{"id":83927,"date":"2005-08-30T18:05:10","date_gmt":"2005-08-30T18:05:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.feminissima.de\/?p=83927"},"modified":"2005-08-30T18:05:10","modified_gmt":"2005-08-30T18:05:10","slug":"tod-eines-7jaehrigen-in-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/feminissima.de\/index.php\/2005\/08\/30\/tod-eines-7jaehrigen-in-berlin\/","title":{"rendered":"Tod eines 7j\u00e4hrigen in Berlin"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<table width=\"100%\">\n<tr>\n<td style=\"background-image=url('images\/monet-heller.jpg')\"><font size=\"+1\"><\/p>\n<p>&#8230; Siehe auch Text von heute Vormittag, hier auf der live-Site<br \/>, bzw. wir haben ihn gerade unter diesen nachfolgenden Pressetext gestellt. \/ Es ist 14 Uhr 39.<\/p>\n<p>Ein 16-J\u00e4hriger hat zugegeben, den siebenj\u00e4hrigen Christian S. aus Berlin-Zehlendorf aus &#8222;pers\u00f6nlichem Frust&#8220; erschlagen zu haben. <br \/>Dem mutma\u00dflichen T\u00e4ter droht eine Jugendhaftstrafe von bis zu zehn Jahren.<\/p>\n<p>Wie Polizei und Staatsanwaltschaft heute mitteilten, hat der Jugendliche in der Vernehmung zugegeben, den Sch\u00fcler am Samstag auf einem Spielplatz mehrfach auf den Kopf geschlagen zu haben. <br \/>Anschlie\u00dfend habe er ihn entkleidet und unter einer Plane versteckt.<br \/> Sexuelle Motive schlie\u00dfen die Ermittler allerdings weitgehend aus. <br \/>&#8222;Eine sexuelle Komponente k\u00f6nnen wir im Moment \u00fcberhaupt nicht erkennen&#8220;, sagte ein Sprecher der Mordkommission. <br \/>&#8222;Im Gegenteil, davon r\u00fccken wir immer weiter ab.&#8220;<\/p>\n<p>Der Vater von Christian hatte die Leiche seines Sohnes in der N\u00e4he der elterlichen Wohnung in einem Waldst\u00fcck gefunden. <br \/>Die Familie hatte sich Sorgen gemacht, nachdem der Siebenj\u00e4hrige vom Spielen nicht nach Hause gekommen war. <br \/>Den Obduktionsergebnissen zufolge starb Christian an massiven Kopfverletzungen. <\/p>\n<p>\nFreunde und Nachbarn legten Blumen und Pl\u00fcschtiere am Leichenfundort nieder.<\/p>\n<p>\nGestern hatte die Polizei dann den 16-J\u00e4hrigen unter dringendem Tatverdacht festgenommen. <\/p>\n<p>Der Hauptsch\u00fcler ist nach Angaben der Ermittler mehrfach wegen verschiedener Straftaten, darunter auch Gewaltdelikten, vorbestraft. <\/p>\n<p>\nGegen ihn habe ein Haftbefehl wegen gef\u00e4hrlicher K\u00f6rperverletzung vorgelegen, sagte ein Polizeisprecher. <\/p>\n<p>Dieser sei jedoch gegen Auflagen ausgesetzt gewesen. <\/p>\n<p>Der Jugendliche sei deutscher Staatsb\u00fcrger und lebe bei seinen Gro\u00dfeltern. <\/p>\n<p>Er habe sein Opfer gekannt und zuf\u00e4llig am Tatort getroffen, hie\u00df es. <\/p>\n<p>Jetzt droht ihm eine Jugendhaftstrafe von bis zu zehn Jahren.<\/p>\n<p>Als wichtigstes Indiz werteten die Ermittler, dass Spuren des Jugendlichen an der Leiche gefunden wurden. <\/p>\n<p>Dies habe ein DNA-Vergleich erbracht.  <\/p>\n<p> Die Mordkommission hatte unter Jugendlichen ermittelt, die sich h\u00e4ufig in der N\u00e4he des Fundortes der Leiche des Siebenj\u00e4hrigen trafen. Der Leiter der Mordkommission, Klaus Ruckschnat, hatte zun\u00e4chst ausgeschlossen, dass es Verbindungen zu anderen ungekl\u00e4rten Kindermorden gibt. <\/p>\n<p>HIER DER TEXT VON FEMINISSIMA, HEUTE, kurz nach 9 Uhr, den wir gerade jetzt (14 Uhr 30) hier eingef\u00fcgt haben:<\/p>\n<p>Gestern hatte FEMINISSIMA in einem langen Text dar\u00fcber nachgedacht, was so merkw\u00fcrdig, so auff\u00e4llig merkw\u00fcrdig an dem &#8222;Fall&#8220; &#8211; an dem Mord an dem kleinen Jungen erscheint. Unter anderem, dass niemand, au\u00dfer einer Nachbarin und einer gleichaltrigen Spielkameradin &#8211; Christian gesehen haben will. So jedenfalls lauteten die Meldungen von gestern. Man stelle es sich vor: es war am Samstag, diesen vergangenen Samstag, als der Junge gegen halb elf, also 10 Uhr 30 die elterliche Wohnung verl\u00e4sst, um bis zum Mittagessen drau\u00dfen zu spielen. Es ist eine Siedlung, in der Christian wohnt &#8211; also &#8211; : halten wir fest: ein Samstagmorgen, Ende August, sch\u00f6nstes Wetter, eine Siedlung, in Berlin-Zehlendorf. Das Bild, das sich fast automatisch vor deinem geistigen Auge aufbaut, ist das eines &#8222;belebten Samstagmorgen&#8220; &#8211; die Menschen haben frei, die meisten jedenfalls, eine Siedlung, mit all ihren Fenstern und den unsichtbaren Augen, die nach drau\u00dfen schauen. Man stellt sich auch vor, dass der nahegelegene Spielplatz an einem Samstagmorgen im August, bei strahlendem Sonnenschein &#8211; voller Kinder ist, und M\u00fcttern und so. Wie es sich darstellte &#8211; so stellte es sich f\u00fcr FEM gestern dar, so schrieb sie dar\u00fcber, wie in einem Kriminalroman, \u00fcberlegte, was man d\u00e4chte, w\u00e4re es ein Kriminalroman &#8211; so sah es aus, als stapfte der kleine Junge wie als einziger Mensch &#8211; noch gesehen von einer Nachbarin und einer gleichaltrigen Spielkameradin ganz allein zu seinem Spielplatz, bzw. das daran angrenzende Waldst\u00fcck, das ebenfalls von den Kindern als Spielplatz benutzt wird. Die Siedlung in Sichtweite. Dicht dabei. Dem T\u00e4ter oder den T\u00e4tern bleibt maximal eine Stunde oder eineinhalb, um den Jungen zu t\u00f6ten. Und auch Beweisst\u00fccke verschwinden zu lassen, wie etwa die Bekleidung des Jungen. Um 12 Uhr 45 findet der Vater seinen toten Sohn. Als der Junge zum Mittagessen nicht heimkam, machte er sich auf die Suche, mit dem Fahhrad. Dazu &#8211; lest bitte, so es Euch interessiert, den Text von gestern, den wir sp\u00e4tnachmittags in die Rubrik &#8222;fem&#038;Gewalt&#8220; gesetzt haben, unver\u00e4ndert. So. Heute Vormittag liest Du &#8211; &#8222;mehrere Jugendliche seien identifiziert und verh\u00f6rt worden&#8220;. Spekulationen, ein 16j\u00e4hriger sei der T\u00e4ter, wurden wieder dementiert. HIER aber die neue und weitergehende Merkw\u00fcrdigkeit &#8211; pl\u00f6tzlich waren also doch noch &#8222;Leute unterwegs&#8220; &#8211; was ja auch jeder annimmt, der einen Samstagvormittag kennt, und dazu noch in einer reinen Wohn-Siedlung&#8230;mit Kindern und Spielplatz&#8230;.FEM versuchte gestern, sich