{"id":83210,"date":"2003-01-18T02:10:44","date_gmt":"2003-01-18T02:10:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.feminissima.de\/?p=83210"},"modified":"2003-01-18T02:10:44","modified_gmt":"2003-01-18T02:10:44","slug":"camouflage-heisse-internetliebe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/feminissima.de\/index.php\/2003\/01\/18\/camouflage-heisse-internetliebe\/","title":{"rendered":"CAMOUFLAGE &#8211;  hei\u00dfe Internetliebe"},"content":{"rendered":"<p>wie wir soeben feststellten, steht CAMOUFLAGE nur zur H\u00e4lfte, das ist sehr schade. Die Short Story war, wie all das \u00fcberhaupt Beste vom letzten Jahr, im Zuge eines Crashs hier verschwunden&#8230;wir hatten sie wieder eingesammelt, technisch damals noch v\u00f6llig 10 Grad unter Null&#8230;unterbelichtet&#8230;und die rund 20 seitige Short Story zischte, im September 2002 gepostet sofort in die Nr. 2 hoch, wie eine Rakete&#8230;wenn die 2. H\u00e4lfte nicht noch irgendwo gespeichert ist&#8230;na, vielleicht sonst bei unseren FANS??????? Es gab ja viele, die sich sofort alles gesaved haben&#8230;.Na, mal rumh\u00f6ren&#8230;denn das ist ja erst der Anfang&#8230;<br \/>CAMOUFLAGE  &#8211; oder die heisse InternetLiebe.<br \/>\nVon :roseville \/vom Februar 2002<\/p>\n<p>Giselle hetzte durch die Parf\u00fcmerie. Ein neues Make Up. Ein neuer Duft. Ein neuer Lippenstift?<br \/>\nOder auch eine neue Seife? Oder ein Sprung zum Fris\u00f6r?<br \/>\nOder auch neue Klamotten?<br \/>\nGiselle fand sich in der Fu\u00dfg\u00e4ngerzone wieder. Schwei\u00dfgebadet. <br \/>\nAll die Selbstzweifel . <br \/>\nNur weil sie einen neuen Mann kennenlernen wollte. <br \/>\nAuf die ganz moderne Art.<br \/>\nEigentlich hatte sie ja nicht nach einem Mann gesucht. <br \/>\nDie Suche &#8211; sie war allumfassend. Und  nun ein neuer  Mann. <br \/>\nGiselle pre\u00dfte ihre Handtasche an sich. Dem Kaufrausch widerstanden. Gerade noch.<br \/>\nEigentlich hie\u00df  Giselle schlicht Gisela.<br \/>\nAber wer wollte schon noch heutzutage Gisela hei\u00dfen.<br \/>\nVerriet  das Alter.<br \/>\nGiselle klang zeitlos.<br \/>\nAuf  jeden Fall beschwingt.<br \/>\nWie ein aufspringender kniekurzer Faltenrock im Fr\u00fchsommer.<br \/>\nMit einem Papiertaschentuch wischte Giselle sich den Gloss von den Lippen.<br \/>\nDie Fachverk\u00e4uferin hatte ihn so schnell aufgetragen.<br \/>\nEr schmeckte s\u00fc\u00dflich. Eklig. Warum sollte eine Frau einen nach k\u00fcnstlichen Erdbeeren schmeckenden Gloss auf ihren Lippen tragen. Und s\u00fcndhaft teuer dazu.<br \/>\n&#8222;Urlaubsgef\u00fchle&#8220; hatte die Verk\u00e4uferin damit versprochen. <br \/>\nGiselle hatte  die junge Verk\u00e4uferin angestarrt.<br \/>\nWas wollte sie damit sagen?<br \/>\nAber Giselle fragte nicht.<br \/>\nDanke. Nein. <br \/>\nInstinktiv hatte sie den Gloss versucht, mit dem Handr\u00fccken wieder abzuwischen. <br \/>\nAber er klebte und schmeckte. Eklig. S\u00fc\u00dflich.<br \/>\nWenn nun dadurch noch Herpes-Bl\u00e4schen entstanden. Vor lauter Ekel. <br \/>\nDas w\u00e4re nat\u00fcrlich &#8211; <br \/>\nDas w\u00e4re nicht auszudenken.<br \/>\nGiselle tr\u00e4umte bereits von den K\u00fcssen des Fremden, den sie am n\u00e4chsten Tag kennenlernen w\u00fcrde.<br \/>\nSeit Wochen , na ja, vor knapp zwei Wochen hatten sie sich  in einem Internet-Chat getroffen.<br \/>\nLiebe auf die erste Silbe?<br \/>\nAnscheinend. <br \/>\nJahrelang hatte Giselle Barrieren gegen  diese moderne Form der Kommunikation  gepflegt.<br \/>\nGenauso leidenschaftlich geriet nun ihre Begeisterung .<br \/>\nMit Menschen aus der ganzen Welt per  Mouse-Klicks schreiben und reden !<br \/>\nDaheim, egal-wie-man-aussah- ,vorm eigenen Computer hockend!<br \/>\nNie wieder Einsamkeit! <\/p>\n<p>Der pers\u00f6nliche Auftritt per Codewort. <br \/>\nDas Code-Wort als Maske. Maskerade: Camouflage. Karneval, at any time!<\/p>\n<p>Giselle erkannte, da\u00df sie  viel verpasst hatte.<br \/>\nBeim beinah ersten Chat   war sie auf &#8222;DschungelTiger&#8220; gesto\u00dfen. <br \/>\n &#8222;SommerSchnee&#8220; Giselle  f\u00fchlte sich nur noch wie Sommer und nicht mehr wie Schnee. <\/p>\n<p>N\u00e4chtelang.. bis hinter den Jalousien der neue Tag anbrach, hatten sie sich Halbs\u00e4tze, Ausrufezeichen, Fragezeichen, Bl\u00fcmchen, .Sonnen, Gedichte, K\u00fcsse von PC zu PC  gesendet .<\/p>\n<p> Die IT-Kurzsprache war  wie Eintauchen in Kindersprache. Der Fantasie keine Grenzen gesetzt.<br \/>\n &#8222;Herzklopf &#8211; ich&#8220; und &#8222;co&#8220;&#8230;.erntete ein anerkennendes &#8222;lol&#8220; ; <br \/>\nauch ein vielsagendes : &#8222;und so &#8212;&#8220; wurde geb\u00fchrend gew\u00fcrdigt. <br \/>\nVor allem die aussagestarke  P\u00fcnktchen&#8230;P\u00fcnktchen&#8230;.-Dramaturgie hinter &#8222;und so&#8220;&#8230;&#8230;!<br \/>\nGelacht. Gereimt. Gedichtet. Geflirtet.<\/p>\n<p>Das Versteckspiel aufgebrochen. Ein wenig. <br \/>\nTiger sendete Fotos von sich. Und seine E-Mail-Adresse.