen ausschalten m\u00f6chten, sollten Sie deswegen einige einfache Ratschl\u00e4ge beherzigen.<\/p>\n<p>\nAlles der Reihe nach  <\/p>\n<p>Die erste Regel ist, dass man die Pr\u00fcfungsaufgaben grunds\u00e4tzlich der Reihe nach durcharbeiten sollte. Wenn die Aufsicht das Kommando zum Loslegen gibt, darf man sich nicht dazu verleiten lassen, zuerst die Fragen seines Lieblingsfaches oder die Bildfragen zu l\u00f6sen. Das Herausfiltern von Fragen &#8211; ganz gleich unter welchen Gesichtspunkten &#8211; kostet wertvolle Zeit, die sp\u00e4ter fehlt. Jede Frage, die aus Zeitgr\u00fcnden nicht oder nur oberfl\u00e4chlich behandelt werden kann, stellt eine potentielle Falschantwort dar.<\/p>\n<p>Wenn man sich daran h\u00e4lt, hat dies auch noch einen anderen Vorteil: In der Pr\u00fcfung kommt ganz automatisch irgendwann die Frage, ob denn die Zeit noch reicht. Dann schaut man auf die Uhr und beginnt zu rechnen. Meist kommt man dabei in der Anspannung zu keinem eindeutigen Ergebnis und wird dann bis zum Ende der Pr\u00fcfung &#8211; m\u00f6glicherweise zu Unrecht! &#8211; das Gef\u00fchl haben, unter Zeitdruck zu stehen, was wiederum zu Fl\u00fcchtigkeitsfehlern f\u00fchren kann. Andererseits k\u00f6nnte man, wenn man sich verrechnet, tats\u00e4chlich in Zeitnot geraten. Beugen Sie dieser unangenehmen Situation vor: Markieren Sie gleich zu Beginn Aufabe 45 als &#8222;Einstundenmarke&#8220;, Aufgabe 90 als &#8222;Zweistundenmarke&#8220; und Aufgabe 135 als &#8222;Dreistundenmarke&#8220;. So erkennen Sie rechtzeitig, ob Sie noch in der Zeit liegen und beugen unn\u00f6tigem Stress vor. Dar\u00fcber hinaus bietet dieses Verfahren die M\u00f6glichkeit, bei Zeitproblemen noch rechtzeitig die &#8222;Schlagzahl zu erh\u00f6hen&#8220;.<\/p>\n<p>\nDer Geist im &#8222;economy-mode&#8220;  <\/p>\n<p>Von vielen Studenten wei\u00df man, dass sich in den Examina immer wieder schwer erkl\u00e4rbare Fehlerserien ereignen. Die Serien setzen etwa bei Aufgabe 60 bis 70 ein und erstrecken sich zum Teil \u00fcber f\u00fcnf bis zehn Aufgaben. Die Studenten geben dann oft an, dass sie sich die falsche Beantwortung nicht erkl\u00e4ren k\u00f6nnen, da sie die richtige L\u00f6sung eigentlich wissen h\u00e4tten m\u00fcssen. Dr. Bringfried M\u00fcller begr\u00fcndet diese Aussetzer mit einem Mangel an mentalen Erholungsphasen: &#8222;Es ist geradezu typisch, dass die Frage nach Pausen w\u00e4hrend der Pr\u00fcfung von diesen Studenten verneint wird. Bei anhaltender &#8222;pausenloser&#8220; Pr\u00fcfungsanspannung nimmt sich der Geist irgendwann eine Zwangspause und schaltet in den ,economy-mode&#8216;. Dabei ergeben sich dann die typischerweise ab Aufgabe 60 einsetzenden Fl\u00fcchtigkeitsfehler.&#8220;<\/p>\n<p>Um diesen Konzentrationsverlust zu umgehen, sollten Sie in der Pr\u00fcfung einige Pausen einlegen. Pro Frage haben Sie anderthalb Minuten Zeit. Wenn Sie pro Stunde 45 Aufgaben schaffen, haben Sie nach jeder Stunde f\u00fcnf Minuten zum Verschnaufen. Der Erholungswert einer Pause korreliert \u00fcbrigens nicht linear mit deren L\u00e4nge. Der Erholungswert ist in den ersten Minuten am h\u00f6chsten. Die Pausen m\u00fcssen daher nicht l\u00e4nger als drei bis f\u00fcnf Minuten sein. Sie k\u00f6nnen w\u00e4hrend dieser Zeit am Platz bleiben. Schlie\u00dfen Sie aber das Aufgabenheft, sonst kann keine echte Entspannung aufkommen.