{"id":83898,"date":"2005-08-13T11:37:19","date_gmt":"2005-08-13T11:37:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.feminissima.de\/?p=83898"},"modified":"2005-08-13T11:37:19","modified_gmt":"2005-08-13T11:37:19","slug":"arbeitsmedizin-hitzige-diskussion-ueber-handy-strahlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/feminissima.de\/index.php\/2005\/08\/13\/arbeitsmedizin-hitzige-diskussion-ueber-handy-strahlen\/","title":{"rendered":"ARBEITSMEDIZIN &#8211; Hitzige Diskussion \u00fcber HANDY-Strahlen"},"content":{"rendered":"<p>Auch FEMINISSIMA hatte die Meldung \u00fcber die Gef\u00e4hrlichkeit von HANDY-Strahlen aufgegriffen, aber wieder gel\u00f6scht, weil sie deren Wahrheitsgehalt ja nicht hatte nachpr\u00fcfen k\u00f6nnen.<br \/>\n<br \/>\ndas \u00f6sterreichische online-magazin &#8222;profil&#8220; hat jetzt einen nachgerade w\u00fctenden Artikel gepostet, des Inhalts, es habe sich bei der Meldung um Panikmache gehandelt. FEMINISSIMA postet diesen Artikel &#8211; und wir haben zu \u00fcberlegen, was wir von allem zu halten haben&#8230;.bitte sehr: hier m\u00fc\u00dfte auch nachgefortscht werden, von WEM wiederum &#8222;profil&#8220; finanziert wird. Namens: News Networld Internetservice AG, 1995-2005 &#8230;klingt auf jeden Fall nicht medizinisch&#8230;<\/p>\n<p>Handy: Gef\u00e4hrlich wie ein Sonnenbad. Die wahren Risken elektromagnetischer Felder<\/p>\n<p>Eine Warnung der \u00c4rztekammer vor der Handystrahlung erweist sich als Panikmache <\/p>\n<p>Eine Warnung der \u00c4rztekammer vor der Handystrahlung erweist sich als Panikmache, Regeln zur richtigen Nutzung des Mobiltelefons als blanker Unsinn. Ein profil-Report \u00fcber die wahren Risken elektromagnetischer Felder.<\/p>\n<p>Mitten im Sommerloch war die Nachricht den Tageszeitungen eine Schlagzeile auf der Seite eins wert: \u201eHandys f\u00fcr Kinder: \u00c4rzte schlagen Alarm\u201c, schrieb \u201eDer Standard\u201c am Samstag der Vorwoche. \u201e\u00c4rzte warnen: Kinder sollen Handys nur selten benutzen\u201c, legte sich der \u201eKurier\u201c etwas mehr Zur\u00fcckhaltung auf, w\u00e4hrend die \u201eKrone\u201c dem Stoff gleich eine zus\u00e4tzliche Drehung gab: \u201eWarnung der \u00c4rztekammer l\u00f6st Streit aus: Wie sch\u00e4dlich sind Handys f\u00fcr Kinder?\u201c<\/p>\n<p>Die Aufregung war nach dieser opulenten medialen Aufbereitung in der Tat gro\u00df \u2013 auch in dieser Woche besch\u00e4ftigte das Thema noch breite Bev\u00f6lkerungskreise. Ausl\u00f6ser der Debatte war eine Presseaussendung der Wiener \u00c4rztekammer vom Freitag der Vorwoche, welche die Ergebnisse der so genannten \u201eREFLEX-Studie\u201c, einer gro\u00dfteils von der EU finanzierten Untersuchung, in ein erwiesenes Risiko f\u00fcr Kinder umgem\u00fcnzt hatte. Die Studie h\u00e4tte \u201eeindeutig einen gentoxischen Effekt von Mobilfunkstrahlen nachgewiesen\u201c. In weiterer Folge las sich der Text so, als w\u00fcrden die Studienergebnisse auf eine von Handystrahlen ausgehende Krebsgefahr hinweisen: \u201eMan untersuchte Ver\u00e4nderungen in der Erbsubstanz, die der m\u00f6gliche Beginn einer Tumorerkankung sind. Ein Teil der Tests wurde an menschlichen Promyelozyten \u2013 der Vorstufe von Zellen der Blutbildung \u2013 durchgef\u00fchrt. Eine Mutation solcher Zellen kann in weiterer Folge zu Leuk\u00e4mie und \u00e4hnlichen Erkrankungen des blutbildenden Systems f\u00fchren\u201c, hie\u00df es in der Aussendung der Kammer.