<\/p>\n<p>Dann seinen richtigen Namen. <br \/>\nBernhard.<br \/>\nBrav und redlich wie Gisela, dachte Giselle, dieser Vorname eines DschungelTigers. <br \/>\nDann seine Telefonnummer. Auch die Handy-Nummer. Und  schlie\u00dflich seine pers\u00f6nliche Anschrift. <\/p>\n<p>Sie hatten \u00fcber Geschmack nicht nur Rezepte ausgetauscht.<br \/>\nIn den schnellen Stunden zwischen Mitternacht und Morgengrauen  Gef\u00fchle \u00fcber die Tastaturen  gleiten lassen.. spielerisch-verspielt, Andeutungsweises angedeutet &#8230;. sublim angetrieben von einer k\u00fchl-hei\u00dfen Lust,  von k\u00fchnen  unausformulierten  Sehns\u00fcchten&#8230;sich  ausliefernd&#8230;einem Treibsand  von Kitsch, ausgeliehener Kunst und  dem  vordergr\u00fcndigen Kauderwelsch  eines immer begehrenderen Verlangens&#8230;Giselle zitierte aus einem franz\u00f6sischen Film: <\/p>\n<p>Die Hauptdarstellerin hatte dem Hauptdarsteller gestanden: &#8222;Ich begehre Sie&#8220;. Der  Hauptdarsteller hatte geantwortet: &#8222;Ich liebe Sie nicht..!&#8220;<\/p>\n<p>DschungelTiger  fand daraufhin  Giselle noch faszinierender&#8230;, aufregender.. und :.geheimnisvoll&#8230;.<br \/>\nSo dicht konnte man beieinander sein&#8230;und doch jeder  f\u00fcr sich allein vor seinem Bildschirm&#8230;Giselle verga\u00df die qualmende Zigarette in ihrem Aschenbecher, so schnell schrieb sie, mit allen zehn Fingern, blitzschnell, die spontanen Gef\u00fchle oder Br\u00fcller, Gedankenblitze ,hinein in das Ger\u00e4t&#8230;. hinein in eine gedankengrenzensprengende Weite eines Alls, einer elektronischen Weltvernetzung &#8211; ach, Giselle,  begeistert, erregt &#8211; war  wieder zu sich gekommen, als es neben ihr ungut roch: das Ende der Zigarette war auf den Boden gefallen und glimmte vor sich hin.<\/p>\n<p>\nIhr Alter ? Nein, Giselle gab es nicht preis. Wozu? &#8222;Wir wollen doch nicht heiraten, nicht wahr?&#8220; Unspannend.  W\u00e4re doch wider die Spielregeln des Spiels, oder? <br \/>\nTiger revanchierte sich mit virtuell erhobenem Daumen. <br \/>\nOkay, toll, sollte das hei\u00dfen. <br \/>\nGiselle sendete rasch  zwei kleine strahlende Sonnen&#8230;.lach&#8230;grins&#8230;Scherz&#8230;und so&#8230;.. Und so!<\/p>\n<p>\nAber &#8211; Giselles Telefonnummer? <br \/>\nJa. Stimme war erlaubt. <br \/>\nDie Stimme. <br \/>\nNach den Silben, den geschriebenen. <\/p>\n<p>Nun  also die Stimme. <br \/>\nDie Privatadresse von Giselle. <br \/>\nTreffen, bald. <br \/>\nJa.<br \/>\nBald. <br \/>\nBernhard.<br \/>\nMit der leichten Ruhrpott-Beimischung in seiner Stimme. <br \/>\nRuhrpott und Comedy wie eins, dachte Giselle kurz und verstohlen.<br \/>\n&#8222;Mein  Bernhardiner!&#8220; hatte Giselle enthusiastisch geschrieben. <br \/>\nPasste aber nicht so recht zu Tiger, oder?<br \/>\nTiger &#8211; begeistert. Endlose &#8222;lols&#8220;. Und ein &#8222;chapeau!&#8220; <\/p>\n<p>Die Fotos.<br \/>\nDoch, sie waren in Ordnung. <br \/>\nWirklich.<br \/>\nPerfekt inszeniert. <br \/>\nTiger &#8211; dunkelhaarig, dunkle Augen&#8230;na gut, der Haarschnitt vielleicht etwas zu korrekt&#8230;vielleicht gerade beim Fris\u00f6r..gewesen&#8230;.Giselle grinste.<br \/>\nEine Hand von Tiger \u00fcber einen Baumstamm gespreizt.<br \/>\nEine filigrane Hand. <br \/>\nManiriert, irgendwie, huschte es instinktiv durch Giselles Kopf, doch sie l\u00e4chelte.<\/p>\n<p>Der Scan vielleicht unscharf. Die Komposition der Fotos k\u00fcnstlerisch. <br \/>\nSelbstausl\u00f6ser? Nein, antwortete Tiger, aber selbst komponiert. <br \/>\nGenial. Antwortete SommerSchnee. <br \/>\nHatten die Fotos ihre hitzigen Vorstellungen abgek\u00fchlt?<br \/>\nOder lag es an Tigers betont lockerer Stimme, die mit dem Ruhrpott-Einschlag?<br \/>\nNein, widersprach Giselle ihrem Inneren. <br \/>\nFotos verraten nichts. Sekundenaufnahmen. <br \/>\nWer so schrieb, wie Tiger,  besa\u00df keinen korrekt-braven Haarschnitt !<br \/>\nUnd erst recht keinen Ruhrpott-Akzent.! <br \/>\nCamouflage? In Wirklichkeit, Giselle wu\u00dfte es genau, w\u00fcrde alles anders sein. <br \/>\nSie w\u00fcrden sich in die Arme fliegen. <br \/>\nNach all den zigtausend Zeilen und Zeichen, die sie sich schon gesendet hatten&#8230;<br \/>\nIhren Seelen, die sich schon so z\u00e4rtlich-verhangen ausgetauscht hatten.<\/p>\n<p>\nTiger wollte Giselle besuchen.<br \/>\nTagelang sah Giselle sich durch Stra\u00dfen und  L\u00e4den rennen, im Kopf die ausgefallensten Men\u00fcs zelebrieren. Sie m\u00fc\u00dfte die gute alte wei\u00dfe, aber leicht angegilbte rechteckige Tischdecke, die mit der feinen Lochstickerei,  sie wies hier und da ein br\u00e4unlich umrandetes Loch von einem fallengelassenen Zigarrettenstummel auf, war aber noch immer respektabel und edel &#8211; also diese Tischdeckte m\u00fc\u00dfte sie dringend in die Reinigung bringen. Oder wenigstens zum B\u00fcgeln. Na, besser gleich reinigen. Tiger wollte n\u00e4mlich jetzt so dringend bald kommen. Am Wochenende. In dieser Woche. Eine Woche blo\u00df. F\u00fcr all die Vorbereitungen. Nein, Giselle beschlo\u00df kurzerhand: sie selbst wollte DschungelTiger besuchen. Wozu sich all dem Stress aussetzen&#8230;!