vorstellend, es handele sich um einen fiktionalen Roman und nicht die grauenhafte Realit\u00e4t, Schl\u00fcsse zu ziehen, wer verd\u00e4chtig sein k\u00f6nne..und&#8230; &#8211; ja, &#8211; lest selbst -. Wenn die Spekulationen \u00fcber &#8222;Jugendliche&#8220;, die in der Berliner Presse aufgetaucht sind, sich schlu\u00dfendlich als Realit\u00e4t herausstellen sollten, dann w\u00e4re das ein Beweis &#8230;ja, f\u00fcr was? Wie beschreibt man ein gesellschaftliches Ph\u00e4nomen, da Jugendliche hingehen und ein kleineres Kind einfach totschlagen? Es w\u00e4re ja nicht das erste Mal&#8230;in letzter Zeit&#8230;(9 Uhr 17)\/Berlin<\/p>\n<p>31. August &#8211; &#8222;spiegel-online&#8220; fasst heute zusammen, was Berliner gestern schon im Radio und Lokalfernsehen erfahren haben, bzw. eine Berliner Boulevard-Zeitung brachte schon ein Foto (gestern!) des mutma\u00dflichen T\u00e4ters, auf dem du trotz der Unkenntlichmachung des Gesichts erkennen konntest, dass es sich um einen farbigen Jungen handelte. Die Betonung auf &#8222;deutscher Staatsb\u00fcrger&#8220; und &#8222;bei den Gro\u00dfeltern aufgewachsen&#8220; &#8230;lie\u00df schon einiges ahnen&#8230;was nicht so rund im Leben des 16j\u00e4hrigen gelaufen sein k\u00f6nnte&#8230;&#8220;spiegel-online&#8220; &#8211; fasst zusammen,<br \/>\n<br \/>\nund hebt sich da wohltuend ab von den TV-Plapperern, (sehr unangenehm und v\u00f6llig deplaziert f\u00fcr solche Trag\u00f6dien und Verbrechen &#8211; Yvonne Ransbach, von &#8222;Hallo Deutschland&#8220;, ZDF, ihr Kollege Schreyl hat ja zu RTL r\u00fcbergemacht), die sich an der \u00c4u\u00dferung &#8222;pers\u00f6nlicher Frust&#8220; ..als Mordmotiv&#8230;k\u00fcnstlich emp\u00f6rten.., als h\u00e4tten sie noch nie etwas von, na haben sie wohl auch nicht, sie sind in Wirklichkeit offenbar so hohl, wie ihr \u00c4u\u00dferes immer gleich-aussieht&#8230; <\/p>\n<p>\nKINDERMORD IN BERLIN<\/p>\n<p>&#8222;Es ist einfach so passiert&#8220;<\/p>\n<p>Von Matthias Gebauer und Jens Todt <\/p>\n<p>Der Mord an dem siebenj\u00e4hrigen Christian ist aufgekl\u00e4rt, ein 16-j\u00e4hriger Nachbar in Haft. Die Polizei steht vor einem R\u00e4tsel, denn der Verd\u00e4chtige handelte spontan, ohne Motiv. Die Justiz ger\u00e4t unter Druck, da er bereits mehrmals aufgefallen war, aber niemand reagierte.<\/p>\n<p>\nMordopfer Christian: Einfach so umgebracht?<br \/>\n<br \/>\nBerlin &#8211; Brutale Mordf\u00e4lle geh\u00f6ren f\u00fcr den Berliner Ermittler Klaus Ruckschnat zur t\u00e4glichen Routine. Als Leiter einer der Mordkommissionen beim Landeskriminalamt (LKA) hat er jeden Tag mit M\u00f6rdern, ihren Ausfl\u00fcchten und am Ende oft mit sehr banalen Gr\u00fcnden f\u00fcr einen Mord zu tun. Nach genau einem solchen Motiv sucht das LKA derzeit vergeblich. Den Mord an dem siebenj\u00e4hrigen Christian S. aus dem Berliner Stadtteil Zehlendorf hat Ruckschnat aufgekl\u00e4rt. Der Verd\u00e4chtige Keith M., selber gerade erst 16 Jahre alt, hat ein Gest\u00e4ndnis abgelegt. Nur eben der Grund f\u00fcr die Bluttat am vergangenen Wochenende bleibt ein R\u00e4tsel.