<\/p>\n<p>Der Wiener Arbeitsmediziner Hugo R\u00fcdiger, Autor der zitierten Studie, reagiert erbost: \u201eDiese Untersuchung war gar nicht daf\u00fcr gedacht, ein Risiko festzustellen. Sie sollte lediglich die Frage kl\u00e4ren: Gibt es einen biologischen Effekt oder nicht.\u201c Mehr noch: Dass die Studienergebnisse ausgerechnet in ein Risiko f\u00fcr Kinder umgem\u00fcnzt wurden, wie es die \u00c4rztekammer tat, sieht R\u00fcdiger durch die Datenlage in keinster Weise gedeckt. Ganz im Gegenteil: Je \u00e4lter die in der Studie verwendeten Zellen waren, desto st\u00e4rker war der beobachtete Effekt (siehe Interview auf Seite 82). <\/p>\n<p>Heftige Kritik. Ver\u00e4rgert reagierte daher auch R\u00fcdigers Forscherkollege, der Arbeitsmediziner Christian Wolf, in seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates Funk (WBF), eines Gremiums, das wissenschaftliche Studien im Bereich Funk bewertet und Empfehlungen f\u00fcr Mobilfunkbetreiber, Beh\u00f6rden und Konsumenten abgibt: \u201eWenn sich die \u00e4rztliche Standesvertretung einem so sensiblen Thema widmet, so ist zu erwarten, dass sie mit der Thematik vertraut ist und die Studienergebnisse sorgf\u00e4ltig studiert hat\u201c, kritisierte Wolf. \u201eIch bedaure sehr, dass dies im gegenst\u00e4ndlichen Fall nicht so gewesen sein kann.\u201c <\/p>\n<p>Und heftige Kritik kam vonseiten des Forums Mobilkommunikation (FMK), einer Interessenorganisation der Mobilfunkbetreiber. \u201eDie Studie ist ziemlich alt\u201c, sagt FMK-Pressesprecher Thomas Faast. \u201eIch finde es seltsam, dass die jetzt aus der Schublade gezaubert wird. Das ist reine Panikmache.\u201c <\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich war die Studie bereits im Mai des Vorjahres abgeschlossen, die Ergebnisse wurden auf mehreren Tagungen diskutiert und im November des Vorjahres als fertiger EU-Bericht pr\u00e4sentiert und medial ausgebreitet. Der Innsbrucker Arzt Erik Huber, der als Umweltreferent der \u00c4rztekammer f\u00fcr den Inhalt der Aussendung verantwortlich zeichnet, versucht sein langes Z\u00f6gern mit besonderer Seriosit\u00e4t zu rechtfertigen: \u201eIch kenne das nat\u00fcrlich auch schon seit September 2004. Nur muss man, wenn man seri\u00f6s bleiben will, abwarten, bis die Ergebnisse zumindest teilweise in wissenschaftlichen Fachmagazinen publiziert sind.\u201c Und das sei nunmehr in zwei Artikeln in der Juli- und in der August-Ausgabe des Fachjournals \u201eMutation Research\u201c geschehen.<\/p>\n<p>Wirklich seri\u00f6s w\u00e4re es allerdings gewesen, auf den tats\u00e4chlichen Zweck der REFLEX-Studie hinzuweisen. Dieses von der EU-Kommission, den Regierungen Finnlands und der Schweiz sowie der M\u00fcnchener Verum-Stiftung mit insgesamt mehr als drei Millionen Euro unterst\u00fctzte Forschungprojekt sollte Grundlagen f\u00fcr weitere Forschungen liefern und die Frage kl\u00e4ren, ob Funkwellen im EMF-Bereich (elektromagnetischer Feldbereich) \u00fcberhaupt dazu in der Lage sind, irgendeinen Einfluss auf menschliche Zellen auszu\u00fcben. Denn wenn sich diese Frage verneinen lie\u00dfe, k\u00f6nnte man sich weitere teure und aufw\u00e4ndige wissenschaftliche Studien \u00fcber ein allf\u00e4lliges durch elektromagnetische Felder hervorgerufenes Gesundheitsrisiko sparen.