<\/p>\n<p>Sich irgendwo in einem Hotel treffen. <br \/>\nAn einer Hotelbar lehnend&#8230;.<br \/>\nDen Drink in der einen, die Zigarette in der anderen Hand&#8230;.dem Eingang erwartungsvoll entgegenl\u00e4cheln&#8230;<br \/>\nSchlug Giselle vor. <br \/>\nIrgendwo in der Mitte des Landes. <br \/>\nSo da\u00df keiner stundenlang im Auto oder im Zug sitzen brauchte&#8230;?<br \/>\n&#8222;Oh, Du rauchst?&#8220; entfuhr es Tiger am Telefon. <br \/>\n&#8222;Erw\u00e4hnte ich nicht,  da\u00df neulich mein Teppich pl\u00f6tzlich so merkw\u00fcrdig roch&#8230; weil das Zigarettenende aus dem Aschenbecher auf den  Teppich gefallen war.?&#8220; Lachte Giselle. <br \/>\n&#8222;Guter Grund, mit dem Rauchen aufzuh\u00f6ren&#8230;&#8220; l\u00e4chelte Tiger zur\u00fcck ins Telefon.<br \/>\n&#8222;Ja, aber sp\u00e4ter!&#8220; <br \/>\nVon der Hotel-Idee hielt Tiger  nichts.<br \/>\nWie Ruch von : &#8222;Stundenhotel&#8220;.<br \/>\n&#8222;Ja, vielleicht wird es ja auch nur eine Stunde&#8230;lol&#8230;&#8220; gab Giselle ke\u00df zur\u00fcck. <br \/>\n&#8222;Stell Dir vor, wir treffen uns&#8230;.finden uns&#8230;.na&#8230;sagen wir &#8211; nicht so wirklich aufregend&#8230;.dann k\u00f6nnen wir doch nett essen, plaudern, und wir ziehen wieder unserer Wege&#8230;oder wie auch immer..Auf keinen Fall so privat, wie ein Besuch in der Wohnung eines Menschen&#8230;.oder ?&#8220;<br \/>\n.<br \/>\n&#8222;Ich habe schon wie verr\u00fcckt aufger\u00e4umt,&#8220;, lachte Tiger,<br \/>\n&#8222;seitdem Du die Pl\u00e4ne umgeworfen hast. <br \/>\nIch bin n\u00e4mlich erst k\u00fcrztlich umgezogen!&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Oh, davon hattest Du ja gar nichts erw\u00e4hnt!&#8220; rief Giselle aus.<br \/>\n&#8222;Nein, bitte, ich will Dir keinen Aufr\u00e4um-Stress machen, den ich mir gerade vom Hals geschaufelt habe&#8230;lach&#8230;.warum nicht irgendwo ein nettes Hotel? Ich k\u00fcmmere mich darum, wenn Du willst?&#8220;<\/p>\n<p> Giselle f\u00fcgte hinzu:<br \/>\n&#8222;Ich liebe Hotels, wei\u00dft Du! Sich einfach um nichts k\u00fcmmern m\u00fcssen&#8230;! Traumhaft. <br \/>\nIch k\u00f6nnte immer in einem sch\u00f6nen Hotel wohnen, wenn ich das Geld dazu h\u00e4tte&#8230;!&#8220;<\/p>\n<p>\n&#8222;Nee &#8211; Du&#8220; &#8211; lachte Tiger, <br \/>\n&#8222;das w\u00e4re nichts f\u00fcr mich. <br \/>\nIch brauche meine vier oder acht oder sechzehn W\u00e4nde&#8230;.&#8220;<br \/>\n&#8222;Ich meine ja auch nur so&#8230;&#8220; r\u00e4umte Giselle freundlich ein. <\/p>\n<p>&#8222;Au\u00dferdem&#8220; &#8211; warf  Tiger kokett ein &#8211; <br \/>\n&#8222;wie soll ich Dich erkennen. Du hast ja kein Foto geschickt. <br \/>\nUnd Dein Alter verschwiegen&#8230;&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Das w\u00e4re das geringste Problem&#8230;&#8220; grinste Giselle.<br \/>\n&#8222;Du wei\u00dft aber doch, da\u00df ich \u00fcber Vierzig bin&#8230;.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Ich bin Ende Drei\u00dfig&#8220;&#8230;<br \/>\nsagte Tiger.<\/p>\n<p>&#8222;Ich dachte &#8211; Mitte Drei\u00dfig&#8230;.?&#8220; Giselle spielte die kunstvoll Emp\u00f6rte.<br \/>\nSie lachten. <\/p>\n<p>&#8222;Ach, ist doch alles egal. Oder?&#8220; Giselle suchte nach einer Zigarette, w\u00e4hrend sie telefonierte.<br \/>\n&#8222;Wie ich schon sagte, wir wollen ja nicht heiraten, uns nur endlich einmal kennenlernen&#8230;&#8220;<br \/>\nSie wu\u00dfte, da\u00df sie log. Sie wollte mehr von Tiger. Sie begehrte Tiger. <br \/>\nOb mit oder ohne Adrett-Schnitt und Ruhrpott-Akzent! Sie wollte ihn kennenlernen. Und richtig!<\/p>\n<p>Denn ihre elektronischen Unterhaltungen , wenn sie sich  schrieben, &#8222;sendeten&#8220; &#8211; glichen l\u00e4ngst nur  noch m\u00fchsam zur\u00fcckgehaltenen Liebeserkl\u00e4rungen. <\/p>\n<p>Tiger unterschrieb eine Mail, inzwischen  sendete er tags\u00fcber noch  mehrfach E-Mails an Giselle,  zuletzt mit &#8222;tausend K\u00fcssen&#8220;.. garniert mit unz\u00e4hligen virtuellen Blumen&#8230;.<\/p>\n<p>&#8222;Was machst Du beruflich?&#8220; hatte Tiger gefragt.<br \/>\n&#8222;Vieles&#8220; &#8211; schrieb Giselle mit flinken Fingern in ihren PC.<\/p>\n<p>&#8222;Du faszininierst mich immer mehr&#8230;.!&#8220;  erschien Tigers Zeile auf der Sendeleiste von Giselles PC.<\/p>\n<p>Giselles Herz klopfte schneller, wenn sie von Tiger angeklickt wurde, sobald sie das Netz  online betrat&#8230;und  sie schrieb vergn\u00fcgt &#8211; &#8222;Moment, ich will mich noch etwas aufr\u00fcschen, ehe ich Dich treffe&#8220;&#8230;sie spielten, was viele im Chat spielten &#8211; &#8222;reales Leben&#8220;. Verabredung, Moment, ich k\u00e4mme mir gerade noch die Haare, ziehe die Lippen nach&#8230;<br \/>\nGiselle begriff ,  warum  gerne von &#8222;Internet-Sucht&#8220;  gesprochen wurde..