<\/p>\n<p>Stundenlang haben Ruckschnats Kollegen den Jungen aus der direkten Nachbarschaft des Opfers verh\u00f6rt. Zuerst stritt der Verd\u00e4chtige alles ab. Nach Stunden gab er zu, sein sp\u00e4teres Opfer am vergangenen Samstag zumindest gesehen zu haben. Irgendwann nach langem Hin und Her, Dutzenden von Unterbrechungen und dem stetigen Insistieren der Fahnder brach Keith M. zusammen. Am &#8222;Bunker&#8220;, einer Art Holzverschlag, habe er Christian getroffen. Gemeinsam gingen sie r\u00fcber zur alten Baumschule gegangen, nur wenige hundert Meter von den H\u00e4usern der beiden entfernt.<\/p>\n<p> Berlin: Mord an siebenj\u00e4hrigem Christian aufgekl\u00e4rt <\/p>\n<p>\nWarum Keith dort so lange auf Christian einschlug, bis der tot war, wollte M. nicht sagen. Die Fahnder gewinnen mehr und mehr das Gef\u00fchl, dass er es selbst nicht wei\u00df. Dass er das Motiv gar nicht nennen kann. Fast hilflos sprechen sie von Autoaggressionen, von pl\u00f6tzlichen Gewaltsch\u00fcben. Sie suchen nach Erkl\u00e4rungen in der Jugend. Sie st\u00f6bern in der Geschichte des Sohns eines amerikanischen Soldaten und einer Deutschen, die ihren Sohn gleich nach Geburt bei den Gro\u00dfeltern ablieferte und verschwand. &#8222;Es gibt viele Fingerzeige&#8220;, sagt einer der Ermittler z\u00f6gerlich, &#8222;doch wie erkl\u00e4rt das einen solchen Mord?&#8220;<\/p>\n<p>Ein Mord in der Nachbarschaft<\/p>\n<p>Die brutale Tat bewegt ganz Berlin. Geschockt sind die Anwohner in der sogenannten Alliierten-Siedlung dar\u00fcber, dass der Vater von Christian seinen toten Sohn nur wenige hundert Meter von seinem Zuhause am Samstag entkleidet unter einer Plane fand. Fast noch erschreckender ist nun, dass der mutma\u00dfliche T\u00e4ter beinahe direkt T\u00fcr an T\u00fcr wohnte, sein sp\u00e4teres Opfer seit Jahren kannte. Es ist ein Mord in der Nachbarschaft, der Eltern in Angst versetzt. Die Festnahme erleichtert dabei nur oberfl\u00e4chlich. Auch dass es sich entgegen erster Verdachtsmomente nicht um eine Sexualstraftat handelt, kann nicht beruhigen.<\/p>\n<p>DDP<br \/>\n<br \/>\nFundstelle der Leiche: Mord in der Nachbarschaft<br \/>\n<br \/>\nWindsteiner Weg hei\u00dft die kleine Stra\u00dfe, in der sowohl T\u00e4ter als auch Opfer wohnten. Gepflegte Rasenfl\u00e4chen vor den Sechs-Parteien-Mietsh\u00e4usern. Kinderspielzeug vor den Eing\u00e4ngen. Die Nachbarn gr\u00fc\u00dfen sich hier noch. Der Bezirk im S\u00fcden Berlins ist nicht als sozialer Brennpunkt bekannt. Die ruhigen Wohnviertel sind eine begehrte Wohnlage f\u00fcr Familien. Man kennt sich hier, k\u00fcmmert sich umeinander, die Gro\u00dfstadt Berlin liegt weit weg. Kein Grund also, sein Kind an einem Samstag nicht drau\u00dfen spielen zu lassen. Kein Grund, stets auf der Hut sein zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Genau hier wohnte auch Keith, der mutma\u00dfliche M\u00f6rder. Auf der Suche nach Erkl\u00e4rungen st\u00f6\u00dft man auf viele kleine Entt\u00e4uschungen eines Jugendlichen, der wohl nie eine wirkliche Chance hatte. Immer mehr wurde rohe Gewalt f\u00fcr