<\/p>\n<p>Ma\u00dfgeblich f\u00fcr die Planung der Studie war die frustrierende Feststellung, dass die epidemiologische und tierexperimentelle Forschung trotz jahrzehntelanger Bem\u00fchungen und tausender Studien nicht dazu in der Lage war, die fundamentale Frage zu beantworten, ob elektromagnetische Felder ein gesundheitliches Risiko f\u00fcr den Menschen darstellen. Daher verfolgte das Projekt das Ziel herauszufinden, ob f\u00fcr eine solche Annahme die Voraussetzungen auf zellul\u00e4rer oder molekul\u00e4rer Ebene \u00fcberhaupt erf\u00fcllt sind. <\/p>\n<p>Gro\u00dfstudie. Zu diesem Zweck wurden insgesamt zw\u00f6lf Forschungszentren in sieben L\u00e4ndern ausgew\u00e4hlt, darunter auch das von Hugo R\u00fcdiger geleitete Institut f\u00fcr Arbeitsmedizin der Wiener Medizinuniversit\u00e4t. Im Blickpunkt der Untersuchungen stand eine relativ kleine Anzahl von kritischen zellul\u00e4ren Ereignissen wie Genmutationen, Deregulierung des programmierten Zelltods, Apoptose genannt, und Ver\u00e4nderungen in der Gen- und Proteinexpression, kurz Ereignisse in der Zelle, die zusammenwirken m\u00fcssen, wenn es zu Krankheitsprozessen kommen soll. <\/p>\n<p>Die Forscher waren von Anfang an skeptisch, ob ihnen dieses Vorhaben gelingen w\u00fcrde. Ausschlaggebend f\u00fcr den Erfolg des Vorhabens waren komplexe, von Friedrich Kuster, einem international renommierten Spezialisten der Eidgen\u00f6ssischen Technischen Hochschule Z\u00fcrich, konstruierte Expositionskammern, die es erlaubten, menschliche Zellen in einer computergesteuerten Doppelblindstudie so zu bestrahlen, dass jedwede menschliche Beeinflussung oder subjektive Erwartungen der Forscher auszuschlie\u00dfen sind. Durch ein speziell eingerichtetes Codierungssystem konnten die durchf\u00fchrenden Forscher nicht wissen, welche Proben bestrahlt worden waren. Das wurde erst nach Freigabe des Codes offenkundig.<\/p>\n<p>Von besonderem Interesse waren vor allem jene Forschungen, die darauf abzielten, eine allf\u00e4llige Wirkung der Strahlen auf das menschliche Genom, also die Erbsubstanz, festzustellen. F\u00fcr diesen Bereich des Projekts waren im Wesentlichen zwei Forschungszentren verantwortlich, neben der Arbeitsgruppe Rudolf Tauber an der Freien Universit\u00e4t Berlin die Klinische Abteilung f\u00fcr Arbeitsmedizin im Wiener AKH unter der Leitung von Hugo R\u00fcdiger.<\/p>\n<p>Am 2. Dezember des Vorjahres zog Franz Adlkofer, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Verum-Stiftung und Mediziner, bei einem Vortrag zum Thema \u201eElektromagnetische Felder in der Umwelt\u201c im D\u00fcsseldorfer Umweltministerium folgendes Res\u00fcmee der Studie: \u201eZusammengefasst ist festzustellen, dass die REFLEX-Daten einen kausalen Zusammenhang zwischen einer RF-EMF-Exposition (Handystrahlen, Anm.) und der Entstehung chronischer Erkrankungen oder auch nur funktioneller St\u00f6rungen keineswegs belegen. Sie erh\u00f6hen jedoch die Plausibilit\u00e4t f\u00fcr eine solche Annahme.\u201c<\/p>\n<p>Schutz und Abwehr. Wie das genau zu verstehen ist, erkl\u00e4rt Forschungsleiter R\u00fcdiger. Strahlen h\u00e4tten tats\u00e4chlich einen genver\u00e4ndernden Einfluss auf die Zellkulturen gehabt. Aber unbekannt sei, wie die Zelle im lebendigen Organismus damit umgeht, weil jede Zelle viele Schutz- und Abwehrmechanismen besitzt: \u201eWas wir nicht wissen, ist, was das in puncto Risiko bedeutet. Denn die spontane Ver\u00e4nderung der genetischen Information ist dabei nicht anders als bei jedem Sonnenbad.