<br \/>\nSo viele M\u00f6glichkeiten boten sich an. <br \/>\nMan konnte ja auch weltweit recherchieren. <br \/>\nIn Bibliotheken nachlesen, virtuellen. <br \/>\nMuseen besuchen.<br \/>\nZeitungen lesen.<br \/>\nEsoterik &#8211;  und Suchbegriffe eingeben.  <br \/>\nF\u00fcr Giselle alles noch immer eine buchst\u00e4blich neue &#8211; &#8222;endlose&#8220; Welt&#8230;<br \/>\nUnd &#8211; man konnte so viele Menschen treffen&#8230;unbekannte..<\/p>\n<p>Als Tiger sie das erste Mal &#8222;in real&#8220; angerufen hatte, \u00fcber Handy,  sa\u00df Giselle in  einem Restaurant.<br \/>\nIhr Handy lag auf dem Tisch, klingelte, als sie den Rotwein serviert bekam.<br \/>\nAufgeregt  hob sie ab. Doch der Empfang in dem Keller-Restaurant war nicht m\u00f6glich. <br \/>\nSo konnte Giselle nur die Mail-Box abh\u00f6ren. <br \/>\nUnd Tigers Stimme auf sich wirken lassen.<br \/>\nLocker. Betont. <br \/>\nSchwungvoll. <br \/>\nAber  anders, ganz anders, als Giselle sich diese schon so geliebte , obschon noch unbekannte Stimme vorgestellt hatte. <br \/>\nLag vielleicht an dem leichten Ruhrpott-Akzent.. <br \/>\nAber was konnte eine Stimme daf\u00fcr?<br \/>\nDa\u00df Giselle sie sich anders vorgestellt hatte?<\/p>\n<p>Giselle rief zur\u00fcck, als sie zuhause war. <br \/>\nVom Festnetz aus.<br \/>\nPreiswerter.<br \/>\nUnd der Empfang besser. <br \/>\nSie telefonierten l\u00e4nger als zwei Stunden. <br \/>\nGiselle f\u00fchlte sich aufgekratzt. Danach. <br \/>\nTigers Sprache, die gesprochene &#8211; ebenso pr\u00e4zise und einf\u00fchlsam auf alles eingehend, wie seine geschriebene. In jenem Telefonat hatte Tiger erstmals so &#8222;darauf gedrungen&#8220;, sie, Giselle, nun endlich auch bitte pers\u00f6nlich kennenlernen zu wollen..<\/p>\n<p>\n &#8222;Aber hattest Du mir nicht von Deiner Fern-Beziehung zu einer Frau mal geschrieben?&#8220; fragte Giselle. Und hoffte, da\u00df es unbefangen klang. Da war eine Spur unerlaubter Eifersucht in ihr.<br \/>\nWieso sollte Tiger nicht auch andere Frauen kennen&#8230;Chatter&#8230;.oder wie auch immer. Normal. <br \/>\nSicher war niemand gerade auf der Welt so allein wie Giselle&#8230;dachte Giselle selbstironisch.<\/p>\n<p>\nNein, f\u00fcr die Hotel-Idee war Tiger nicht zu gewinnen. <\/p>\n<p>Er w\u00fcrde, wenn es Giselle recht w\u00e4re, sie bekochen&#8230;und hinterher k\u00f6nnten sie vielleicht ja noch ausgehen. Tanzen vielleicht. Es g\u00e4be da ein s\u00fcdamerikanisches Tanzlokal&#8230;.<br \/>\nGiselle fragte spontan &#8211; &#8222;Wie gro\u00df bist Du etwa &#8211; wegen meiner High-Heels! Sonst nehme ich flachere Schuhe mit, wenn wir tanzen gehen&#8230;ich bin mit meinen echten  Tanz-High-Heels nicht  so klein&#8230;wei\u00dft&#8230;&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Na &#8211; so um die 1.70&#8230;bisschen  mehr&#8230;.&#8220; antwortete Tiger.<br \/>\n&#8222;Ich auch!&#8220; lachte Giselle.<br \/>\n&#8222;Na, kann ja auch in Ballerinas tanzen und Jeans&#8230;.ist ja auch bequemer, als Abendkleid und die s\u00fcndhaft hohen Abs\u00e4tze&#8230;.!&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Ja&#8230;&#8220; <br \/>\nTigers  Stimme schien etwas ausdruckslos.<\/p>\n<p>&#8222;Dachtest Du, ich w\u00e4re eine zierliche kleine Frau &#8212;???&#8220;<br \/>\nGiselle war so gut gelaunt, ihre Vorfreude kaum noch auszuhalten. <\/p>\n<p>&#8222;Du hast ja kein Foto geschickt&#8230;..&#8220; l\u00e4chelte Tiger ins Telefon. <br \/>\n&#8222;Und Du wirktest auf den Fotos i gro\u00df, lang und schmal&#8230;&#8220;  auch Giselles Stimme l\u00e4chelte. <\/p>\n<p>&#8222;So geht&#8217;s!&#8220;  Da war wieder Tigers gewohnte Munterkeit , sein trockener oder auch z\u00e4rtlich gef\u00e4rbter Humor.<\/p>\n<p>&#8222;Mach Dir keinen Stress&#8220;,  kicherte Giselle. <br \/>\nUnd fragte kokett an, ob sie ihren Schlafsack mitbringen solle. <br \/>\nNicht n\u00f6tig, gab Tiger kund.. Er besa\u00df selbst einen. <br \/>\nWenn schon kein G\u00e4stezimmer.<br \/>\nDas also war gekl\u00e4rt. <\/p>\n<p>\nTiger hatte ihr, wie f\u00fcrsorglich, die Zugverbindungen durchgemailt.<br \/>\nGiselle lachte auf. Niemals zuvor hatte ihr wer die Zugverbindungen gemailt.<br \/>\nSie rief bei der Bahn-Auskunft an, fertig. <br \/>\nUnd  fragte noch nach dieser oder einer anderen Alternative. <br \/>\nAber s\u00fc\u00df von Tiger. <br \/>\nLeider aber waren die Umsteig-Zeiten nicht angegeben. <br \/>\nNur, da\u00df sie zweimal umsteigen mu\u00dfte. Aber nicht &#8211; wo. <br \/>\nGiselle rief rasch bei der Bahnauskunft an. <br \/>\nGut.<br \/>\nSie w\u00fcrde das billige Wochenend-Ticket nehmen, 21 Euro &#8211; fr\u00fcher 40 DM ,quer  durch das Land.<br \/>\nMit den etwas langsameren Z\u00fcgen.