ihn zum Ventil f\u00fcr Frust, Verzweiflung und Verletzungen. Am Ende gewannen die Ermittler das Gef\u00fchl, einem unkontrollierbaren T\u00e4ter gegen\u00fcberzusitzen, der quasi jeden Moment ausrasten kann. &#8222;Wenn dies passierte&#8220;, so einer der Kriminalisten des LKA, &#8222;reagierte er spontan, sehr aggressiv und absolut hemmungslos&#8220;. Dass er bei den Taten \u00fcber die Folgen nachdachte, ist so kaum vorstellbar. &#8222;Es ist einfach so passiert&#8220;, sagte er den Fahndern.<\/p>\n<p>Gewalt als Ventil<\/p>\n<p>Keiths Freunde kennen diese Ausbr\u00fcche. Er raste halt einfach schnell aus, sagt einer von ihnen. Dann erz\u00e4hlt er, Keith habe sich vor der Tat heftig mit seiner Freundin gestritten. Schnell flogen in solchen Situationen die Fetzen. Ein oder zwei Wochen davor schlug Keith nach einem Streit mit der Freundin &#8222;mit voller Wucht gegen einen Zigarettenautomat und brach sich dabei das Handgelenk&#8220;, berichtet ein Freund. Der Gips am Arm k\u00f6nnte beim Streit mit dem kleinen Christian ein Grund f\u00fcr die t\u00f6dlichen Verletzungen gewesen sein.<\/p>\n<p>Woran sich die Freunde und Nachbarn erinnern, liefert ein schemenhaftes Bild und doch noch lange keine Erkl\u00e4rung. &#8222;Wenn es mal nicht so lief, hat er sehr schnell zugetreten&#8220;, erinnert sich der Vater eines Mannschaftskameraden bei Hertha Zehlendorf Fu\u00dfball, wo Keith fr\u00fcher kickte. Andere Nachbarn berichten von einer brutalen Kindheit bei den Gro\u00dfeltern und \u00fcber das problematische Verh\u00e4ltnis zu seinem Gro\u00dfvater. &#8222;Er wurde fr\u00fcher oft geschlagen&#8220;, sagt eine Freundin, &#8222;er hatte keine sch\u00f6ne Kindheit.&#8220; Zudem h\u00e4nselten ihn die Mitsch\u00fcler wegen seiner dunklen Hautfarbe. Den Hauptschulabschluss schaffte er mit viel M\u00fche. Die Suche nach einer Lehrstelle aber blieb bisher erfolglos.<\/p>\n<p>Es dauerte nicht lange, bis sich die Ermittler am Wochenende auf Keith konzentrierten. Schon gestern redeten die ersten Polizisten mit dem Jugendlichen. Er stritt jegliche Beteiligung ab. Sogar eine freiwillige Speichelprobe gab er ab. Die wurde f\u00fcr ihn schon wenige Stunden sp\u00e4ter zum Verh\u00e4ngnis. Als sich seine Spuren eindeutig mit DNA-Spuren vom Tatort deckten, kam die Polizei noch einmal in die Siedlung von kleinen Einfamilienh\u00e4usern am Windsteinweg. Diesmal nahmen sie Keith mit auf die Wache. Auch wenn er weiter leugnete, stand er unter dringendem Tatverdacht.<\/p>\n<p>Lange Liste von Straftaten<\/p>\n<p>Mittlerweile wissen die Fahnder auch, dass Keith nicht zum ersten Mal brutal zuschlug. Bereits im Jahr 2004 wollte er in einem Laden Bierdosen klauen und wurde erwischt. Zuerst griff er die Verk\u00e4uferinnen an, sp\u00e4ter auch die Polizisten. Wegen des \u00dcberfalls wurde er zu sechs Monaten Jugendhaft verurteilt, die Strafe wurde f\u00fcr zwei Jahre zur Bew\u00e4hrung ausgesetzt. Im Juni dieses Jahres jedoch schlug Keith M. wieder zu. An einer Tankstelle verm\u00f6belte er einen 20-J\u00e4hrigen so brutal, dass dieser mit lebensgef\u00e4hrlichen Verletzungen in die Klinik kam. Einige Tage darauf erlie\u00df ein Richter Haftbefehl wegen gef\u00e4hrlicher K\u00f6rperverletzung, setzte Keith aber unter Meldeauflagen auf freien Fu\u00df.