\u201c<\/p>\n<p>Sicher kann R\u00fcdiger eines aufgrund seiner Untersuchungen sagen: dass die Bestrahlungswirkung mit dem Alter der Zelle zunimmt, offenbar weil ihr Abwehr-schutz und Reparaturpotenzial mit zunehmendem Alter schw\u00e4cher werden. Das deckt sich auch mit Erkenntnissen verschiedenster Forschungsrichtungen wie der Immunologie, der Hormon-, Krebs- und Alternsforschung. Der menschliche K\u00f6rper verf\u00fcgt \u00fcber ein hohes Abwehr-, Schutz- und Reparaturpotenzial bis in jede einzelne Zelle. In jeder einzelnen K\u00f6rperzelle spielen sich tagt\u00e4glich permanente K\u00e4mpfe zwischen verschiedenen Angreifern und zelleigenen Abwehr- und Schutzmechanismen ab. Innerhalb der Zelle entstehen sch\u00e4dliche Sauerstoffradikale, von au\u00dfen greifen Viren, Bakterien, sch\u00e4dliche biochemische Stoffe an. Sie alle stressen die Zelle, indem sie best\u00e4ndige Attacken gegen die sich fadenartig im Zellkern ausbreitende Erbsubstanz DNA reiten. Die Angreifer versuchen, Genabschnitte zu zerschnipseln oder aus dem Erbgutfaden herauszuschneiden und durch eigene Gensequenzen zu ersetzen. <\/p>\n<p>Das ist bei jeder kleinsten Entz\u00fcndung so, bei jeder Form von Stress, bei jedem Infekt, bei jeder k\u00f6rperlichen Anstrengung. Eingeatmete Auspuffgase oder giftige Chemikalien, auch passiv eingeatmeter Zigarettenrauch k\u00f6nnen die Zellen genauso stressen wie \u00fcberm\u00e4\u00dfige Hitze, \u00fcberm\u00e4\u00dfige K\u00e4lte oder Strahlung jedweder Art. Die Zelle verf\u00fcgt nicht nur \u00fcber hervorragende Schutzmechanismen, sie ist sogar in der Lage, besch\u00e4digte DNA-Abschnitte wieder zu reparieren. Nur wenn diese Mechanismen durch dauerhafte \u00dcberforderung oder durch den nat\u00fcrlichen Alterungsprozess geschw\u00e4cht sind, besteht Gefahr, dass die Stressfaktoren \u00dcberhand gewinnen. Die Folge davon sind funktionelle St\u00f6rungen, Krankheit, mitunter auch Krebs.<\/p>\n<p>Der medial effizient lancierte Vorsto\u00df der \u00c4rztekammer bezog sich aber keineswegs nur auf die REFLEX-Studie, sondern auch auf eine Reihe teils noch \u00e4lterer <\/p>\n<p>Untersuchungen, die es auf dem Wissenschaftsmarkt in \u00fcberreichlicher F\u00fclle gibt. Laut Hubers Aussendungstext h\u00e4tten n\u00e4mlich schon vor der REFLEX-Studie durchgef\u00fchrte \u201eTierversuche dosisabh\u00e4ngige gentoxische Wirkungen unter hochfrequenter Strahlung (das ist die Handystrahlung, Anm.)\u201c gezeigt. Weiters seien in Gehirnen von Ratten nach zweist\u00fcndiger Handybestrahlung vermehrt funktionslose Nervenzellen gefunden worden. Und, so Huber w\u00f6rtlich: \u201eZwei epidemiologische Untersuchungen zeigten \u00fcbereinstimmend ein drei- bis vierfach erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr H\u00f6rnervtumoren nach zehnj\u00e4hriger Handynutzung\u201c. Und die REFLEX-Studie h\u00e4tte nun \u201ef\u00fcr all diese Ergebnisse einen zellbiologischen Zusammenhang nachgewiesen\u201c.<\/p>\n<p>Genau das liefert die REFLEX-Studie aber nicht. Weil die Untersuchung nicht auf den Menschen \u00fcbertragbar ist, spielt sie bisher weder eine Rolle f\u00fcr die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation noch f\u00fcr das so genannte Konsensus-Papier des Wissenschaftlichen Beirats Funk, das zu dem Schluss kommt, dass man nach heutigem Wissensstand keine sichere Aussage dar\u00fcber treffen kann, ob Mobilfunk eine Gefahr f\u00fcr die Gesundheit darstellt oder nicht.