<br \/>\nGenauso am Sonntag zur\u00fcck. Auch nur zweimal umsteigen. Und vor Mitternacht zu Hause. <br \/>\nAchtzig Mark, dachte Giselle ironisch, h\u00e4tte mich auch locker ein Abendessen gekostet, wenn ich es f\u00fcr Tiger vorbereitete h\u00e4tte&#8230;und dazu noch all der Einkauf- und Koch-Stress&#8230;<br \/>\nSo war das doch ganz gut aufgeteilt&#8230;.sie fuhr mit der Bahn&#8230;und Tiger kochte&#8230;<\/p>\n<p>Giselle ertappte sich dabei,  da\u00df sie von Tigers feuchten K\u00fcssen auf ihrem Gesicht tr\u00e4umte, w\u00e4hrend sie genervt das Papiertaschentuch wieder in ihrer Jacke verstaute, ihre Lippen waren  noch immer klebrig. Sie suchte nach einer Zigarette. Mitten in der Fu\u00dfg\u00e4ngerzone zu rauchen, na und.<br \/>\nTiger war Nichtraucher. Und im Gegensatz  zu Giselle bevorzugte er S\u00fc\u00dfes. <\/p>\n<p>\n6<br \/>\nGiselle outete sich als Anh\u00e4gerin von Knobi und scharfer, s\u00fcdlicher K\u00fcche.  <br \/>\nTiger mochte, wie Geselle, auch Fisch,  Lamm, und Ente. Aber keinen Knoblauch.<br \/>\nNa, was Tiger wohl f\u00fcr sie kochen w\u00fcrde? Es sollte eine \u00dcberraschung werden!<br \/>\nGerne! Sehr gerne lie\u00df sich Giselle \u00fcberraschen&#8230;.wie sch\u00f6n&#8230;wie lange war es her&#8230;<\/p>\n<p>\nProblem eher, in Tigers Wohnung nicht rauchen zu k\u00f6nnen. <br \/>\nNichtraucher , er, und gerade frisch eingezogen. <br \/>\nDa w\u00e4re Zigarettenrauch  das allerletzte. <br \/>\nNa, dachte Giselle, wird schon gehen. <br \/>\nBesser, wenn ich mal weniger rauche.<br \/>\nUnd nach dem Essen &#8211; sp\u00e4ter, im Tanzlokal, konnte sie ja noch genug rauchen&#8230;da  rauchten alle, sicher. Sie w\u00fcrden erst sp\u00e4t nachts zur\u00fcckkehren. In seine Wohnung.<br \/>\n&#8230;.Und am n\u00e4chsten Nachmittag, vielleicht gerade nach dem Aufstehen, Giselle l\u00e4chelte, w\u00fcrde sie schon wieder den Zug zur\u00fcck nehmen. Rund 5 Stunden Fahrtzeit, zwei mal Umsteigen. <\/p>\n<p>Ein kalter Februarwind blies Giselle  den Staub ihrer Zigarettenasche in die Augen.<br \/>\nGiselle  quetschte die Kippe an einem metallenen M\u00fclleimer der Fu\u00dfg\u00e4ngerzone aus. <br \/>\nEin Blick auf  ihre Armbanduhr. Kurz vor Ladenschlu\u00df. In der Kleinstadt schlossen  die L\u00e4den, die gro\u00dfen Supermarktketten ausgenommen, schon um 18 Uhr.<br \/>\nEntschlossen machte Giselle kehrt.<br \/>\nKaufte in der Parf\u00fcmerie das zu teure Make Up, den zu teuren Duft und den zu teuren Mascara. <br \/>\nEilte zur\u00fcck zum W\u00e4sche-L\u00e4dchen . <br \/>\nKaufte das  sonnengelb-schilfgr\u00fcne Nachthemd aus Chiffon, flie\u00dfend, kn\u00f6chellang und nicht durchsichtig: es war  mit hellem taft\u00e4hnlichen  Stoff unterf\u00fcttert.<\/p>\n<p>Giselle schwitzte. Sie verdr\u00e4ngte den Euro-Preis sofort  aus ihrem Hirn. <br \/>\nNein, sie konnte doch unm\u00f6glich mit ihren \u00fcblichen T-Shirts bei Tiger \u00fcbernachten. <br \/>\nGiselle ha\u00dfte Nachthemden. Sie engten ein und erinnerten an Krankenhaus. <br \/>\nOkay. Giselle atmete tief durch. <br \/>\nNun hatte sie alles. <br \/>\nSp\u00e4ter noch ein langes Bad, Quark mit Sahne als Maske aufs Gesicht, eine \u00d6lpackung aufs Haar. <br \/>\nUnd ausnahmsweise fr\u00fch genug schlafen gehen &#8211; juchhu, Freude stieg  in ihr auf.<br \/>\nMorgen w\u00fcrde sie Tiger treffen! <\/p>\n<p>Ihren Tiger!<br \/>\nAls das Telefon am Freitagabend klingelte, Giselle hatte gerade gebadet, die N\u00e4hrmaske vom Gesicht entfernt, die Haare mit der \u00d6lkur drin,  wieder ausgewaschen,  und sich behaglich in ihren Morgenrock eingekuschelt, stand barfu\u00df in ihrer kleinen Chaos-K\u00fcche und bi\u00df in eine Tomate &#8211; wu\u00dfte sie sofort, da\u00df es Tiger war. <br \/>\nJa, es war Tiger.<br \/>\nHallo &#8211; ! Giselle \u00fcbersch\u00e4umend vor Schwung&#8230;<br \/>\n&#8222;Moment, Tiger, mu\u00df gerade die Tomate &#8211; &#8222;<br \/>\n&#8222;Ich kann Dich leider morgen nicht von der Bahn abholen!&#8220; sagte Tiger tieftraurig.<br \/>\n&#8222;Der Anlasser von meiner Karre will nicht mehr. Und ich hab noch keinen Ersatz gefunden, um einen anderen einzubauen!&#8220;<br \/>\n&#8222;Was, Du kannst Anlasser ein- und ausbauen&#8230;??&#8220;<br \/>\nGiselle war sofort beeindruckt. <br \/>\n&#8222;Und da ich morgen bis 16 Uhr arbeite &#8211; &#8220;  fuhr Tiger fort <br \/>\nund den Einkauf dann ohne den Wagen machen mu\u00df &#8211; k\u00f6nnte das etwas knapp werden, mit der Zeit.<br \/>\nBis ich dann von mir wieder am Bahnhof bin, mit dem Bus &#8230;&#8220;<br \/>\n&#8222;Ich nehme ein Taxi!&#8220;, gab Giselle locker von sich. <br \/>\n&#8222;Oder ist es sehr weit? Vom Bahnhof bis zu Dir?&#8220;<br \/>\n&#8222;H\u00f6chstens zwanzig Mark&#8220;, antwortete Tiger.<br \/>\n7<\/p>\n<p>&#8222;Also so um die 10 Euro, h\u00f6chstens&#8220;.<br \/>\nOh, dachte Giselle&#8230;<br \/>\n&#8222;Dann k\u00f6nnen wir ja morgen gar nicht rausfahren&#8230;&#8220; warf sie noch ein, aber eher scherzhaft.