<\/p>\n<p>\nGeleistete Denkarbeit sichern  <\/p>\n<p>Entscheiden Sie sich nie zu schnell f\u00fcr eine L\u00f6sung. Lesen Sie auf jeden Fall alle Aussagen der Frage. Wenn Sie sich auch relativ sicher sind, dass B falsch ist. Vielleicht sind Sie sich, nachdem Sie den Rest der Aufgabe gelesen haben, hundertprozentig sicher, dass E die falsche Aussage ist. \u00dcberlegen Sie sich vor der Pr\u00fcfung bereits sinnvolle Markierungen. Wenn Sie beim ersten Durchlesen neben jede Aussage nur ein Richtigh\u00e4kchen machen oder die Aussage durchstreichen, wissen Sie wenig sp\u00e4ter schon nicht mehr, bei welcher Aussage Sie sich nun ganz sicher waren, und m\u00fcssen alle nochmals durchlesen. Machen Sie z.B. bei Aussagen, die sicher richtig sind, zwei H\u00e4kchen, bei Aussagen, die fraglich richtig sind, ein H\u00e4kchen und ein Fragezeichen, bei fraglich falschen Aussagen ein &#8222;f&#8220; und ein Fragezeichen und bei sicher falschen Aussagen zwei &#8222;f&#8220;. So geht Ihnen keine bereits geleistete Denkarbeit verloren. Jedem ist es vorbehalten, sein eigenes Markierungsschema zu entwickeln. Wichtig ist, dass man dieses Schema w\u00e4hrend der Vorbereitung trainiert, damit es richtig sitzt, und dass man es in der Pr\u00fcfung zumindest bei komplexen Aufgaben konsequent anwendet.<\/p>\n<p>\nKleine Fallen und kleine Hilfen <\/p>\n<p>Manchmal bestehen die Einzelaussagen nur aus je einem Wort. Bei solchen Aufgaben kann man den falschen &#8222;Fuffziger&#8220; oft schon auf einen Blick erkennen. Ganze S\u00e4tze sollte man sich konzentriert durchlesen. Hat man in der Pr\u00fcfungsvorbereitung die Aussage nur als Richtigantwort kennengelernt, \u00fcbersieht man leicht, dass das IMPP ein &#8222;meist&#8220; durch ein &#8222;selten&#8220; oder ein &#8222;k\u00f6nnte&#8220; durch ein &#8222;muss&#8220; ersetzt hat, was aus der Aussage eine Falschantwort macht.<\/p>\n<p>Aussagenkombinationen sind oft l\u00f6sbar, auch wenn man nicht alle Aussagen als sicher richtig oder falsch einordnen kann: Sind (1) und (3) sicher richtig und B mit der Kombination (1), (3) und (5) die einzige Antwort, die diese Kombination zul\u00e4sst, dann ist eben B richtig, auch wenn man von dem in (5) dargelegten Sachverhalt keine Ahnung hat.<\/p>\n<p>Oft helfen auch sprachliche Hinweise weiter: Absolute Formulierungen wie &#8222;muss&#8220; oder &#8222;genau&#8220; finden sich eher in falschen Aussagen, dagegen sind relativierende Formulierungen wie &#8222;kann&#8220; oder &#8222;selten&#8220; ein Hinweis auf richtige Aussagen Der Satz: &#8222;Ein Glioblastom kann in seltenen F\u00e4llen spontan ausheilen&#8220; ist nat\u00fcrlich richtig. Ausnahmen sind in der Medizin eben sehr h\u00e4ufig, da kein Fall mit dem anderen vergleichbar ist.<\/p>\n<p>\nJedes Strichlein z\u00e4hlt  <\/p>\n<p>Wenn man zu einer L\u00f6sung gelangt ist, sollte man diese sofort auf den Computerbogen \u00fcbertragen. In diesem Moment ist einem dieser eine Punkt sehr wichtig, was die Gefahr von \u00dcbertragungsfehlern minimiert. Au\u00dferdem braucht man beim \u00dcbergang von einer Aufgabe zur n\u00e4chsten ohnehin eine mentale Pause, die man mit dieser mechanischen T\u00e4tigkeit geschickt nutzen kann. Wenn man allerdings am Schluss der Pr\u00fcfung erst schnell und in Hektik alle L\u00f6sungen nacheinander auf den Computerbogen \u00fcbertr\u00e4gt, gilt das einzelne Strichlein nicht mehr viel und Fl\u00fcchtigkeitsfehler werden wahrscheinlicher.<\/p>\n<p>Was soll man tun, wenn man sich bei der L\u00f6sung einer Aufgabe noch nicht ganz sicher ist? Einige Studenten lassen bei den Aufgaben, die sie zun\u00e4chst nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen, eine L\u00fccke auf dem Computerbogen in der Absicht, sich diese sp\u00e4ter noch einmal anzuschauen und sich dann erst f\u00fcr einen L\u00f6sungsbuchstaben zu entscheiden. Dr. Bringfried M\u00fcller r\u00e4t, auch in diesem Fall eine L\u00f6sung auf dem Computerbogen zu markieren: &#8222;Man sollte bedenken, dass bei diesem Verfahren die eine oder andere Aufgabe \u00fcbersehen werden kann oder dass man in Zeitnot geraten k\u00f6nnte. In diesem Fall gilt, dass die Aufgabe vom Computer als sicher falsch gez\u00e4hlt wird. Hat man allerdings eine, wenn auch unsichere Markierung gesetzt, hat man zumindest eine zwanzigprozentige Chance auf eine Richtigantwort.