<\/p>\n<p>Kein Nachweis. Nun mag es durchaus in Ordnung sein, dass sich Huber und die \u00c4rztekammer im Sinne der Volksgesundheit berufen f\u00fchlen, \u201ezu mehr Sorgfalt im Umgang mit Mobilfunkger\u00e4ten insbesondere bei Kindern aufzurufen\u201c. Auch die Begr\u00fcndung, warum Kinder besonders gef\u00e4hrdet seien, mag verst\u00e4ndlich sein, auch wenn sie als wissenschaftlich fragw\u00fcrdig erscheint: \u201eWir m\u00fcssen davon ausgehen, dass Kinder gegen\u00fcber hochfrequenter Strahlung empfindlicher sind als Erwachsene, da der Sch\u00e4delknochen d\u00fcnner ist und die kindlichen Zellen eine erh\u00f6hte Teilungsrate, in der sie auf gentoxische Effekte empfindlicher sind, aufweisen.\u201c Aber jenseits aller wissenschaftlichen Nachweisbarkeit sind jedenfalls die von der \u00c4rztekammer propagierten \u201eLeitlinien f\u00fcr mobiles Telefonieren\u201c.<\/p>\n<p>Darin hei\u00dft es, Kinder unter 16 Jahren sollten keine Handys benutzen; Handys in der Hosentasche oder auch SMS-Versenden unter der Schulbank k\u00f6nnten die Fruchtbarkeit beeintr\u00e4chtigen; Kinder sollten keine Gespr\u00e4che in Fahrzeugen f\u00fchren und auf Handys keine Spiele spielen. F\u00fcr all diese Ratschl\u00e4ge lassen sich gewiss Studien finden, die schon durch weitere Studien widerlegt wurden. Allein zum Bereich Handystrahlen und Elektrosmog existieren laut Weltgesundheitsorganisation WHO mittlerweile mehr als 20.000 Studien. Es gibt praktisch keinen Winkel der bunten Strahlenwelt, in den nicht ein Forscher vorgedrungen w\u00e4re. Das Ergebnis all der M\u00fchen fasst der Wiener Sozialmediziner Michael Kunze so zusammen: \u201eJeder wei\u00df a bisserl was, aber es kommt nix raus.\u201c In einer Nutzen-Risiko-Abw\u00e4gung sieht Kunze den zunehmenden Handygebrauch \u00fcberwiegend positiv, bei aller Zur\u00fcckhaltung, die ihm als Wissenschafter seri\u00f6serweise geboten erscheint: \u201eAusschlie\u00dfen kann ich gar nichts. Es kann n\u00e4chstes Jahr alles anders sein.\u201c<\/p>\n<p>In der F\u00fclle der vorhandenen Studien sind die seri\u00f6sen, mehrfach von ausgewiesenen Fachkollegen gepr\u00fcften und in renommierten Journalen publizierten Studien rar. Eine dieser seri\u00f6sen Untersuchungen ist die so genannte Interphone-Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO, die seit dem Jahr 2000 in 13 L\u00e4ndern durchgef\u00fchrt wird, darunter neben europ\u00e4ischen L\u00e4ndern auch in Australien und in den USA. Dabei wurden 7000 an Hirntumoren erkrankte Patienten im Alter zwischen 30 und 59 Jahren hinsichtlich ihres Handygebrauchs untersucht. Die Probanden litten entweder an einem Gliom (sehr b\u00f6sartigen, schnell wachsenden Tumor), einem Meningiom (eher langsam wachsenden, gutartigen Tumor) oder einem Akustikus-Neuronom (ein Tumor, der am H\u00f6rnerv w\u00e4chst und damit in der Region, in der die meiste Handystrahlung absorbiert wird). Eine gleich gro\u00dfe Anzahl zuf\u00e4llig ausgew\u00e4hlter gesunder Personen bildete die Kontrollgruppe. <\/p>\n<p>H\u00f6rnervtumoren. Von den 13 L\u00e4ndern haben mittlerweile D\u00e4nemark und Schweden ihre Untersuchungen abgeschlossen. Joachim Sch\u00fcz, Leiter der Abteilung f\u00fcr Statistik und Epidemiologie des Instituts f\u00fcr Krebsepidemiologe in Kopenhagen und Koordinator der Studie, fasst das Ergebnis so zusammen: \u201eDie ersten Ergebnisse zeigen keinen Zusammenhang