<br \/>\n&#8222;Bis zum Meer w\u00e4re es eh zu weit, daf\u00fcr ist so ein Wochenende zu kurz&#8230;&#8220;<br \/>\nJa. Nat\u00fcrlich. Sie kam ja erst am Samstagabend an, und fuhr am Sonntag schon wieder zur\u00fcck. <br \/>\n&#8222;Schade&#8230;.ein bi\u00dfchen&#8230;&#8220; sagte Giselle nach einem kleinen Z\u00f6gern,<br \/>\n&#8222;ich h\u00e4tte mich so gefreut, wenn Du mich abgeholt h\u00e4ttest. So auf dem Bahnsteig nach mir Ausschau gehalten h\u00e4ttest&#8230;&#8220;<br \/>\n&#8222;Ja- &#8220; Tiger lachte ein wenig.<br \/>\n&#8222;Aber andererseits hab ich so noch Zeit gewonnen&#8230;&#8220;<br \/>\nGiselle verstand sofort, was Tiger meinte. <br \/>\nWahrscheinlich mu\u00dfte er seine Wohnung noch auf Hochglanz bringen oder  wollte das Essen schon halbwegs vorbereiten. Und wenn er bis 16 Uhr arbeitete, dann war es ohne PKW auch etwas knapp&#8230;<br \/>\nMit noch auch Einkaufen und so&#8230;<br \/>\nTiger lebte ja in einer mittleren Gro\u00dfstadt. <br \/>\nDa konnte man das nicht so wie hier in dieser Kleinstadt&#8230;.dachte Giselle.<br \/>\nUnd \u00e4u\u00dferte ihr vollstes Verst\u00e4ndnis.<br \/>\nKein Stress.<br \/>\n&#8222;Wenn ich da bin, bin ich da&#8220;.<br \/>\nNur zur Orientierung &#8211; auch f\u00fcr den Taxifahrer &#8211; <br \/>\n&#8222;Gegen\u00fcber vom Haus in dem ich wohne, ist eine gro\u00dfe Tankstelle!&#8220;<br \/>\nOh. <br \/>\nGiselle schluckte. <br \/>\n&#8222;Du wohnst gegen\u00fcber einer gro\u00dfen Tankstelle?&#8220;<br \/>\n&#8222;Jep&#8220;, antwortete Tiger munter &#8211; <br \/>\n&#8222;die hat Tag und Nacht offen, und sonntags frische Br\u00f6tchen&#8230;!&#8220;<br \/>\nGiselle verstand. <br \/>\nSie sch\u00e4tzte die Anwesenheit von solchen Tankstellen ebenfalls. <br \/>\nTag und Nacht ge\u00f6ffnet. <br \/>\nErreichbar. <br \/>\nAber doch bitte nicht direkt gegen\u00fcber wohnen&#8230;<br \/>\nL\u00e4rm, Krach &#8211; die ganze Nacht. <br \/>\n&#8222;Es ist eine der gro\u00dfen Ausfahrtsstra\u00dfen aus der Stadt raus &#8211; !&#8220;<br \/>\nerkl\u00e4rte Tiger. <br \/>\nGiselle verkniff sich ein entsetztes &#8222;Oh!&#8220; und fragte nur &#8211;<br \/>\n&#8222;Ja, ist das denn nicht sehr laut&#8230;.?&#8220;<br \/>\n&#8222;Das Schlafzimmer geht nach hinten&#8220;, antwortete Tiger unbek\u00fcmmert. <br \/>\nGiselle nickte. <br \/>\nEs konnte ihr auch wirklich egal sein. <br \/>\nAuch wenn sie Ausfall-Stra\u00dfen ha\u00dfte.<br \/>\nEs waren meist die h\u00e4\u00dflichsten und verkehrsintensivsten Stra\u00dfen.<br \/>\nEine optisch wenig einladende Mixtur aus Gewerbegel\u00e4nden, Firmen und  konturloser Wohnblocks.<br \/>\nGiselle sp\u00fcrte eine tiefe Abwehr in sich aufsteigen. Sie kannte diese Stra\u00dfen. Nur zu gut.<br \/>\nSie hatte lange genug in Gro\u00dfst\u00e4dten gelebt. <br \/>\nKilometerlanges Rausfahren, ehe die Autobahn erreicht war&#8230;.diese Ausfallstra\u00dfen ges\u00e4umt von den Wohnbl\u00f6cken der sozial Schmalbr\u00fcstigen und den Gro\u00dfkl\u00f6tzen h\u00e4\u00dflichster Industrie. Dazwischen billige kleine Imbi\u00dfbuden und S\u00e4uferkneipen. <br \/>\n&#8222;Na gut, dann bis morgen!&#8220; sagte Giselle&#8230;<br \/>\n&#8222;Freu mich!&#8220; rief Tiger.<br \/>\n&#8222;Ja, ich  auch!&#8220;<br \/>\nGiselle legte den H\u00f6rer auf. <br \/>\nWanderte mit dem Rest der Tomate ins Badezimmer zur\u00fcck und betrachtete sich kritisch im Spiegel.<br \/>\nIhr Gesicht sah weich und sauber aus&#8230;ihre feuchten, r\u00f6tlichen Haare gl\u00e4nzten. <\/p>\n<p>8<br \/>\nZu  &#8222;ihrem Tiger&#8220; pa\u00dfte kein j\u00e4h kaputtgegangener Anlasser. <br \/>\nUnd auch keine Gro\u00dftankstelle gegen\u00fcber seiner Wohnung. <br \/>\nUnd &#8211;  Giselle solle auf  die  2. Klingel von oben  dr\u00fccken. <br \/>\nTiger habe noch keine Zeit gefunden, sein Namensschild anzubringen. <br \/>\nEr sei erst vor wenigen Wochen eingezogen. <br \/>\nAuch das pa\u00dfte nicht zu ihrem Chat-Dschungel-Tiger.<br \/>\nEingezogen und noch kein Namensschild an der Klingel.<br \/>\nIn dem Haus, in dem Giselle wohnte, erledigte so etwas ein Hausmeister. <br \/>\nSie hatte sich mit dieser 100-Quadrat-Meter- Wohnung radikal verkleinert.<br \/>\nIhre Rollen als Mutter und Ehefrau hatten sich erledigt. <br \/>\nGiselle suchte jetzt nach einem neuen Auftritt.  <br \/>\nIm Augenblick hatte sie sich arbeitssuchend gemeldet.<br \/>\nEine sch\u00f6ne Formulierung. <br \/>\nImmerhin.<br \/>\nWie gut, da\u00df Giselle meistens gearbeitet hatte.<br \/>\nUnd  auch nicht schlecht verdient.<br \/>\nSo bezog sie erstmals jeden Monat Geld, f\u00fcr das sie selbst nicht gearbeitet hatte. <br \/>\nEtwas ganz Neues. <br \/>\nUngewohnt.<br \/>\nH\u00e4tte sie dieses Arbeitslosengeld nicht &#8211; !<br \/>\nGiselle wollte gar nicht n\u00e4her nachdenken. <br \/>\nAber sonst w\u00e4re sie &#8211; ja, ein Sozialfall. <br \/>\nIhr Mann war au\u00dferstande, und sicher auch ohne Lust, ihr etwas zu zahlen. <br \/>\nIch bin unabh\u00e4ngig, dachte Giselle. <br \/>\nZumindest finanziell.<br \/>\nNeuerdings h\u00f6rte sie wieder Janis Joplin.<br \/>\n&#8222;Freedom&#8217;s just another word for nothing left to lose..