<\/p>\n<p>Die Vorgeschichte st\u00f6\u00dft mehr und mehr auf Unverst\u00e4ndnis. So mancher Ermittler fragt sich, warum der Verd\u00e4chtige noch auf freiem Fu\u00df sein konnte. Oder warum nicht zumindest die Bew\u00e4hrung f\u00fcr die erste Tat aufgehoben wurde. Oder zumindest eine DNA-Probe von Keith in der Intensivt\u00e4ter-Datei gespeichert war. Auf einer Pressekonferenz musste sich der ermittelnde Staatsanwalt Ralph Knispel bereits mit den Fragen auseinandersetzen. Ob die Abl\u00e4ufe beim Umgang mit dem Serienstraft\u00e4ter angemessen gewesen seien, wollten die Reporter wissen. Knispel wurde mehr als einsilbig. &#8222;Die Antwort ahnen Sie wohl&#8220;, raunte er.<\/p>\n<p>Einige Etagen h\u00f6her im Justizapparat lie\u00df sich die Senatorin Karin Schubert zu diesem Zeitpunkt bereits alle Akten zu dem Fall kommen und las Seite f\u00fcr Seite die Berichte von Ermittlern und die ergangenen Entscheidungen im Fall des 16-J\u00e4hrigen. Ebenso f\u00fchrte sie sofort Gespr\u00e4che mit den Staatsanw\u00e4lten, die f\u00fcr die sogenannten Intensivgewaltt\u00e4ter zust\u00e4ndig sind. Nach der Lekt\u00fcre gab sich die Senatorin offen f\u00fcr eine Diskussion. &#8222;Jeder in der Stadt ist geschockt \u00fcber diese Tat&#8220;, sagte die Politikerin SPIEGEL ONLINE, &#8222;und f\u00fcr uns w\u00e4re es das Schlimmste, wenn wir irgendeinen Fehler gemacht h\u00e4tten.&#8220;<\/p>\n<p>Justiz pr\u00fcft den Fall auf m\u00f6gliche L\u00fccken<\/p>\n<p>In den kommenden Tagen will die Senatorin den Fall des get\u00f6teten Christian noch einmal Schritt f\u00fcr Schritt nachvollziehen. &#8222;Im Angesicht dieser Tat m\u00fcssen wir uns fragen, ob wir alle m\u00f6glichen Schritte ausgesch\u00f6pft haben, um die Gesellschaft vor einen T\u00e4tertyp wie diesem besser zu sch\u00fctzen&#8220;, so Schubert am Abend. &#8222;Wenn es eine L\u00fccke bei der notwendigen Verfolgung gegeben hat, werde ich sie schlie\u00dfen lassen&#8220;, k\u00fcndigte Schubert an. Konkret sagte sie, dass man \u00fcber die H\u00fcrden f\u00fcr die Aussetzung von Bew\u00e4hrungen bei einer erneuten Straftat vielleicht auf Bundesebene diskutieren m\u00fcsse. &#8222;Auch wenn es die Tat nicht r\u00fcckg\u00e4ngig machen kann&#8220;, sagte Schubert, &#8222;werde ich den Fall bis ins letzte Detail pr\u00fcfen lassen&#8220;. <\/p>\n<p>(info@feminissima.de)<\/p>\n<p><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; Siehe auch Text von heute Vormittag, hier auf der live-Site, bzw. wir haben ihn gerade unter diesen nachfolgenden Pressetext gestellt. \/ Es ist 14 Uhr 39. Ein 16-J\u00e4hriger hat zugegeben, den siebenj\u00e4hrigen Christian S. aus Berlin-Zehlendorf aus &#8222;pers\u00f6nlichem Frust&#8220; erschlagen zu haben. Dem mutma\u00dflichen T\u00e4ter droht eine Jugendhaftstrafe von bis zu zehn Jahren. 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