zwischen Handytelefonieren und Hirntumoren \u2013 was Gliome und Meningiome betrifft. Beim Akustikus-Neuronom (Krebsgeschw\u00fcr des H\u00f6rnervs) verh\u00e4lt es sich etwas anders. W\u00e4hrend die d\u00e4nischen Ergebnisse keinen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang zeigen, scheint sich das Risiko nach dem schwedischen Studienergebnis verdoppelt zu haben \u2013 allerdings nur bei Langzeit-Handy-Usern, die seit mindestens zehn Jahren per Mobilfunk kommunizieren \u2013 und das ist naturgem\u00e4\u00df die kleinste Gruppe unter den Probanden, daher ist das Ergebnis mit Vorsicht zu interpretieren. Das Endergebnis aus allen beteiligten L\u00e4ndern erwarten wir f\u00fcr den Herbst 2006.\u201c<\/p>\n<p>Eine weitere seri\u00f6se Untersuchung stammt von einer Innsbrucker Forschergruppe unter Leitung der Pathologen Blair Henderson und Georg Wick. Drei Jahre lang befassten sich die Wissenschafter im Auftrag der Vereinigung Elektrizit\u00e4tswerke \u00d6sterreichs (VE\u00d6) mit den gesundheitlichen Auswirkungen des Haushaltsstroms auf den menschlichen K\u00f6rper. Die Forscher hatten sich gegen\u00fcber dem Auftraggeber ausbedungen, dass jedes Ergebnis anerkannt wird und ver\u00f6ffentlicht werden darf. Untersucht wurden die Effekte von niederfrequenter bis zu 50 Hertz starker elektromagnetischer Strahlung auf das Gef\u00e4\u00dfsystem und auf alle Gene des menschlichen K\u00f6rpers. Dabei wurden ein so genannter Genchip genommen, Zellen einem elektromagnetischen Feld ausgesetzt, daraus Erbmaterial gewonnen und anschlie\u00dfend auf DNA-Microarrays-Chips beobachtet, wie die 30.000 Gene des menschlichen K\u00f6rpers, Krebsgene, Entz\u00fcndungsgene, Stoffwechselgene durch das elektromagnetische Feld beeinflusst wurden.<\/p>\n<p>Das Ergebnis: Vom Haushaltsstrom geht keine Gefahr aus. Auch nicht in relativ hohen Frequenzbereichen, denen \u00fcblicherweise nur Elektroarbeiter ausgesetzt sind. Die bei Laborversuchen erzielten Ergebnisse lie\u00dfen sich nicht eins zu eins auf den Menschen \u00fcbertragen, dennoch k\u00f6nne man mit gro\u00dfer Sicherheit sagen, dass die untersuchten Niederfrequenzfelder keine Sch\u00e4den bewirken, so Studienleiter Wick. <\/p>\n<p>In den Augen des \u201eKrone\u201c-Kolumnisten G\u00fcnther Nenning h\u00e4tten sich die Forscher all den Aufwand sparen k\u00f6nnen. Seine Begr\u00fcndung unter dem Titel \u201eStrahlende Zukunft\u201c: \u201eDass so etwas ungesund ist, dazu brauche ich keine wissenschaftliche Untersuchung, das sagt mir der gesunde Hausverstand.\u201c <\/p>\n<p>Mitarbeit: Andreas Laschober,<br \/>\n<br \/>\nAnna Mayrhauser, Lutz Reinfried<\/p>\n<p>Von Robert Buchacher<\/p>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch FEMINISSIMA hatte die Meldung \u00fcber die Gef\u00e4hrlichkeit von HANDY-Strahlen aufgegriffen, aber wieder gel\u00f6scht, weil sie deren Wahrheitsgehalt ja nicht hatte nachpr\u00fcfen k\u00f6nnen.<br \/>\n<br \/>\ndas \u00f6sterreichische online-magazin &#8222;profil&#8220; hat jetzt einen nachgerade w\u00fctenden Artikel gepostet, des Inhalts, es habe sich bei der Meldung um Panikmache gehandelt. FEMINISSIMA postet diesen Artikel &#8211; und wir haben zu \u00fcberlegen, was wir von allem zu halten haben&#8230;.bitte sehr: hier m\u00fc\u00dfte auch nachgefortscht werden, von WEM wiederum &#8222;profil&#8220; finanziert wird. 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