&#8220;<br \/>\nFreiheit &#8211; nur ein anderes Wort f\u00fcr Einsamkeit ..naja..<br \/>\nJahrelang hatte Giselle ihre alten Platten nur sorgsam geh\u00fctet,  wie auch den alten hochnoblen Plattenspieler. Jetzt begann sie, diese alten Platten wieder aufzulegen. <br \/>\nW\u00e4hrend sie chattete&#8230;manchmal einen Song-Text wie einen Code einstreuend&#8230;<br \/>\nEr verriet viel \u00fcber Alter, .aber auch \u00fcber die eigene Kultur&#8230;<br \/>\nJa, dachte Giselle. <br \/>\nSie w\u00fcrde wieder Texte f\u00fcr Musik-Bands schreiben. <br \/>\nVielleicht auch wieder  &#8211; egal! <br \/>\nAll diese Gedanken  waren  der  eigentliche Antrieb f\u00fcr die Anschaffung des PCs. <br \/>\nDann der PC-Kurs.<br \/>\nDann die Entdeckung des &#8222;Chattens&#8220;.<br \/>\nSie hatte es sich technisch vorher einfach nicht vorstellen k\u00f6nnen. <br \/>\nUnd jetzt &#8211; wie eine Sucht. <br \/>\nGiselles Chat-Spr\u00fcche kamen gut an. <br \/>\nGiselles Sprachfantasie begann zur\u00fcckzukehren&#8230;  <br \/>\nSeit zwei Jahren lebte Giselle solo.. <br \/>\nDie neue Freiheit &#8211; Giselle mu\u00dfte sich erst wieder an sie gew\u00f6hnen. <br \/>\nAber sie geno\u00df es t\u00e4glich mehr, niemandes Familien-Dienstm\u00e4dchen mehr zu sein. <br \/>\nSeltsam, da\u00df Frauen wie automatisch die F\u00fcrsorge-Rollen in den Familien \u00fcbernahmen. <br \/>\nJa gut, es war  nur ein anderer Ausdruck f\u00fcr &#8211; ihnen alle Arbeit aufzuhalsen. <br \/>\nSich von ihnen bedienen zu lassen.  <br \/>\nEigentlich wollte Giselle schon l\u00e4ngst wieder umgezogen sein. <br \/>\nIn eine gr\u00f6\u00dfere Stadt. <br \/>\nOder wieder in eine quirlig-lebendige Echt-Gro\u00dfstadt.<br \/>\nAber Giselle hatte sich noch nicht entscheiden k\u00f6nnen, wohin. <br \/>\nBerlin gefiel ihr. Aber auch T\u00fcbingen. <br \/>\nM\u00fcnchen. Aber auch London&#8230;.oder Barcelona.<br \/>\nAch, sie w\u00fcrde noch eine Weile in dieser  Wohnung bleiben, Giselle ahnte es. <br \/>\nSie lag preislich gerade an der Grenze dessen, oder genauergesagt, eigentlich schon dar\u00fcber, was sie sich zur Zeit leisten konnte. <br \/>\nAber daf\u00fcr Kleinstadt. <br \/>\nLangweilig. Ohne Abwechslung. Jeder kannte jeden. <br \/>\nJede Woche schlo\u00df ein Gesch\u00e4ft. <br \/>\nFirmen waren abgewandert.<br \/>\nBeinah wie im Osten, allm\u00e4hlich auch die Provinz des Westens, dachte Giselle zuweilen. <br \/>\nEs war ein Fehler gewesen, aber was n\u00fctzten solche Gedanken jetzt, damals in die heimatliche  Kleinstadt zur\u00fcckgekehrt zu sein. Nach der ersten Scheidung. Und das Kind noch klein. <br \/>\nDieWahrheit, die sie nat\u00fcrlich sofort verdr\u00e4ngte, war,  sie hatte damals  nicht  gewu\u00dft, wohin. Beruflich. Mit sich selbst. Und \u00fcberhaupt. <\/p>\n<p>T\u00e4glich passierte Giselle ein Altenwohnheim, wenn sie zum Einkaufen ging. <br \/>\nDa sa\u00dfen sie im Sommer, auf einer Terrasse des Hauses, die zur\u00fcckgelassenen M\u00fctter. <br \/>\nEntsetzlich, dachte Giselle. Entsetzlich. Diese modernen Zeiten. Wie entsetzlich. <br \/>\nBis sie sich einen PC zugelegt hatte. Und in einem Schnellkurs &#8211; das Internet wie f\u00fcr sich allein entdeckt hatte. Den neuen Zugang zum weltweiten Leben. Sagenhaft! <\/p>\n<p>Und nun diese hei\u00dfe Liebe zu einem Unbekannten. Sofort. Beim ersten Klick!<br \/>\nEin Unbekannter. Mit dem sie Tag und Nacht reden konnte, ohne das Haus verlassen zu m\u00fcssen. <br \/>\nDer sie so verstand. Der sie faszinierend und geheimnisvoll fand. <br \/>\nDer ihren Geist und ihre Bildung bewunderte. <br \/>\nDschungel-Tiger !<br \/>\nTiger hatte sie wieder zum Lachen gebracht. <br \/>\nTiger gab ihrem Leben wieder einen Sinn.<br \/>\nUnd nicht nur er!<br \/>\nMit dem zuf\u00e4lligen Einloggen in gerade diesen Chat hatte sie wie eine neue Familie gefunden. <br \/>\nAbends sich einloggen und von allen Seiten wurden einem<br \/>\nDie &#8222;Huhus&#8220;  und  die  &#8222;Gr\u00fc\u00df Dich, SommerSchnee&#8220; entgegengesendet&#8230;..doch, traumhaft. <br \/>\nNie wieder Einsamkeit. <br \/>\nDank Internet.<br \/>\nUnd morgen w\u00fcrde sie &#8211; erstmals in ihrem Leben, ein blinde Date  wagen, jawoll! <br \/>\nWenigstens war Tiger schon Ende Drei\u00dfig. Und nicht Anfang Drei\u00dfig!<br \/>\nGiselle blieb bei  &#8222;um die Vierzig..&#8220;.und an guten Tagen oder Abenden, wie jetzt &#8211; <br \/>\nSah sie da nicht doch aus &#8211; wie Ende Drei\u00dfig&#8230;?<br \/>\nGiselle schenkte sich ein kleines ironisches L\u00e4cheln in den Spiegel des Badezimmers &#8211;<br \/>\nSie selbst kannte ja ihr Alter. <br \/>\nUnd sie fand es, f\u00fcr den Bruchteil des Bruchteils einer Sekunde schade, da\u00df sie nicht jetzt noch einmal so gute 15 Jahre j\u00fcnger w\u00e4re&#8230;<br \/>\nUm noch einmal ganz neu anzufangen&#8230;auch beruflich.<br \/>\nDann tippte sie sich an die eigene Stirn.