&#8220;<\/p>\n<p>\nVor dem Computer sind alle Fragen gleich   <\/p>\n<p>Wenn Sie eine Aufgabe nicht sofort l\u00f6sen k\u00f6nnen, verwenden Sie darauf nicht zu viel Zeit. Markieren Sie bereits &#8222;geknackte&#8220; Aussagen entsprechend und entscheiden Sie sich sp\u00e4testens nach drei Minuten f\u00fcr eine L\u00f6sung. Bedenken Sie, dass Sie auch f\u00fcr sehr schwierige Aufgaben tats\u00e4chlich nur einen Punkt bekommen. Auch wenn eine Aufgabe f\u00fcr Sie eine besondere fachliche Herausforderung darstellt &#8211; der Computer macht keinen Unterschied.<\/p>\n<p>Wenn man sich einzelne Aufgaben zum Schluss noch einmal genauer ansehen m\u00f6chte, ist es ratsam, sich die Nummern aufzuschreiben, da man in der Hektik sonst Probleme haben d\u00fcrfte, die jeweiligen Aufgaben wieder zu finden. Sollte man dann tats\u00e4chlich noch eine &#8222;gute Idee&#8220; haben, kann man die auf dem Computerbogen zun\u00e4chst eingetragene L\u00f6sung immer noch ausradieren.<\/p>\n<p>\n&#8222;Kaputtkorrekturen&#8220; vermeiden   <\/p>\n<p>Wenn man gegen Ende der Pr\u00fcfung noch Zeit hat, sollte man es vermeiden, ziellos durch das Heft zu bl\u00e4ttern. Der Blick wird dabei an der einen oder anderen Aufgabe haften bleiben. Man wird die gew\u00e4hlte L\u00f6sung noch einmal \u00fcberdenken und m\u00f6glicherweise verwerfen. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass dadurch eher richtige L\u00f6sungen &#8222;kaputtkorrigiert&#8220; werden, als dass aus falschen Antworten richtige L\u00f6sungen werden. Die Konzentrations- und Leistungsf\u00e4higkeit ist bei einer Pr\u00fcfung nach vierst\u00fcndiger Bearbeitungszeit erheblich verringert. Deswegen sind die im ersten Durchgang gefundenen L\u00f6sungen mit einer h\u00f6heren Wahrscheinlichkeit richtig. Wenn man nach Klausurende noch einen Korrekturdurchlauf plant, sollte man sich daher auf die Aufgaben beschr\u00e4nken, die man auch im ersten Durchgang nur geraten hat und die man sich deswegen bereits f\u00fcr eine m\u00f6gliche Korrektur vorgemerkt hatte.<\/p>\n<p>\nWenn&#8217;s am Ende knapp wird &#8230; <\/p>\n<p>Wenn man am Schluss der Pr\u00fcfung bemerkt, dass einem bei der \u00dcbertragung der L\u00f6sungen vom Heft auf den Computerbogen ein Fehler unterlaufen ist und die Zeit fehlt, den Fehler noch zu korrigieren, sollte man sich bei der Aufsichtsperson melden und das Aufgabenheft gemeinsam mit dem Computerbogen abgeben. So hat man noch eine kleine Chance, sp\u00e4ter im Widerspruchsverfahren den Nachweis zu erbringen, dass es sich tats\u00e4chlich um einen \u00dcbertragungsfehler handelt. Geben Sie Ihr Aufgabenheft aber nicht prophylaktisch ab, sondern nur dann, wenn Sie tats\u00e4chlich einen \u00dcbertragungsfehler gemacht haben.<\/p>\n<p>Zu guter Letzt noch eine gedankliche Hilfestellung f\u00fcr alle, die sich in der Nacht nach der Pr\u00fcfung wegen falscher Antworten schlaflos hin- und herw\u00e4lzen: Es ist ein normaler Vorgang, dass man nach einer Pr\u00fcfung vor allem die Fragen im Kopf hat, die man falsch gemacht hat. Deswegen braucht man allerdings noch lange kein schlechtes Pr\u00fcfungsergebnis erwarten. Fragen, die falsch beantwortet werden, sind naturgem\u00e4\u00df nat\u00fcrlich auch die schwierigeren. In der Pr\u00fcfung besch\u00e4ftigt man sich mit ihnen am l\u00e4ngsten und deswegen bleiben sie auch am besten im Ged\u00e4chtnis haften. Die Aufgaben, die man schnell und richtig beantwortet hat, vergisst man dagegen rasch. Man besch\u00e4ftigt sich sp\u00e4ter kaum noch mit ihnen &#8211; daf\u00fcr sind sie meistens in der \u00dcberzahl.<\/p>\n<p>Quelle: Thieme-Verlag<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht wenige Menschen machen sich und ihre Umgebung &#8222;verr\u00fcckt&#8220;, wenn sie sich in einer Pr\u00fcfungs-, Examensphase befinden. 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