<br \/>\nUnsinn. Das Leben war spannend und aufregend, nicht wahr? <\/p>\n<p>Morgen Abend werde ich mit Tiger Latino tanzen&#8230;.und vorher hat er f\u00fcr mich&#8230;gekocht&#8230;.<br \/>\nDa gibt es, f\u00fcnf Stunden und zwanzig Minuten und zwei Umsteige-Bahnh\u00f6fe entfernt, einen Menschen, den es dr\u00e4ngt,  mich kennenzulernen. Der sich auf mich freut. <br \/>\nDem ich wichtig bin. <br \/>\nDer mich faszinierend findet. <br \/>\nVorsichtig packte Giselle das teure und feine Nachthemd aus, das sie vorhin erworben hatte. <br \/>\nEs konnte auch als Hauskleid getragen werden&#8230;.perfekt!<br \/>\nGiselle zog es \u00fcber.<br \/>\nEs lag k\u00fchl und angenehm auf der Haut,  bodenlang und mit kimono-artigen weiten \u00c4rmeln&#8230;<br \/>\nSehr angenehm. <br \/>\nGut, da\u00df sie es gekauft hatte. <br \/>\nSie f\u00fchlte sich k\u00f6niglich darin. Souver\u00e4n. Mond\u00e4n. L\u00e4ssig. Doch, es pa\u00dfte zu ihr. <br \/>\nEin einziger Mensch, dachte Giselle, was er ver\u00e4ndern kann. Im Guten wie im Schlechten. <br \/>\nOder war es nur ihr Problem,  so abh\u00e4ngig von einer Resonanz zu sein?<br \/>\nWas n\u00fctzte das sch\u00f6nste Spiegelbild, wenn es sich nicht im Gesicht und in der Seele eines anderen  wiederspiegelte? Die sch\u00f6nsten Gedanken, wenn sie nicht mit jemand anderem geteilt werden konnten? Und erst die Freude? Freude, dachte Giselle, ist ohne andere Menschen einfach nicht m\u00f6glich. Nicht machbar. <br \/>\nVielleicht, dachte Giselle pl\u00f6tzlich wieder beunruhigt, wurden diese Frauen, die sie immer vor dem Altersheim sitzen sah, nur deswegen wie \u00fcber Nacht so alt und gebrechlich und auch geistig senil, weil ihnen dieser menschliche Gegen-Spiegel entzogen worden war? <br \/>\nSie wurden nicht mehr gebraucht. Nicht mehr erwartet. Es fragte sie keiner mehr  &#8211; &#8222;Wie geht es Dir?&#8220; Es sagte ihnen keiner mehr &#8211; &#8222;Hey, wie sch\u00f6n,da\u00df es Dich gibt.&#8220; Oder &#8211; &#8222;Ich liebe Dich&#8220;. <br \/>\nAls Frau, als Mutter, als Omi&#8230;.die modernen Zeiten&#8230;die Wohnungen klein und eng, auf die Kleinraum-Familie abgestimmt. Gr\u00e4\u00dflich, dachte Giselle. Bevor ich richtig alt werde, mu\u00df mir noch etwas einfallen. Damit ich nicht vergreise, weil mein Hirn, mein Gef\u00fchl, mein Dasein \u00fcberfl\u00fcssig geworden sind&#8230;nutzlos sozusagen, menschlich betrachtet&#8230;oder war das ein dummer Gedanke?<\/p>\n<p>Wie auch immer DschungelTiger aussehen w\u00fcrde, wie billig klein und h\u00e4\u00dflich auch seine neue Wohnung, die gegen\u00fcber einer Gro\u00dftankstelle an einer der Ausfahrtstra\u00dfen einer Gro\u00dfstadt sein mochte, es spielte  keine Rolle. <\/p>\n<p>DschungelTiger erwartete Giselle!  Er \u00fcberlegte sich, was er f\u00fcr sie kochen wollte. Und sie w\u00fcrden anschlie\u00dfend Latino tanzen gehen. Das allein z\u00e4hlte. <\/p>\n<p>Giselle schlummerte selig in den n\u00e4chsten Morgen hinein. <br \/>\nSicherheitshalber hatte sie zwei Wecker gestellt.<br \/>\nUnd zus\u00e4tzlich auch noch den telefonischen Weckdienst beauftragt. <br \/>\nDas Wetter war schon ein gutes Omen. <br \/>\nBlauer Himmel. Ein klarer, eiskalter Februartag. <br \/>\nAber Giselle gl\u00fchte. <br \/>\nSicherheitshalber hatte sie auch ein Taxi bestellt.<br \/>\nSie wollte kein, aber auch nicht das geringste Risiko eingehen, den Zug zu verpassen. <br \/>\nSie wollte, koste es was es wolle, und es hatte schon angefangen, zu kosten! an diesem Samstagabend erstmals seit Lichtjahren von Jahren, wieder tanzen gehen. Und zwar Latino. Mit DschungelTiger, der Nichtraucher war, S\u00fc\u00dfes liebte, Knobi verabscheute und eigentlich nie verraten hatte, was er beruflich so trieb. Egal. Er war witzig undEr geht.<br \/>\nDer M\u00e4rz.<br \/>\nWar er nicht kurz?<br \/>\nFl\u00fcchtig<br \/>\nSo zwischenmonatig, dieses Jahr?<br \/>\nKein Winter mehr, doch mancherorten schon-noch<br \/>\naber auch kein Fr\u00fchling<br \/>\nkein richtiger<br \/>\nauch nicht am 21. M\u00e4rz,<br \/>\ndoch eigentlich<br \/>\nFr\u00fchlingsanfang<br \/>\nso k\u00fchl,<br \/>\nirgendwie<br \/>\ndieses Jahr,<br \/>\nder Fr\u00fchling,<br \/>\nder keiner war.<\/p>\n<p>Leider das neue Ende nicht gesaved..umsonst geschrieben&#8230;irgendwie beim Schreiben offline gekommen&#8230;strange&#8230;<\/p>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>wie wir soeben feststellten, steht CAMOUFLAGE nur zur H\u00e4lfte, das ist sehr schade. Die Short Story war, wie all das \u00fcberhaupt Beste vom letzten Jahr, im Zuge eines Crashs hier verschwunden&#8230;wir hatten sie wieder eingesammelt, technisch damals noch v\u00f6llig 10 Grad unter Null&#8230;unterbelichtet&#8230;und die rund 20 seitige Short Story zischte, im September 2002 gepostet sofort in die Nr. 2 hoch, wie eine Rakete&#8230;wenn die 2. H\u00e4lfte nicht noch irgendwo gespeichert ist&#8230;na, vielleicht sonst bei unseren FANS??????? 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